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Papst empfing Eurolinken-Präsident Gregor Gysi

Der Präsident der Europäischen Linken, Gregor Gysi, ist am Mittwoch mit Papst Franziskus zusammengetroffen. Er habe ihm vorgeschlagen, eine Weltarmutskonferenz unter dem Dach der UNO zu initiieren, sagte Gysi laut Kathpress nach dem Treffen. Bei einem Gespräch im Staatssekretariat des Vatikan sei man der übereinstimmenden Meinung gewesen, dass Mauern keine Lösung im Umgang mit Flüchtlingen seien.

© APA (AFP)
 

Weiter sagte Gysi (71): "Menschenrechte sind immer und in jeder Situation zu gewähren, wobei weder die Religion, noch die Hautfarbe eine Rolle spielen dürfen." Gysi, langjähriger deutscher Spitzenpolitiker, hatte im März der österreichischen Zeitschrift "miteinander" ein langes Interview gegeben. Darin gab er sich als Fan von Papst Franziskus zu erkennen.

Trotz aller Kritik, die er am Papst in Fragen der Sexualmoral, des Umgangs mit Homosexualität oder den Missbrauchsfällen anbringen müsse, so sei Franziskus "mit seinen immer wieder geäußerten Positionen zum Frieden und seiner Bedrohung und zu den sozialen und ökologischen Folgen kapitalistischen Wirtschaftens ein wichtiger Impulsgeber für die gesellschaftliche Entwicklung". Angesichts dessen müsse er den Papst sogar "häufig gegenüber Katholiken verteidigen", so der Politiker.

Gysi, der sich selbst als nicht-gläubig bezeichnet, würdigte in dem Interview den Wert der Religionen für die Regeneration von Wert- und Moralvorstellungen in der Gesellschaft: So sehe er zur Zeit nur die Religionen in der Lage, "grundlegende Moral- und Wertvorstellungen allgemeinverbindlich in der Gesellschaft" prägend zur Geltung zu bringen. Die Linke habe ihre Kraft in dieser Hinsicht spätestens seit dem Ende des real existierenden Sozialismus "für längere Zeit verwirkt"; die Rechte ordne indes Wert- und Moralvorstellungen den wirtschaftlichen Imperativen unter - "der Markt aber kann keine Moral- und Wertvorstellungen hervorbringen".

Keinen Zweifel ließ Gysi daran, dass es eine starke Linke in Europa "als Gegenüber zu den Rechtsaußen" brauche: Weder die Globalisierung noch die ökologische Frage oder die eskalierenden kriegerischen Konflikte lassen sich laut Gysi schließlich "mit dem extremen nationalen Egoismus a la Trump, Orban oder Strache beantworten". Allerdings brauche es dazu eine neue linke Kraft, da die bisherigen linken Kräfte "historisch versagt" haben.

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