"Das zweite Schwert. Eine Maigeschichte" heißt das eben ausgelieferte Buch, und es spielt zur Zeit der französischen Osterferien. Der Erzähler, wiewohl eben erst von einer längeren Abwesenheit nach Hause gekommen und glücklich über sein ihm Heimat gewordenes Refugium südlich von Paris, wird unruhig und will schon wieder aufbrechen. Einem längeren, pathetischen Aufbrechen folgt der Beginn einer kleinen Reise. Das kommt dem Leser aus einigen von Handkes Büchern sehr bekannt vor, und genauso hat auch sein letzter Roman begonnen, "Die Obstdiebin oder Einfache Fahrt ins Landesinnere". Zwei Dinge sind diesmal anders. Der Dichter stellt seinen Hang zur Selbststilisierung mehr als sonst ins Zentrum der Geschichte. Und der Erzähler nimmt die neue Straßenbahn.
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Handkes erstes Buch als Nobelpreisträger
Die Schwedische Akademie kann sich bestätigt fühlen: "Für ein einflussreiches Werk, das mit sprachlicher Genialität die Peripherie und die Spezifität der menschlichen Erfahrung erforscht", hat sie im Vorjahr Peter Handke den Nobelpreis verliehen. In seinem ersten Buch als Preisträger streift er nun an der Pariser Peripherie herum, lässt Mensch und Natur auf sich wirken und horcht in sich hinein.
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