Konkret geht es um die Seite www.7-3-2026.at, die aktuell nicht mehr erreichbar ist. Zwander sah darin eine "klassische False-Flag-Konstruktion": "Das ist professionell organisierte digitale Desinformation." Zu lesen war auf der Website "Wir für Sven Hergovich am 7.3.2026", auch ein SPÖ-Logo sowie ein Bild des Landesparteichefs wurden gezeigt. Insinuiert wurde so, dass Landesrat Hergovich beim Parteitag ins Rennen um den Bundesparteivorsitz gegen Vizekanzler Andreas Babler gehen würde. Die Internetseite schaffte es auch in die mediale Berichterstattung, die Folge sei ein Anheizen innerparteilicher Spannungen gewesen, sagte der Landesgeschäftsführer.
In der Folge habe ein Anwalt der SPÖ Erhebungen aufgenommen. Man sei auf mehrere Ebenen der Verschleierung gestoßen, skizzierte Zwander. Über die Mailadresse sei schließlich der Urheber ausgeforscht worden. Der ÖVP-Gemeinderat habe nunmehr auch zugegeben, die Seite technisch umgesetzt zu haben. Er habe aber darauf verwiesen, nicht aus eigener Motivation gehandelt zu haben, sondern im Auftrag eines Dritten. Dessen Namen dürfe aber nicht genannt werden.
Gerichtet an Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, gleichzeitig ÖVP-Landesparteichefin, stellte Zwander am Mittwoch die Fragen, wer die Aktion beauftragt habe, wer involviert gewesen sei und welche Konsequenzen es gebe. Es handle sich um "Silberstein-Methoden".
Die SPÖ will jedenfalls gegen den betroffenen Kommunalpolitiker zivil- und strafrechtliche Schritte einleiten. "Und wir werden alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um zu klären, wer hinter diesem Auftrag steht", kündigte Zwander an.
"Die SPÖ droht in Niederösterreich in der Bedeutungslosigkeit zu versinken und versucht sich jetzt mit Nebelgranaten in die Medienöffentlichkeit zu retten", reagierte ÖVP-Landesgeschäftsführer Matthias Zauner in einer Aussendung. Zwander schlage "mit unhaltbaren Vorwürfen um sich". Die Volkspartei Niederösterreich sei "weder an einer Kampagne beteiligt, Sven Hergovich zum Faschingsprinzen von Purkersdorf noch zum SPÖ-Vorsitzenden zu küren". Die Vorwürfe wurden "aufs Schärfste" zurückgewiesen. Man behalte sich rechtliche Schritte vor, "sollte die SPNÖ weiterhin behaupten, dass die Volkspartei Niederösterreich mit dieser Seite etwas zu tun hat", betonte Zauner.