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Wahlen in Burkina Faso von Spannungen überschattet

Überschattet von Betrugsvorwürfen und der Bedrohung durch islamistische Angriffe haben die Menschen im westafrikanischen Staat Burkina Faso am Sonntag einen neuen Präsidenten und ein neues Parlament gewählt. Als Favorit für den Posten des Staatschefs gilt der Amtsinhaber Roch Marc Christian Kabore. Mehrere Oppositionspolitiker prangerten "massiven Wahlbetrug" an und erklärten, sie würden die Ergebnisse nicht anerkennen.

© APA (AFP)
 

Zwölf Herausforderer machen Kabore das Amt streitig, unter ihnen Oppositionsführer Zephirin Diabre und Eddie Komboigo von der Partei des ehemaligen Präsidenten Blaise Compaore. Zusammen mit vier weiteren Kandidaten warnten Diabre und Komboigo vor groß angelegtem Betrug durch den Amtsinhaber. "Es ist klar, dass es eine große Operation gibt, die vom Machthaber angeleitet wird", sagte Diabre. Das Ziel sei es, durch Manipulation einen Sieg Kabores bereits im ersten Wahlgang zu erreichen. Besonders besorgt sei er über "den Kauf von Stimmzetteln" und "die Manipulation der Wählerliste", fügte Diabre hinzu.

Sollte Kabore wie bereits 2015 in der ersten Runde mehr als 50 Prozent der Stimmen erzielen, wäre ein zweiter Wahlgang nicht nötig. Der amtierende Präsident gab seine Stimme Sonntagfrüh in Ouagadougou ab. Er wies die Betrugsvorwürfe zurück und rief die Bürger auf, weiter abzustimmen. "Streiten können wir an einem anderen Tag", fügte er hinzu.

Insgesamt waren rund 6,5 Millionen Menschen zur Wahl aufgerufen. In etwa einem Fünftel des Landes konnten die Bürger ihre Stimme jedoch nicht abgeben, weil dschihadistische Milizen das Gebiet kontrollieren und es dort beinahe täglich Anschläge gibt. In den betroffenen Gebieten wurden nach Behördenangaben während der Wahl Sicherheitskräfte eingesetzt; deren genaue Anzahl wurde jedoch nicht bekannt gegeben.

Die Jihadistischen Angriffe waren auch im Wahlkampf das vorherrschende Thema: Die meisten Oppositionskandidaten warfen Präsident Kabore Versagen bei der Eindämmung des Konflikts vor und forderten einen Dialog mit den Jihadisten.

Der Urnengang wurde auch vom Tod eines US-Bürgers überschattet, der am Samstag von Soldaten vor dem Militärstützpunkt Baba Sy in der burkinischen Hauptstadt Ouagadougou erschossen wurde. Der Mann sei dort auf und ab gegangen und habe "verdächtig" gewirkt, hieß es aus Sicherheitskreisen. Nachdem er den Aufforderungen der Soldaten nicht nachgekommen sei und einen Fluchtversuch unternommen habe, hätten die Soldaten auf ihn geschossen. Es sei ein "bedauernswerter Unfall" gewesen.

2018 waren bei gleichzeitigen Angriffen auf den Generalstab der Armee und die französische Botschaft in Ouagadougou acht Angehörige des Militärs getötet worden. Bei Jihadistischen Gewalttaten wurden in den vergangenen fünf Jahren mehr als 1.200 Menschen getötet. Allein in den vergangenen zwei Jahren wurden rund eine Million Menschen in die Flucht getrieben.

Neben der jihadistischen Gewalt im Norden des Landes kommt es auch immer wieder zu gewaltsamen Konflikten zwischen ethnischen Gruppierungen. Menschenrechtler werfen regierungsnahen Milizen und der Armee Massaker an der Volksgruppe der Fulani vor.

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