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Polizei setzte Räumung im Hambacher Forst fort

Der deutsche Energiekonzern RWE will für den Braunkohleabbau mehr als 100 von verbliebenen 200 Hektar im Hambacher Forst, einem Wald in Nordrhein-Westfalen, abholzen. Dagegen gibt es seit langem heftige Proteste von Besetzern. Die Polizei hatte am Donnerstag mit der Räumung der Baumhäuser von Umweltschützern und Braunkohlegegnern begonnen und die Aktion am Freitag fortgesetzt.

© APA (dpa)
 

Die Kohlegegner, unter ihnen befindet sich nach einem Bericht das Tageszeitung "Der Standard" ein 30-jähriger Steirer, seien erneuten Aufforderungen der Behörden zum Verlassen der Baumhäuser nicht gefolgt, teilte die Aachener Polizei mit. Die Behörde rief dazu auf, sich von gewalttätigen Aktionen zu distanzieren.

Eine Gruppe von 18 Kohlegegnern ließ sich demnach Freitag früh von den Einsatzkräften wegtragen. "Die noch derzeit in den Baumhäusern befindlichen Personen verrichten derzeit ihre Notdurft unmittelbar über den eingesetzten Polizeibeamten und weigerten sich, die Baumhäuser zu verlassen", berichtete die Polizei. Insgesamt befanden sich bis einen Tag nach Beginn des Räumungseinsatzes sechs Menschen wegen Widerstandshandlungen gegen Vollstreckungsbeamte und Landfriedensbruch im Gewahrsam. Laut Polizei wurden Beamte und Einsatzfahrzeuge mit Molotowcocktails beworfen und mit Steinschleudern beschossen.

Der Energiekonzern RWE will ab Mitte Oktober einen weiteren Teil des Hambacher Forsts roden, um seinen angrenzenden Braunkohletagebau zu erweitern. Begründet wurde die Räumung von den Behörden aber nicht damit, sondern mit Brandschutzbedenken. Kritiker halten dies für vorgeschoben. Die Räumung der jahrelang geduldeten Baumhäuser im Hambacher Forst könnte noch wochenlang dauern. Es handelt sich um einen der größten Polizeieinsätze in der Geschichte Nordrhein-Westfalens.

Herbert Reul (CDU), Innenminister des Bundesland, hat die umstrittene Räumung am Freitag verteidigt. "Jetzt sind da Menschen, die haben auf fremden Gelände schwarz gebaut, beachten keine Bauvorschrift, keine Brandvorschrift, wehren sich auch noch, sind kriminell, greifen noch Polizisten an, also werden straffällig, und da soll ich nicht eingreifen?", sagte er am Freitag im Radio. Der Wald ist seit rund sechs Jahren besetzt.

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