Die Bevölkerung wurde aufgerufen, sich keinesfalls dem noch nicht näher identifizierbaren Tier zu nähern oder sich in Wiesen und Wäldern aufzuhalten. Der Geiseltalsee ist ein gefluteter Braunkohletagebau und einer der größten künstlichen Seen in Deutschland. Einen Zoo gibt es in unmittelbarer Nähe nicht.
In der kleinen Stadt Braunsbedra suchen jetzt Polizei und Feuerwehren mit Drohnen und einem Hubschrauber nach dem möglichen Raubtier. Eine erste Sichtung habe es am Freitagabend im Bereich des Hafens von Braunsbedra gegeben, sagte die zuständige Dezernentin des Saalekreises, Sabine Faulstich. Das Video sei sehr sicher keine Fälschung, eine Mitarbeiterin des Landratsamts habe es aufgenommen.
Angeblich ein Puma
"Mit 80-prozentiger Sicherheit handelt es sich um einen Puma", erläuterte Faulstich. Sollte das Tier gesichtet werden, soll es ein Experte betäuben. Anschließend soll es zu einem Zoo gebracht werden. Nach Angaben des Landkreises war in den vergangenen Tagen ein Kalb in der Nähe des Sees gerissen worden. Der Kadaver werde nun genauer untersucht.
"Leider ist das Videomaterial so schlecht, dass eine schlüssige Auswertung nicht möglich ist", sagte der Sprecher des Bergzoos Halle, Tom Bernheim. "Vom Videomaterial kann man höchstens sagen, es könnte eine Großkatze, ein Raubtier sein." Jede andere Aussage wäre unseriös.
Vor zwei Jahren war es ein Wildschwein
Im Sommer vor knapp zwei Jahren sorgte ein ähnlicher Vorfall in Kleinmachnow bei Berlin für Aufsehen: Dort jagten Polizei, Jäger und Tierärzte rund 30 Stunden lang samt Hubschrauber und Drohnen eine vermeintliche Löwin - ausgelöst durch ein Handyvideo. Die internationale Aufmerksamkeit war groß, am Ende stellte sich das angebliche Raubtier als Wildschwein heraus.