Groß war die Freude auch bei den Gewinnern der heurigen Filmpreise. Sudabeh Mortezai erhielt die Auszeichnung für ihr Prostituiertendrama "Joy". "Es ist nicht nur für mich eine persönliche Anerkennung - solch ein Preis ist auch eine Chance für den Film", so die Regisseurin: "Vielleicht kann so ein Film zumindest eine kleine Dosis Gegengift sein gegen die Atmosphäre von Angst und Hass."

Christian Frosch wurde für sein Dokudrama "Murer - Anatomie eines Prozesses" als wichtiges Dokument der unaufgearbeiteten österreichischen NS-Vergangenheit gewürdigt, die bis heute nachwirke. "Widerständige Projekte können scheitern, Projekte ohne Widerstand sind schon gescheitert", zeigte sich Frosch überzeugt.

Der Erste Bank MehrWERT-Filmpreis ging ex aequo an die in Wien lebende Sara Fattahi für ihr Essay "Chaos" und den Wiener Wolfgang Fischer für seine Flüchtlingsparabel "Styx". Beide können je einen Monat in New York verbringen, wo es auch eine Werkschau in den Anthology Film Archives geben wird.

Der Preis der "Standard"-Leserjury ging an Roberto Minervinis afroamerikanische Studie "What You Gonna Do When The World"s On Fire?". Der Regisseur bedankte sich mit einer politischen Videobotschaft und einem Versprechen: "Das nächste Bier geht auf mich!". Und schließlich ging der FIPRESCI-Preis der internationalen Filmkritik an Cesar Vassyies ebenfalls politischer Bestandsaufnahme "Ne travaille pas". "Schade, dass ich heute Nacht nicht mit euch tanzen kann", bedankte sich Vassyies via Video.

Das wäre im Fall der Fälle im Museumsquartier möglich gewesen. Denn wer die Viennale nicht mit einem Film, sondern einer Party beenden wollte, für den bot das dortige Festivalzentrum ein letztes Mal dazu die Gelegenheit. Für 22 Uhr war dort mit Musik von Electric Indigo der Schlusspunkt zum Partyreigen 2018 angesetzt.