Auch wenn die jüngsten Ergebnisse für den Ligadritten nicht passten, so sind die Saison-Erinnerungen der Wiener Austria an den Gegner gute. Im Cup-Viertelfinale behielt die Austria die Oberhand, in der Meisterschaft gab es zweimal ein 2:2. Das wäre für die Wiener diesmal wohl zu wenig, falls sie selbst im Rennen um den ersten Meistertitel seit 2013 bleiben wollen. Vier Pflichtspiele ist die Austria sieglos, dreimal gab es eine Niederlage. "Wir waren in jedem Spiel gut dabei, jetzt wollen wir auch zeigen, dass es reicht, um mehr Punkte zu sammeln", gab Austria-Trainer Stephan Helm die Marschroute vor.

Mit großen Schritten eilen die Grazer der erfolgreichen Titelverteidigung entgegen. Fünf der jüngsten sechs Partien wurden gewonnen, zuletzt erstmals unter Trainer Jürgen Säumel drei in Folge. Für die Gäste spricht zudem, dass sie bei Antritten in der Generali Arena zuletzt zehn von zwölf möglichen Punkten holten. "Die Austria ist ein richtig gutes Team, aber wir stehen nicht ohne Grund an der Spitze der Tabelle - unser Ziel ist es, in Wien zu gewinnen", sagte Rechtsverteidiger Max Johnston.

Salzburg ist erstmals seit August in den Top zwei der Liga zu finden. Ob der engen Konstellation wollte Trainer Thomas Letsch nichts von Pflichtsiegen im nun anstehenden Doppel gegen den viertplatzierten WAC wissen. "Wir müssen hier schon noch von den Top vier sprechen, die alle versuchen Plätze gutzumachen", meinte der Deutsche. "Wir müssen uns auf einen sehr starken Gegner einstellen. Wenn du im Cupfinale stehst und auf Tuchfühlung zur Tabellenspitze bist, hast du viel richtig gemacht."

Der Rückstand des ersten Sturm-Jägers beträgt sechs Runden vor Schluss fünf Zähler. Mit einem Sieg in Wals-Siezenheim würde aber auch Wolfsberg an den Bullen vorbeiziehen.

WAC-Trainer Dietmar Kühbauer hat die Bullen noch lange nicht abgeschrieben. "Sie präsentieren sich im Frühjahr weit besser als davor, das muss man schon anerkennen", betonte der Ex-Internationale. "Das ist ein absoluter Meisterschaftsfavorit." Sein Team kommt mit dem Selbstvertrauen von fünf Pflichtspielen ohne Niederlage, dem Einzug ins Cupfinale und dem jüngsten 5:1-Heimsieg gegen Rapid.

Der SK Rapid hat vergangene Woche ein mögliches Europacup-Halbfinale weggeschmissen und mit der Niederlage beim WAC endgültig den Anschluss an die vorderen Tabellenplätze verloren. Mit weiteren Misserfolgen im nun anstehenden Doppel gegen Blau-Weiß wäre sogar Rang fünf und damit der Startplatz im Europacup-Play-off in Gefahr. Für Robert Klauß wurde es zuletzt zunehmend ungemütlich, das Gastspiel in Linz muss der Rapid-Trainer wegen einer Gelbsperre von der Tribüne aus verfolgen.

"Gut, dass wir wieder spielen", meinte Klauß nach den jüngsten Nackenschlägen. "Wir wollen das Spiel vom Sonntag mit einem guten Spiel ein Stück weit vergessen machen. Wir wissen, dass Blau-Weiß heimstark ist, aber jetzt auch nicht gerade in einer sehr guten Phase ist." Die Linzer haben alle vier bisherigen Partien in der Meistergruppe verloren und nur zwei Tore erzielt. Der Rückstand auf Tabellennachbar Rapid beträgt vier Punkte.

Rapid hat seit Anfang Dezember acht von zwölf Ligaspielen verloren - mehr als jedes andere Team in diesem Zeitraum. Doch auch bei den Linzern läuft es nicht nach Wunsch. Trainer Gerald Scheiblehner ortete beim jüngsten 0:2 bei Leader Sturm Graz einen Aufwärtstrend. "Wir haben auf einem sehr guten Niveau gespielt."