Die heutigen Finanzierungssysteme seien "oft teuer, zeitaufwendig und unpräzise", lautet ihr Fazit - und dies spricht wohl nicht wenigen Wissenschafterinnen und Wissenschaftern aus der Seele. Es ist bekannt, dass besonders jene in leitenden Positionen oft mehr mit dem Einwerben und Verwalten von Mitteln als mit der Forschungsarbeit selbst beschäftigt sind. Laut einer US-Studie verwenden sie durchschnittlich etwa 45 Prozent ihrer Zeit mit entsprechenden administrativen Tätigkeiten. Aber es gehe nicht nur um den Arbeitseinsatz der Forschenden selbst, sondern auch den aufwendigen, oft intransparenten sowie von vielen Faktoren - bis hin zu Voreingenommenheit - geprägten Auswahlprozess, der ebenfalls horrende Kosten verursache, sagte Erstautor Schweiger zur APA.
Wien
Forscher geben globalem Fördersystem schlechtes Zeugnis
Der zeit- und ressourcenintensive Prozess rund um das Einwerben von Geldern für Forschungsvorhaben - bei oft niedriger Bewilligungsquote und damit dünnen Erfolgsaussichten - ist ein weithin häufig beklagter Umstand. Ein Team um den für seine Meta-Studien bekannten Stanford-Statistiker John Ioannidis sowie Gerald Schweiger von der TU Wien zeigt nun in einem Artikel im Journal "PNAS" auf, wie es um das globale Forschungs-Fördersystem steht - mit schlechtem Zeugnis.
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