Der Präsident der Vereinigung der österreichischen Richterinnen und Richter (RiV), Georg Kanduth, meinte in der ORF-"ZiB2" zwar, wenn der politische Wunsch nach höheren Strafen da ist, müsse der Gesetzgeber tätig werden. Allerdings wäre es schlecht, "aus der Hüfte zu schießen" und zu einer Anlassfall-Gesetzgebung zu kommen. Sollten entdprechende Änderungen vorgenommen werden, sollte man alle Experten, auch interdisziplinär, zu Wort kommen lassen. Die Erhöhung des Strafrahmens sei nicht unbedingt das Mittel zum Zweck, berief sich Kanduth auf entsprechende Stimmen.
Innenpolitik
Expertinnen gegen Strafverschärfungen aufgrund Teichtmeister
Die rechtskräftige Verurteilung des früheren Burgschauspielers Florian Teichtmeister, der sich 76.000 Dateien mit Missbrauchsdarstellungen von Kindern und Jugendlichen verschafft hatte, zu einer zweijährigen Freiheitsstrafe auf Bewährung sowie einer bedingt nachgesehenen Unterbringung in einem forensisch-therapeutischen Zentrum, hat erneut eine Diskussion um die Strafen für Sexualstraftäter entfacht. Namhafte Expertinnen sehen in einer Anhebung der Strafen keinen Sinn.
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