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Mercedes siegt weiter, Ferrari kämpft um Harmonie

Der 1.000. Grand Prix in der Formel-1-Geschichte wird nicht als einer der spektakulärsten in die einschlägigen Jahrbücher kommen. Mercedes machte in China alles richtig und feierte mit Lewis Hamilton und Valtteri Bottas den schon dritten Doppelsieg 2019. Ferrari hingegen schoss sich mit einer Stallorder ein weiteres Eigentor. Für Red Bull war wie zuletzt Max Verstappens vierter Platz das Maximum.

© APA (AFP)
 

"Lewis Hamilton hat den Großen Preis von China in einem der einfachsten Rennen seiner langen Karriere gewonnen. Mit Leichtigkeit übertraf der Engländer seinen Teamkollegen", fasste die spanische Sportzeitung "Marca" das in Shanghai gebotene Schauspiel zusammen. "Im 1000. Rennen der Formel 1 lieferte Hamilton - der britische Star und statistisch wohl beste Fahrer, der je gelebt hat - eine weitere makellose Leistung ab, indem er zum sechsten Mal in China gewann."

Sebastian Vettel kam als Dritter auch dank der Boxenregie auf das Podest, nachdem ihn die Ferrari-Strategen in der elften Runde am aufstrebenden Teamkollegen Charles Leclerc vorbeigelotst hatten. Für viele Experten wie ORF-Co-Kommentator Alexander Wurz kam dieser Wechsel zu spät, da Vettel seine Reifen zu diesem Zeitpunkt schon zu arg ramponiert haben dürfte, um die "Silberpfeile" noch einholen zu können.

Leclerc konnte sich bissige Kommentare per Funk nicht verkneifen. Klar ist, der 21-Jährige ist kein Kimi Räikkönen, der die Rolle als Vettel-Nebenmann jahrelang mit stoischer Gelassenheit ausfüllte. Nur widerwillig machte der Monegasse Platz. "Wenn du mit so etwas anfängst, wird es sehr kompliziert werden", kommentierte Mercedes-Teamchef Toto Wolff die Ferrari-Aktion auf dem Shanghai International Circuit. "Du schaffst einen Präzedenzfall."

Der Wiener weiß, wovon er redet, diverse Vorfälle aus den Zeiten von Nico Rosberg und Hamilton als Teamkollegen sind ihm noch gut in Erinnerung. Um den Zweikampf zu befrieden, führten die Mercedes-Chefitäten damals sogar einen Verhaltenskatalog ein. So weit will es Ferrari nicht kommen lassen.

"Es war schwer, die Order auszugeben", räumte Teamchef Mattia Binotto ein. "Ich muss Charles dafür danken, wie er sich verhalten hat", meinte Binotto auch noch. In der Gesamtabrechnung verlor die Scuderia aber einen Rang, da Leclerc, der als Vierter gestartet war, diese Position im weiteren Verlauf an Verstappen abgeben musste.

Unter dem Strich war das China-Wochenende für Ferrari und Vettel ein erneuter Rückschlag im Titelkampf. Die Italiener stehen nach den ersten drei Rennen mit gerade mal zwei dritten Plätzen da. Als WM-Vierter liegt der 31-Jährige schon 31 Punkte hinter dem neuen Führenden Hamilton. Vier vergebliche Anläufe mit Ferrari zehren ohnehin schon an den Nerven des Deutschen.

Die bewies er am Sonntag aber im Zweikampf mit Verstappen, dessen Überholmanöver er sofort ungeschehen machte. Der Niederländer musste sich am Ende wie in Bahrain mit Rang vier begnügen. "Es war ein guter Zweikampf mit Seb, als er mit kälteren Reifen aus der Box rausgefahren ist, das hat Spaß gemacht. Das war mein einziger Versuch, und ich habe es probiert", meinte der 21-Jährige, der als Dritter in der WM-Wertung mitmischt.

Verstappen ist bei Red Bull mehr oder weniger auf sich gestellt, Teamkollege Pierre Gasly kann noch nicht mithalten. Der Franzose wurde zwar Sechster in Shanghai, der Punkt für die schnellste Rennrunde nach einem Reifenwechsel zum Schluss war nicht viel mehr als eine nette Zugabe. "Wir können mit dem Resultat als Team zufrieden sein", konstatierte Verstappen. "Wir brauchen etwas mehr, um Mercedes und Ferrari anzugreifen, aber wir sind in einer guten Position und sammeln jedes Reden solide Punkte."

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