Der 19-Jährige erhielt einen Kontrakt über vier Jahre. In seinem ersten Vertragsjahr verdient Demir 650.000 Euro, dann 750.000, 850.000 und schließlich 950.000 Euro, jeweils netto. Derartige Summen wären bei Rapid für den vierfachen ÖFB-Internationalen nicht zu verdienen gewesen, betonte Geschäftsführer Sport Zoran Barisic am Freitag.

Der Wiener verteidigte sich im Rahmen der Vorschau-Pressekonferenz gegen den WAC auch gegen Vorwürfe, man habe Demir zu billig verkauft. "Jetzt schwappt das Netz offensichtlich über. Es gibt acht Millionen Teamchefs, eine Million Virologen und scheinbar jetzt auch hunderttausende Sportdirektoren, die es besser wissen", sagte Barisic in Anspielung auf Kritik in diversen Internet-Kanälen und meinte in diesem Zusammenhang außerdem: "Ich habe auch nicht die Weisheit mit dem Löffel gefressen."

Er habe stets im Sinne des Verein gehandelt, sagte Barisic und erzählte, das erste Galatasaray-Angebot sei überraschend in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch um 0.30 eingetrudelt. Danach wurde bald eine Einigung erzielt, die unter anderem eine Ratenzahlung vorsieht. "Das ist Usus, wir machen das im Einkauf genauso, eine normale Geschäftsgebahrung", berichtete Barisic.

Das Geld werde innerhalb von dreieinhalb Jahren überwiesen. "Ich hoffe nicht, dass die Welt bis dahin zusammenbricht", sagte Barisic und gestand, die derzeit hohe Inflation bei der Fixierung der Ratenzahlung nicht bedacht zu haben. Dafür habe man sich gegen Zahlungsausfälle "doppelt und dreifach abgesichert" und könne mit Boni und einer Beteiligung bei einem möglichen Weiterverkauf Demirs noch eine weit höhere Summe lukrieren. "Es ist ein Geschäftsfeld von Rapid, dass wir auch von unseren Transfererlösen leben", erklärte der Sportchef.

Demir zeigte nach einem monatelangen Tief zuletzt ansteigende Form. "Aber die Mannschaft ist gut genug, um sein Fehlen zu kompensieren", meinte Barisic. Ähnlich äußerte sich Trainer Ferdinand Feldhofer. "Jetzt können und müssen andere in seinen Job reinschlüpfen", erklärte der Steirer.