Die Russin hatte davor ihre Landsfrau Veronika Kudermetowa (29) mit 6:4,7:6(5) ausgeschaltet. Schon am Dienstag hatten sich die ungesetzte Italienerin Martina Trevisan und die US-Amerikanerin Cori Gauff (18) für ein direktes Halbfinalduell qualifiziert.

Swiatek ist nach dem dritten Sieg im dritten Duell mit Pegula die einzige aus dem Quartett mit Major-Halbfinalerfahrung, was sie noch mehr zur Titelfavoritin macht. Mit zwei weiteren Erfolgen würde die seit Dienstag 21-Jährige ihren sechsten Turniersieg in Folge feiern. Zudem würde Swiatek mit einem Erfolg gegen Kasatkina der Anzahl nach die Siegesserie der US-Amerikanerin Serena Williams aus dem Jahr 2013 egalisieren. Im Head-to-Head führt Swiatek 3:1, die drei Siege feierte sie heuer.

Pegula machte es ihr in der Runde der letzten acht vorerst nicht leicht, hielt bis zum 3:3 ausgezeichnet mit. Im zweiten Satz musste sie schon früher die Klasse Swiateks anerkennen, der damit eine Dreisatzpartie wie in der Runde davor gegen die Chinesin Zheng Qinwen erspart blieb. "Ich versuche, mich einfach auf mein Spiel zu konzentrieren, und das ist mir heute wieder gelungen", sagte Swiatek. "Sie hat sehr tief gespielt, also musste ich mit den Beinen viel arbeiten und tief sein. Das war der Schlüssel und ich bin sehr zufrieden, dass ich mit einer guten Dynamik gespielt habe."

Kasatkina gewann gegen Kudermetowa ein auf beiden Seiten nervös geführtes Match. Der Siegerin kam zugute, dass sie nur die Hälfte der 50 unerzwungenen Fehler ihrer Gegnerin beging. Erst der fünfte Matchball der 25-Jährigen saß. "Es war ein mentaler Kampf. Ich bin froh, dass ich ihn positiv bewältigt habe", sagte Kasatkina. Sie und Kudermetowa müssen wegen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine als neutrale Athletinnen spielen, ab Monatsende in Wimbledon sind sie nicht antrittsberechtigt.

Gauff war vor drei Jahren mit dem Einzug ins Wimbledon-Achtelfinale erstmals groß in Erscheinung getreten, im Vorjahr stand sie im Paris-Viertelfinale und am Dienstag zog sie nun eben erstmals in ein Major-Halbfinale ein. Ihre eben erst vollendete Highschool-Ausbildung schätzt die 18-Jährige aber höher ein als ihren sportlichen Erfolg. "Wir glauben, dass Tennis das Wichtigste ist", sagte Gauff. "Aber das ist es nicht. Mein Highschool-Diplom zu erhalten, hat daher eine Menge für mich bedeutet."