Zu den Demonstrationen in mehreren Vierteln Amsterdams sowie auf dem zentralen Platz vor dem Rijksmuseum hatte die Aktionsgruppe "Nederland in Verzet" ("Niederlande im Widerstand") aufgerufen. Damit sollte an die als "Kaffeeschlacht" bezeichneten gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizisten am 17. Jänner vorigen Jahres erinnert werden. Die seinerzeit oft verbotenen Corona-Demos waren von den Veranstaltern als gemeinsames öffentliches "Kaffeetrinken" deklariert worden.

Die Behörden der niederländischen Hauptstadt erklärten die betroffenen Gegenden am Sonntag zu Sicherheitszonen. Dadurch erhielt die Polizei die Befugnis, Personen präventiv zu durchsuchen. Laut ANP befürchtete sie, dass einige Teilnehmer Feuerwerkskörper oder Waffen bei sich haben. Bürgermeisterin Femke Halsema appellierte an die Demonstranten, sich an die Corona-Regeln zu halten; anderenfalls werde die Polizei eingreifen.

Nach fast vier Wochen hob die Regierung in Den Haag am Freitag einen strengen Corona-Lockdown teilweise auf. Geschäfte, Friseure und Sportclubs sowie Hochschulen dürfen wieder öffnen. Jedoch müssen Gaststätten, Museen, Theater und Kinos weiter geschlossen bleiben.