Ein Vorhang aus schwarzen Lametta-Büscheln wird zur Seite geschoben, die dabei entstehenden Lichtreflexionen lassen die Bühne funkeln. Aus dem Schatten treten Vantournhout und Väisänen, barfuß. Gemeinsam steigen sie auf ein Laufband und beginnen zu gehen. Schritt für Schritt. Erst synchron, dann symmetrisch. Trotz Stille ist ein Rhythmus spürbar, als die Performenden in zahlreichen Variationen einen Fuß vor den anderen setzen. Bald ist nicht mehr ersichtlich, welches Bein zu welcher Person gehört. Langsam setzt Geoffrey Burtons Klangkomposition ein, schenkt den gleichmäßigen Bewegungen einen Takt. Es ist ein streng choreografierter Balanceakt, ein Meisterwerk der Koordination - vom Premierenpublikum mit Zwischenapplaus belohnt.
Wien
"every_body" erforscht bei ImPulsTanz körperliche Potenziale
Mit einer endlosen Anzahl an Verknotungen und Verschränkungen zweier Körper hinterfragt "every_body" die Grenzen von Alltagsbewegungen. Wer nach Alexander Vantournhouts und Emmi Väisänens Performance im Akademietheater noch normal sitzt, geht und Hände schüttelt, hat sein kinetisches Potenzial wohl nicht erkannt. Beim Premierenpublikum am Donnerstagabend fand die österreichische Erstaufführung im Rahmen des ImPulsTanz-Festivals großen Anklang.