Der 64-jährige gebürtige Tiroler Gstrein, der seit langem in Hamburg lebt, konkurriert mit seinem im Hanser Verlag erschienenen Roman gegen Helene Bukowski ("Wer möchte nicht im Leben bleiben"), Anja Kampmann ("Die Wut ist ein heller Stern"), Katerina Poladjan ("Goldstrand") und Elli Unruh ("Fische im Trüben"). In "Im ersten Licht" begleitet der Autor seinen Protagonisten durch eine ganze Lebensspanne im Schatten der Kriege des 20. Jahrhunderts anhand von prägenden Begegnungen, ohne je selbst in die Kriege hineingezogen worden zu sein.

"Adrian, die Hauptfigur in diesem Buch, kennt den Krieg aus der Distanz. Und doch übt er eine anhaltende Faszination auf ihn aus", heißt es in der Jurybegründung. "Norbert Gstreins kunstvoller und vielschichtiger Roman folgt diesem Adrian und umkreist dabei elementare Fragen unserer Gegenwart: Mit welcher Sprache erzählen wir von Tod und Gewalt? Und wie verhindern wir, dass aus Faszination für Krieg wieder Begeisterung wird?"

Die österreichische Comic-Zeichnerin Ulli Lust blickt in ihrem zweiten Teil der Reihe "Die Frau als Mensch" in "Schamaninnen" (Reprodukt) auf die Eiszeit und rückt die Kunst der frühen Menschheit in ein neues Licht. Der Vorgänger "Am Anfang der Geschichte" war 2025 zum Sachbuch des Jahres gekürt worden. "Lust kommentiert nachdenklich und manchmal keck von heute aus mit, was 'Schamaninnen' zu einem so lebhaften wie seine Quellen und spekulativen Seiten offenlegenden Comic-Essay macht", lobt die Jury.

"Dutzende Stimmen bilden in diesem meisterhaften Horror- und Schelmenroman ein Mosaik der düsteren Geschichte Lateinamerikas", schreibt die Jury zu Gustavo Faverón Patriaus "Unten leben". Manfred Gmeiner habe diese labyrinthische Erzählung "mit spielerischer Eleganz übertragen, ohne jemals den Blick auf ihre eigensinnigen Figuren, die literarischen Querverweise und das magische Funkeln der Poesie zu verlieren".

Die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung wird am 19. März zum Auftakt der Leipziger Buchmesse verliehen.Im Vorjahr ging der Preis in der Kategorie Belletristik an die deutsche Autorin und Journalistin Kristine Bilkau für ihren Mutter-Tochter-Roman "Halbinsel". Auszeichnungen gibt es auch in den Sparten Sachbuch/Essayistik sowie Übersetzung. Heuer wurden insgesamt 485 Werke aus 177 Verlagen eingereicht. Die diesjährige Leipziger Buchmesse findet von 19. bis 22. März statt.

(S E R V I C E - https://www.preis-der-leipziger-buchmesse.de )