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Syrische Kurden übergaben Waisen belgischer IS-Anhänger

Kurdische Behörden im Nordosten Syriens haben fünf Waisen von belgischen Anhängern der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) an Belgien übergeben. Auf Anfrage der Regierung in Brüssel habe die Selbstverwaltung Nord- und Ostsyriens am Donnerstag fünf verwaiste belgische Kinder von IS-Familien an eine Delegation des belgischen Außenministeriums in der Stadt Ain Issa übergeben.

 

Das schrieb der kurdische Außenbeauftragte Abdulkarim Omar im Kurzbotschaftendienst Twitter. Belgien hatte zuvor angekündigt, sechs IS-Waisen einreisen zu lassen. Warum nur fünf an die belgische Delegation übergeben wurde, blieb zunächst unklar.

Die Kinder und Jugendlichen seien in den von syrischen Kurden verwalteten Lagern im Nordosten des Landes ganz allein und hätten keine Unterstützung, begründete der belgische Minister für Finanzen und Entwicklungszusammenarbeit Alexander De Croo die Entscheidung seiner Regierung. Es ist das erste Mal, dass Belgien eine solche Rückführung organisiert.

"Es kommt nicht infrage, Eltern zurückzunehmen, die entschieden haben, sich terroristischen Gruppen anzuschließen. Aber diese Kinder haben keine Wahl getroffen", sagte De Croo einem öffentlich-rechtlichen Radiosender. Die vier Jungen und zwei Mädchen im Alter zwischen sechs und 18 Jahren sollen in den nächsten Stunden oder Tagen in Belgien eintreffen, wie der Sender RTBF berichtete.

Die Hilfsorganisation Child Focus und der belgische Generalabgeordnete für Kinderrechte hatten sich für die Rückkehr der Kinder und Jugendlichen eingesetzt. Übereinstimmenden Quellen zufolge leben immer noch zwischen 50 und 60 belgische Minderjährige in den kurdischen Lagern Al-Hol, Rojj und Ain Issa in Syrien.

Seit 2012 waren mehr als 400 Belgier nach Syrien gereist, um sich den Dschihadisten im Kampf gegen das Regime des syrischen Machthabers Baschar al-Assad anzuschließen. Ende 2018 galten noch rund 150 von ihnen als "vor Ort aktiv".

Seit der Einnahme der letzten Bastion der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) im Osten Syriens Ende März halten die syrischen Kurden tausende ausländische Dschihadisten und ihre Angehörigen in Gefängnissen und Lagern fest. Seit Monaten drängen sie die Heimatländer, ihre Staatsbürger zurückzunehmen. Die meisten europäischen Staaten sträuben sich dagegen.

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