Koulamallah führte aus, dass es insgesamt 24 Angreifer gegeben habe. 18 von ihnen seien getötet und die übrigen sechs verletzt worden. Auf Regierungsseite gab es demnach einen Toten und drei Verletzte.
Boko Haram soll Attacke ausgeführt haben
Journalisten der Nachrichtenagentur AFP hatten zuvor Schüsse in der Nähe des Präsidentenpalastes gehört. Alle Zufahrtsstraßen zum Amtssitz des Präsidenten wurden blockiert und auf den Straßen der Hauptstadt N'Djamena waren Panzer zu sehen.
Aus Sicherheitskreisen hieß es, dass es sich bei den Angreifern um Kämpfer der Jihadistenmiliz Boko Haram gehandelt habe. Diese wird in der Region rund um den Tschadsee von der Armee bekämpft.
Der Angriff ereignete sich wenige Stunden nach dem Besuch des chinesischen Außenministers Wang Yi in N'Djamena. Er war unter anderem von Staatschef Mahamad Idriss Déby Itno empfangen worden.
Manipulationsvorwürfe vor Urnengang
Ende Dezember war im Tschad ein neues Parlament gewählt worden. Die Opposition hatte im Vorfeld Manipulationsvorwürfe erhoben und zum Boykott der Wahl aufgerufen. Die Regierung des zentralafrikanischen Staates in der Sahelzone hatte die Wahl hingegen als wichtigen Schritt zur Beendigung der seit drei Jahren andauernden Militärregierung dargestellt. Die Wahlbeteiligung fiel jedoch niedrig aus.
Déby war im Mai bei einer von der Opposition kritisierten Wahl als Präsident bestätigt worden. Im April 2021 war er von der Armee zum Übergangspräsidenten an der Spitze einer Militärregierung ernannt worden, nachdem sein Vater Idriss Déby Itno von Rebellen getötet worden war. Dieser hatte den seit 1960 unabhängigen Tschad 30 Jahre lang mit harter Hand regiert.
Abkommen mit Frankreich aufgekündigt
Ende November kündigte der Tschad die Sicherheits- und Verteidigungsabkommen mit der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich auf. Drei Wochen später verließen dann die ersten französischen Soldaten das Land.
Aus Mali, Burkina Faso und dem Niger hatte Frankreich seine Soldaten nach Spannungen mit den jeweiligen Machthabern bereits abgezogen. Die in den Ländern regierenden Militärjuntas näherten sich Russland an. Auch der Senegal und die Elfenbeinküste (Côte d'Ivoire) fordern den Abzug der dort stationierten französischen Truppen.