Der Titel "Kästner, Kraftwerk, Cock Sparrer. Eine Liebeserklärung an die Gebrauchslyrik" sagt viel, aber nicht alles. Es ist eigentlich die Überschrift über die erste Vorlesung, in der sich Campino analytisch, scharfsinnig, kritisch und bei Bedarf humorvoll mit Lyrik auseinandersetzt, die er als "kleine Lebenshilfe zum täglichen Gebrauch" betrachtet - von Erich Kästner über Heinrich Heine bis zu Liedermachern. Alles andere als schulmeisterlich verwebt der Sänger Betrachtungen über Kunst, Zeitgeschichte und Haltung, gibt das Lebensgefühl junger Menschen in den frühen Nachkriegsjahren der BRD wieder, erläutert Hintergründe eigener Songs und erklärt, was Punk als Gegenentwurf zu Spießigkeit auslöste.
Wien
Campinos Liebeserklärung an die Lyrik als Buch
Der Hörsaal war voll und die Medienaufmerksamkeit groß, als Campino im April Vorlesungen als Gastprofessor an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf gehalten hat. Der Sänger von Die Toten Hosen sprach u.a. über die Kraft und Wichtigkeit der Worte als Gedichte und Songtexte und gab selbstreflexive Einblicke ins eigene Schaffen. Nun kann man nachlesen, wie der 62-Jährige den Bogen zu KI und Sozialen Medien spannte: Die Vorträge erschienen als Buch.
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