"Es ist völlig ausgeglichen", stellte die Chefin des zuständigen Meinungsforschungsinstituts Demoskop, Karin Nelsson, fest. Es könnte sowohl Andersson als auch ihrem Herausforderer Ulf Kristersson zufallen, die nächste Regierung zu bilden. Wie schon nach der letzten Wahl 2018 sehe es nach einer sehr schwierigen Regierungsbildung aus.

Ein ähnliches Bild zeichnete das Wahlbarometer des öffentlichen Rundfunksenders SVT: Dort lag Anderssons linksgerichteter Block zuletzt bei 49,7 Prozent, Kristerssons Lager bei 49,4 Prozent. Eine letzte Umfrage im Auftrag der Tageszeitung "Dagens Nyheter" sieht Anderssons Lager dagegen bei 50,0 und Kristerssons bei 48,2 Prozent.

Andersson führt derzeit eine sozialdemokratische Minderheitsregierung an, die im Reichstag in Stockholm auf Unterstützung der liberalen Zentrumspartei, der Linken und Grünen angewiesen ist. An der Spitze des konservativen Blocks stehen die Moderaten um Parteichef Kristersson. Er hat sich in der vergangenen Mandatsperiode erstmals offen dafür gezeigt, gemeinsame Politik mit den Rechtspopulisten zu machen. Das hat einen triftigen Grund: Den Schwedendemokraten werden über 20 Prozent der Stimmen und damit mehr als den Moderaten vorhergesagt - ohne die daraus resultierenden Mandate dürfte Kristersson keine Chance haben, Ministerpräsident zu werden.