"Chinas demografische und wirtschaftliche Aussichten sind düsterer als erwartet", meint der US-Sozialwissenschaftler Yi Fuxian von der Universität von Wisconsin. "China wird eine Schrumpfung durchlaufen müssen." Auch müsse es seine Sozial- und Wirtschaftspolitik ändern. Auf den Überschuss an Werktätigen, der Chinas Wirtschaftswunder als "Werkbank der Welt" angekurbelt hatte, folgt jetzt Arbeitskräftemangel im herstellenden Gewerbe: "Chinas Produktionssektor wird unterbesetzt und überaltern - und so schnell abnehmen wie der Japans", so Yi Fuxian.
Chronik
Chinas Bevölkerung erstmals seit 1961 geschrumpft
Chinas Bevölkerung ist im vergangenen Jahr erstmals seit sechs Jahrzehnten geschrumpft. Ende Dezember habe das bevölkerungsreichste Land der Welt 1,411 Milliarden Einwohner gehabt und damit rund 850.000 weniger als ein Jahr zuvor, teilte das Statistikamt in Peking am Dienstag mit. Experten sprechen von einem "Wendepunkt" in Chinas Geschichte und warnen vor verheerenden Folgen einer "unvorstellbaren" Bevölkerungskrise.
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