Bei der Premiere des Seespiels am Donnerstag stellte das Team rund um Regisseur Simon Eichenberger unter Beweis, dass man das etwas angestaubte Moralstück der 50er Jahre mit gutem Willen und guten Ideen ins Jahr 2018 transportieren kann. Die Eliza Doolittle ist hier kein Cockney-Blumenmädchen, sondern ein Punk, der in der U-Bahn schnorrt. Dort liest sie der Phonologieprofessor Henry Higgins auf.
Mörbisch
Seefestspiele Mörbisch holen die "My Fair Lady" ins Heute
Zwar kennt fast jeder mehrere Melodien der 1956 uraufgeführten "My Fair Lady". Und doch ist das Musical mit Musik von Frederick Loewe und Texten von Alan J. Lerner ein schwieriger Bühnenfall. Nur schwerlich lässt sich heute friktionsfrei die Geschichte zweier älterer Herren erzählen, die als Wette eine jungen Frau des Prekariats zu einer echten Lady machen. Zu viel obsolete Genderbilder und Unterschichtverachtung. Den Seefestspielen Mörbisch gelingt jedoch das Kunststück.
© APA/Seefestspiele Mörbisch