In der Nähe der 100.000-Einwohner-Stadt El Tarf habe "ein Feuer-Tornado in wenigen Sekunden alles mit sich genommen", sagte ein Lokaljournalist. Bei den meisten Todesopfern handle es sich um Menschen, die während ihres Besuchs in einem Tierpark von Flammen eingeschlossen wurden. Fernsehberichten zufolge besuchte Regierungschef Ayman Benabderrahmane am Donnerstag das Katastrophengebiet.

Nach Angaben der Behörden waren 39 Waldbrände in 14 Regierungsbezirken im Norden Algeriens ausgebrochen. Am Donnerstag waren einige davon noch nicht gelöscht und wurden von heftigem Wind angefacht. Die Brände weckten Erinnerungen an den Sommer vergangenen Jahres. Damals waren bei den tödlichsten Waldbränden in der jüngeren Geschichte des nordafrikanischen Staates mindestens 90 Menschen ums Leben gekommen.

Langersehnte Regenfälle stabilisierten indes die Lage in der spanischen Urlaubsregion Valencia am Donnerstag. Die Ausbreitung der Brände habe gestoppt werden können und vielerorts seien die Flammen sogar erloschen, teilte der Zivilschutz auf Twitter mit. Zwei große Brände in der Region Bejís im Norden und Vall d'Ebro im Süden der autonomen Gemeinschaft Valencia haben den Angaben zufolge seit Samstag rund 21.000 Hektar Wald- und Buschland vernichtet. Die ersten von etwa 2.000 Evakuierten konnten nach Hause zurückkehren, wie die Zeitung "La Vanguardia" und der staatliche TV-Sender RTVE berichteten.

2022 ist für Spanien das verheerendste Waldbrand-Jahr seit Beginn der Erfassungen durch das europäische Erdbeobachtungssystem Copernicus im Jahr 2000. Bei Hunderten von Waldbränden wurde schon eine Fläche größer als 2.500 Quadratkilometer vernichtet. Experten führen die Entwicklung auf den Klimawandel zurück. Nach Angaben des spanischen Umweltministeriums wurde in den Jahren 1985 und 1994 die Zerstörung noch größerer Flächen registriert, wobei die Erhebungen damals nicht aufgrund von Satellitendaten erfolgten und auch viele sehr kleine Brände berücksichtigt wurden.

In Portugal gab es bei einem Waldbrand in Caldas da Rainha rund 80 Kilometer nördlich von Lissabon Entwarnung. Das Feuer habe unter Kontrolle gebracht werden können, meldete die staatliche portugiesische Nachrichtenagentur Lusa unter Berufung auf den Zivilschutz. Rund 500 Feuerwehrleute seien dort weiter im Einsatz.