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Identitären-Sprecher beklagt mediale "Vorverurteilung"

Identitären-Sprecher Martin Sellner hat am Freitagnachmittag doch noch einen kurzen Presseauftritt absolviert. Da das ursprünglich von ihm gewählte Cafe in Währing aufgrund des angekündigten Pressestatements kurzfristig zusperrte, verlegte Sellner das Statement in den Türkenschanzpark. Umringt von einer Traube aus Journalisten und Polizisten beklagte er die "mediale Vorverurteilung" seiner Person.

© APA
 

Der Betreiber des Cafes in Wien-Währing kündigte bereits im Vorfeld an, das Lokal vorübergehend zu schließen. "Wir wollen keine politischen Inszenierungen", sagte der Betreiber gegenüber der APA. Ein vor dem Lokal aufgestelltes Schild wies die Gäste darauf hin, dass das Lokal ab 15 Uhr geschlossen wird: "Hier kann man gerne Kaffee trinken - aber wir bieten keine Bühne für politische Inszenierungen!!"

Sellner nutzte die Gelegenheit, um sich im Türkenschanzpark erneut als Opfer darzustellen und aus dem Manifest des Attentäters zu zitieren. Dieser habe mit seiner Spende an Sellner den Identitären schaden wollen, zeigte er sich überzeugt. Er zitiere das Manifest nicht, um die "kranken Ideen" des Attentäters zu verbreiten, sondern um dessen Strategie zu erklären, versicherte Sellner. Denn der Attentäter habe "gemäßigtere Gruppen" aus dem Weg räumen wollen.

Die "Vorverurteilung" durch die Medien und das "völlig überzogene" Verhalten der Behörden bringe ihn und seine Familie in Gefahr, meinte Sellner. Dem Ergebnis der Hausdurchsuchung, das er für Ende kommender Woche erwartet, sehe er aber gelassen entgegen, betonte er einmal mehr. Er bekräftigte, abgesehen von einem Dankesmail wegen der Spende keinen weiteren Kontakt zum Attentäter gehabt zu haben.

Um auf die seiner Meinung nach ungerechtfertigte Reaktion auf die Spende hinzuweisen, habe er selbst nun 15 Euro an die SPÖ gespendet. Die SPÖ habe zum Attentäter jetzt "eine ähnlich große Verbindung" wie er, meinte Sellner.

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