Trotzdem zog Alexandri ein positives Fazit. "Ich bin sehr zufrieden, habe alles gegeben. Das erste Mal über 90 Punkte, das war schon sehr wichtig", sagte die gebürtige Griechin. Sie sei in all ihren vier Auftritten eine Bestleistung geschwommen, mehr könne sie nicht machen. "Die Wertungsrichter kann ich nicht beeinflussen." Ein bisschen trauerte Alexandri einer möglichen Medaille aber doch hinterher. "Ich bin schon enttäuscht. Jeder hat mir gesagt, dass meine Solos beide für eine Medaille gereicht hätten. Nicht nur für Bronze, sondern für Silber", erzählte sie.

Mit Blick auf die EM in Rom im August hatte Alexandri allen Grund zur Zuversicht. "Es sind meine besten Platzierungen", sagte die Kunstschwimmerin. Der fünfte Platz sei etwas "extrem Gutes" und nicht selbstverständlich, "vor allem für den österreichischen Sport", betonte sie. Österreich gehöre im Synchronschwimmen zu den Top-Ländern. Ihre Drillingsschwestern Anna-Maria und Eirini hatten bei der WM bereits Bronze in der Technischen Kür geholt und greifen am Donnerstag nach der nächsten Medaille.

Unmittelbar vor Alexandris Auftritt hatte die US-Amerikanerin Anita Alvarez für eine Schrecksekunde gesorgt. Die 25-Jährige war nach ihrer Kür bewusstlos untergegangen und musste von ihrer Trainerin und einer weiteren Person aus dem Becken gerettet werden. "Ihr geht es gut", sagte eine Betreuerin des US-Teams wenige Minuten nach dem Vorfall, der Stress habe sie überfordert. "Das passiert ihr öfter", sagte Alexandri, ihre Kür sei dadurch nicht beeinträchtigt gewesen.

Gold ging im Solo-Bewerb in Abwesenheit der russischen Topfavoriten, die aufgrund des Angriffskrieges in der Ukraine ausgeschlossen worden waren, wie schon in der Technik-Kür an die Japanerin Yukiko Inui (95,3667). Silber holte auf der Margareteninsel in der ungarischen Hauptstadt erneut die Ukrainerin Marta Fiedina (93,8000) vor der Griechin Evangelia Platanioti (91,7676).