Nationalistengruß wird zur Losung von Ukraines Elf

Der ukrainische Fußballverband hat den umstrittenen nationalistischen Gruß "Ruhm der Ukraine! - Den Helden Ruhm!" zur offiziellen Losung von Österreichs Gruppengegner (21. Juni) bei der EM gemacht. Zuvor hatte die Europäische Fußball-Union UEFA die Ukraine aufgefordert, den Schriftzug "Den Helden Ruhm!" wegen dessen militärischer Bedeutung von ihren EM-Trikots zu entfernen.

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Am Freitagabend einigten sich die UEFA und der ukrainische Verband darauf, dass der umstrittene Teil der auf den ukrainischen Kragen aufgebrachten Losung überklebt wird. Der Nationalistengruß "Den Helden Ruhm" werde damit hinter der Karte und dem Wappen der Ukraine sein und damit "zu einem wirklichen Schutz für unsere Jungs", teilte der ukrainische Verbandspräsident Andrej Pawelko am Freitagabend bei Facebook mit. Endgültig werde die Frage zur Verwendung des Militärgrußes jedoch erst nach der Europameisterschaft geklärt.

Die Begrüßungsformel werde seit vielen Jahren von "Millionen unserer Fans im Heimatland und der gesamten Welt" verwendet, hatte Pawelko die Losung davor verteidigt. Ebenso wurden die Umrisse der Ukraine mit dem Wappen des Landes als offizielles Fußball-Symbol bestätigt. Am Sonntag (21.00 Uhr) startet die Ukraine in Amsterdam gegen die Niederlande in die Gruppenphase der Europameisterschaft.

Am vergangenen Sonntag hatte der ukrainische Fußballverband die neue Kleidung der Öffentlichkeit präsentiert. Nachbar Russland hatte sofort gegen die Umrisse des Landes einschließlich der von Moskau 2014 annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim protestiert. Auch die ursprünglich auf dem Rücken und im Kragen aufgebrachte Losung wurde kritisiert.

Die Losung "Ruhm der Ukraine!" wird auf den Trikots der Nationalelf bereits seit 2018 verwendet. "Ruhm der Ukraine! - Den Helden Ruhm!" ist seit drei Jahren die offizielle Grußformel von ukrainischer Armee und Polizei. Historisch wurde sie von ukrainischen Nationalisten ab den 1930er-Jahren populär gemacht. Wegen deren Kollaboration mit den deutschen Besatzern während des Zweiten Weltkrieges und wegen ethnischer Säuberungen in der Westukraine durch nationalistische Partisanen war die Losung lange Zeit geächtet.

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