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Offener BriefMahnung für Kurz, Strache betont erneut Abgrenzung von Identitären

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hat am Dienstag erneut seine Distanz zur Identitären Bewegung betont. "Die Identitären sind ein Verein, mit dem die FPÖ nie etwas zu tun gehabt hat", sagte er bei einem Besuch der Justizanstalt Stein.

© APA
 

"Ich kenne weder den Herrn Sellner noch andere, die dort in Funktionen tätig sind", erklärte Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache in Stein. Er erinnerte an seine "klaren und deutlichen Worte" am Wochenende beim oberösterreichischen FPÖ-Landesparteitag. Es gebe eine Trennlinie, diese sei "seit Samstag auch zu leben". Es gelte: "Entweder bei der FPÖ oder bei einer anderen Organisation oder Partei." Dass er hier klein beigegeben habe, wies Strache zurück: "Das ist ja ein Unsinn."

Von einem in Social Media aufgetauchten Foto, das Strache angeblich bei einem einschlägigen Event der Wiking-Jugend zeigen soll, wollte der FPÖ-Chef nichts wissen. "Ich war 1993 bei keinem Aufmarsch", betonte er. Er könne sich nur wundern, was alles hineingeheimnist werde.

Davon abgesehen: "Man kennt die Leute ja gar nicht." Daher könne man auch nicht wissen, was die Person, die sich für ein Foto dazustelle, in ihrer Freizeit tue, so Strache.

Mahnung für Kurz

Spitzenvertreter jüdischer und antifaschistischer Organisationen sowie KZ-Überlebende fordern Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) unterdessen in einem Offenen Brief zur konsequenten Haltung gegenüber rechtsextremen Tendenzen in der Regierung auf. Sollte er nicht durchsetzen, dass sich die FPÖ glaubwürdig von den Identitären trennt und sonstige rechtsextreme Aktivitäten einstellt, wäre eine weitere Zusammenarbeit "untragbar".

Ariel Muzicant (Vizepräsident des Europäischen Jüdischen Kongresses), Rudolf Edlinger (Präsident des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes), Josef Pumberger (Generalsekretär Katholische Aktion Österreich) und Willi Mernyi (Vorsitzender des Mauthausen Komitees Österreich) sowie zahlreiche KFZ-Überlebende verweisen auf das aktuelle Rekordniveau an rassistischen und antisemitischen Übergriffen in Österreich. "Neu und bedrohlich" sei, dass "rechtsextreme Aktivitäten aus einer Regierungspartei kommen", wird auf weit über 100 seit 2013 vom Mauthausen Komitee dokumentierte "Einzelfälle" von FPÖ-Politikern verwiesen.

"Kündigung von Mietverträgen reicht nicht"

Die Unterzeichner begrüßen, dass Kurz zu den engen Verbindungen der FPÖ mit den Identitären klar Position bezogen habe. Aber es deute "noch wenig darauf hin", dass sich die FPÖ glaubwürdig von dieser rechtsextremen Gruppe trenne: "Die Kündigung von ein oder zwei Mietverträgen reicht dafür sicher nicht aus." Deshalb müsse Kurz "seinen Worten Taten folgen lassen", wird in dem Offenen Brief appelliert.

Kommentare (4)
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create
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Enweder leidet Hr Strache an Demenz, oder seine, wohlgemerkt zurückgezogene, Klage gegen Fußi

hat ihn nichts gelehrt? Ein Foto von HC an einem Tisch sitzend mit Vertretern der Identitären. Gut, ein zufälliges Zusammentreffen am Stehtisch, rechts neben der Tür, kann ja wirklich auch zufällig zustandekommen, da kann sich natürlich jemand einfach so dazustellen, von dem man nicht weiß, was er so in seiner Freizeit macht. Am Tisch sitzend, vor gekreuzten Säbeln, mit Gedeck vor sich... da wird´s schwierig, sich rauszureden.
Aber seit Samstag ist die Trennlinie zu leben. Ob Sellner und Co dies auch so sehen, bzw so hinnehmen, ist fraglich. Ich könnte mir vorstellen, die Kommunikation zw FPÖ und Identitären ob gewisser Dokumentation erreicht im Moment ihren Höhepunkt!

handlelightd
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...

"Strache betont erneut Abgrenzung von Identitären" - und niemand glaubt's.

P.S.: Nicht mal er selbst.

Lodengrün
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Er kennt

Kickl, Eustacchio, Sickl.... . Sind die niemand?

Mr.T
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Der Basti...


... weiß natürlich über die rechtsextremen Aktivitäten seines Koaltionspartners Bescheid... nicht nur das... es ist ihm auch komplett egal... Hauptsache ist, dass er die Aufträge von IV und WK abarbeiten kann...

... weil irgendwann ist es mit dem Bundeskanzler spielen vorbei... und dann kommt auch die „Bezahlung“ von der IV und der WK!!!

Und weil da nicht nur Peanuts auf ihn wartet und muss er das jetzt so akzeptieren wie es ist... jedes Lippenbekenntnis reicht ihm... Hauptsache die Regierung hät...