Es ist doch immer das Gleiche: Er tötet sie und das wird schon einen Grund gehabt haben. Vielleicht ist sie fremdgegangen, hat den Haushalt vernachlässigt oder hat sich wie Marie von einem anderen Mann Ohrringe schenken lassen. Vielleicht war er gestresst, stand unter Druck oder hatte psychische Probleme - auf Woyzeck trifft alles davon zu. Dennoch: Ein Femizid bleibt ein Femizid, und Frauenhäuser reden sich den Mund fusselig, dass es zuerst einmal um die Betroffene gehen muss, bevor man versucht, den Täter zu verstehen. Bösch hat seinen Woyzeck gemäß dieser Empfehlung angelegt und tut alles, um erst gar keinen Anflug von Beschwichtigung à la "sie hat ihn ja betrogen" oder "die Welt war so gemein zu ihm" beim Publikum aufkommen zu lassen - ob das Erfolg hat, liegt freilich auch am Empfänger der Botschaft.