Andere Hersteller hatten WM-Favorit Mercedes vorgeworfen, im Jahr der größten Regelrevolution seit Jahrzehnten einen Trick gefunden zu haben, um mehr Leistung aus dem Verbrenner herauszuholen. Das Mercedes-Aggregat, das auch die Kundenteams McLaren, Williams und Alpine verwenden, soll die Verdichtung bei Renntemperatur dank thermischer Ausdehnung der verwendeten Materialien von der erlaubten Rate von 16:1 auf 18:1 erhöhen.

Die Messung erfolgte bisher nur unter normaler Umgebungstemperatur. Nach einer Übergangsfrist, die die ersten sieben Rennen beinhaltet, wird ab 1. Juni sowohl im kalten als auch im heißen Zustand kontrolliert, hieß es von der FIA. Ab 2027 werde dann nur noch unter Betriebsbedingungen bei 130 Grad Celsius gemessen. Ursprünglich hatte der Weltverband als Kompromiss vorgeschlagen, ab 1. August auch unter Rennbedingungen zu kontrollieren.

Die Übergangsphase ermöglicht den Herstellern Umrüstungen an den neuen, dank fast 50 Prozent Elektro-Anteil komplexen Aggregaten. Den möglichen Leistungsgewinn hat Mercedes zuletzt als marginal bezeichnet, die Konkurrenz dagegen ortete durch den Graubereich im Reglement einen Wettbewerbsvorteil. Die Modifikation des Technischen Reglements erfolge nach den Testfahrten in Barcelona und Bahrain "nach umfangreichem Feedback von Fahrern und Teams", teilte die FIA mit.

Die 2026 eingeführten Neuerungen seien eine der größten Veränderungen in jüngster Vergangenheit. "Alle Parteien erkennen an, dass mit der Einführung solch bedeutender Regeländerungen gemeinsame Erkenntnisse aus den Testfahrten vor Saisonstart und den ersten WM-Läufen des Jahres 2026 gewonnen werden können", erklärte der Weltverband. Weitere, das Energiemanagement betreffende Evaluierungen würden fortlaufen. Der größte Punkt, der den Auftakt in Melbourne hätte überschatten können, ist aber gelöst.