Im zweiten Spiel der Gruppe E trafen am Mittwoch noch Spanien und Costa Rica aufeinander (17.00 Uhr/ServusTV). Die DFB-Elf dominierte das Spiel über weite Strecken, konnte nach der Führung zahlreiche Chancen allerdings nicht zur Vorentscheidung nutzen. Im Laufe der zweiten Hälfte beschränkte sich Japan nicht mehr ausschließlich aufs Verteidigen, agierte mutiger und schockte Fußball-Deutschland gleich zweimal. Beide Tore erzielten Legionäre aus der deutschen Bundesliga. In Russland kam für Deutschland das Aus bereits nach der Gruppenphase.

Flick vertraute zum Auftakt in der Innenverteidigung auf Antonio Rüdiger und Nico Schlotterbeck, Niklas Süle wich auf die Rechtsverteidigerposition aus. Thomas Müller kehrte nach wochenlanger Verletzungspause rechtzeitig zurück und agierte im zentralen Mittelfeld als Zehner. Sein Münchner Club-Kollege Jamal Musiala spielte Linksaußen, Kai Havertz lief im Sturmzentrum auf. Japan begann mit fünf Deutschland-Legionären, der Ex-Salzburger Takumi Minamino wurde eingewechselt.

Unmittelbar vor Anpfiff hielten sich die deutschen Nationalspieler beim Mannschaftsfoto demonstrativ die Hand vor den Mund. Damit sendete die DFB-Elf ein Zeichen gegen den Weltverband FIFA, der die "One Love"-Kapitänsbinde von Manuel Neuer und sechs weiteren europäischen Mannschaftskapitänen verboten hatte.

Im Spiel konnten die deutschen Akteure anfangs trotz viel Ballbesitz keine Akzente setzten. Bereits in Minute acht gab es den ersten Aufreger dieses Spiels, allerdings aufseiten der Japaner. Mittelstürmer Daizen Maeda versenkte den Ball im Netz, stand allerdings beim Zuspiel im Abseits. Nach gut einer Viertelstunde klopfte Deutschland erstmals an, ein Kopfball von Rüdiger verfehlte das Tor.

Mit Fortdauer der Partie wurde die DFB-Elf immer stärker und erspielte sich zahlreiche Gelegenheiten. Einen Distanzschuss von Kimmich parierte Tormann Shuichi Gonda (20.), etwas später verhinderte ein Abwehrspieler nach einem Abschluss von Gündogan den Einschlag (29.). Die Überlegenheit der Deutschen mündete schließlich in einem Elfmeter, als Tormann Gonda Linksverteidiger David Raum von den Beinen holte. Gündogan verwertete den Strafstoß souverän.

Kurz vor der Pause jubelte Havertz bereits über das 2:0, sein Treffer wurde nach VAR-Studium aufgrund einer deutlichen Abseitsposition aber zurecht aberkannt (45+4.). Japan setzte in Halbzeit eins kaum Akzente nach vorne, einzig ein Kopfball von Maeda sorgte noch für Gefahr (45+6.).

In Hälfte zwei änderte sich am Spielgeschehen zunächst wenig. Deutschland behielt die Kontrolle über die Partie und erarbeitete sich weiterhin aussichtsreiche Gelegenheiten. Serge Gnabry traf zunächst das Lattenkreuz, Musiala tanzte wenig später durch den japanischen Strafraum, sein Abschluss flog jedoch über das Gehäuse.

Nach einer Stunde hatte Gündogan die Vorentscheidung am Fuß, sein Abschluss prallte allerdings an den Pfosten. Die "Blue Samurai" versuchten in der Folge mutiger aufzutreten, offenbarten dabei weiter defensive Schwächen. Deutschland fand eine Dreifach-Chance vor, aber der eingewechselte Jonas Hofmann sowie zweimal Gnabry scheiterten jeweils an Gonda.

Japan wurde mit Fortdauer stärker. Nach einem Abschluss von Junya Ito bewahrte Neuer seine Mannschaft durch eine Glanztat noch vor dem Ausgleich, den Nachschuss versemmelte Hiroki Sakai aus aussichtsreicher Position (73.). Wenig später zappelte der Ball dank zweier Joker im Netz. Eine flache Hereingabe von Minamino wehrte Neuer nach vorne ab, der Ball sprang vor die Füße von Doan, der aus kurzer Distanz einschob (75.).

Für Deutschland kam es aber noch schlimmer. Asano knallte den Ball nach einem Stellungsfehler von Schlotterbeck aus kurzer Distanz unter die Latte (83.). In der Nachspielzeit vergab Leon Goretzka die große Chance auf den Ausgleich (95.).