Damit passte der letzte Transfertag zur gesamten Winter-Übertrittszeit, die von einer hohen Personalfluktuation und teils auch spektakulären Transfers gekennzeichnet war. So gab etwa Meister und Tabellenführer Sturm Graz Topscorer Mika Biereth um 13 Millionen Euro an Monaco ab, Vize Red Bull Salzburg verlieh Rekordeinkauf Lucas Gourna-Douath und Amar Dedic. Das einzige Top-Team, bei dem es ruhig zuging, war die Wiener Austria.
Die "Veilchen" hielten sämtliche Schlüsselspieler, gehen mussten mit Muharem Huskovic (Hartberg), Cristiano, Matteo Meisl (Stripfing) und Marvin Martins (Almere) lediglich Reservisten. Auf Zugänge wurde beim Tabellenzweiten und Cup-Semifinalisten verzichtet. Auch bei Rapid kam es nur zu Abgängen von Ergänzungsspielern mit wenig Einsatzzeit wie Maximilian Hofmann (Debrecen), Tobias Hedl (Zulte Waregem), Dennis Kaygin (Willem II Tilburg), Bernhard Zimmermann (Vienna), Thierry Gale (Piast Gliwice), Ryan Mmaee (Stoke) oder Ferdy Druijf, dessen Vertrag aufgelöst wurde.
Hütteldorfer griffen in Übertrittszeit tief in die Tasche
Mamadou Sangare wurde trotz eines Millionenangebots von Feyenoord Rotterdam gehalten, zudem griff man tief in die Tasche: Die drittplatzierten Hütteldorfer holten Romeo Amane für einen siebenstelligen Betrag vom schwedischen Verein BK Häcken sowie dessen ivorischen Landsmann Ange Ahoussou vom französischen Zweitligisten FC Pau. Beide werden wohl erst in der kommenden Saison eine wichtige Rolle spielen - anders als Kara und Radulovic. Auch dank dieses Duos soll die geringe Torausbeute verbessert und der Ausfall von Guido Burgstaller kompensiert werden.
Bei Sturm hingegen war der Aderlass groß. Biereth ging als Führender der Torschützenliste, mit dem nach Hoffenheim zurückbeorderten Erencan Yardimci kam ein weiterer Stürmer abhanden. Dazu wurde Jusuf Gazibegovic an den 1. FC Köln verkauft. Halbwegs aufgefangen werden soll das mit Fally Mayulu - der Ex-Rapidler kam vorerst leihweise von Bristol City - und Emran Soglo (Olympique Marseille).
Prominente Abgänge verzeichnete auch Salzburg. Gourna-Douath (AS Roma), Dedic (Marseille), Kamil Piatkowski (Kasimpasa), der zu Liverpool zurückgekehrte Stefan Bajcetic oder Fernando (Red Bull Bragantino) haben die "Bullen" verlassen. Dafür stießen Karim Onisiwo (Mainz), Yorbe Vertessen (Union Berlin) und Maximiliano Caufriez (Clermont) zum Tabellenfünften, der nach dem Cup-Out nur noch in der Meisterschaft eine Titelchance hat.
Prominente Last-Minute-Zugänge beim WAC
Der Vierte WAC wurde auf dem Transfermarkt am letzten Tag noch einmal aktiv, der zuletzt vereinslose 30-jährige Ex-ÖFB-Teamspieler Schöpf wurde ebenso unter Vertrag genommen wie der frühere Sturm-Graz-Profi Niangbo. Davor waren die Perspektivspieler Claude Kouakou (Hapoel Acre) und Aboubacar Sylla (AS Vita Club Kinshasa) als Neuzugänge vermeldet worden.
Der Siebente LASK stockte seinen Kader am Donnerstag mit Lang, Danek, Ersatzgoalie Schützenauer und davor mit Ismalia Coulibaly (Sheffield United), Samuel Adeniran (Philadelphia) und Mohamed Sanogo (Vienna) auf. Die Linzer nahmen durch die Verkäufe von Marin Ljubicic (Union Berlin) und Maxim Talowjerow (Plymouth) auch nicht weniger als 6,5 Millionen Euro ein.
Die Abstiegskandidaten präsentierten sich im Winter-Transferfenster ebenfalls aktiv. Schlusslicht Altach nahm sechs Neue, darunter die Routiniers Alexander Gorgon und Benedikt Zech sowie Stürmer Marlon Mustapha, unter Vertrag und gab vier Kicker ab. Beim Vorletzten GAK stehen fünf Zugängen zehn Abgänge gegenüber. Mit dem Ungarn Laszlo Kleinheisler kam ein Antreiber im Mittelfeld nach Graz. Prominentester Neuer bei Austria Klagenfurt ist Martin Hinteregger. Gar keinen Zugang gab es bei der WSG Tirol.
Insgesamt 46 Neuzugänge im Oberhaus
Laut Bundesliga-Angaben verzeichneten die zwölf Oberhaus-Vereine insgesamt 46 Neuzugänge, was sowohl über der Zahl des Vorjahres (28) als auch über dem Fünf-Jahres-Schnitt (40) liegt. Rund ein Viertel der Neuen wechselte innerhalb Österreichs, der Rest stieß aus ausländischen Ligen in die heimische Bundesliga.