Afghanistan startet Wählerregistrierung für Parlamentswahl

Die afghanischen Behörden haben mit der Registrierung der Wähler für die Parlamentswahl im Oktober begonnen. In mehr als 7.000 Wahlzentren können sich volljährige Afghanen seit Samstag zwei Monate lang für die Wahl registrieren lassen. Die Wahlkommission hofft darauf, dass sich 14 Millionen Stimmberechtigte ins Wahlregister eintragen lassen.

© APA (AFP)
 

Das größte Problem dabei sei die "Unsicherheit" vor allem auf dem Land, sagte Kommissionschef Abdul Badie Sajad. Die Behörden rechnen seinen Angaben zufolge damit, dass neben den radikalislamischen Taliban und der Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) auch örtliche Anführer und Milizen versuchen werden, die Abstimmung zu stören.

Ein weiteres Problem sei fehlendes weibliches Personal in den Wahlzentren, vor allem in konservativen ländlichen Regionen. "Frauen werden von ihren Familien dann nicht die Erlaubnis bekommen, in die Wahlzentren zu gehen, weil sie dort ihre Burka ablegen müssen, um ihr Gesicht zu zeigen", sagte Sajad.

Afghanistan will am 20. Oktober die seit drei Jahren überfällige Parlamentswahl nachholen. Die Abstimmung sollte ursprünglich schon 2015 stattfinden, wurde aber wegen Sicherheitsbedenken und logistischen Problemen immer wieder verschoben. Die Wahl gilt als Generalprobe für die Präsidentschaftswahl, die im April 2019 stattfinden soll.

Bei der Wahl werden die 249 Parlamentssitze neu vergeben, für eine reguläre Amtszeit von fünf Jahren. Zeitgleich sollen in rund 400 Bezirken Regionalwahlen abgehalten werden - auch wenn viele der Bezirke nicht von Kabul kontrolliert werden. Die Taliban haben seit dem Abzug der NATO-Kampftruppen 2014 große Teile des Landes zurückerobert und in den vergangenen Monaten vermehrt Anschläge in Kabul verübt.

Im Oktober 2017 kontrollierten Rebellen wie die Taliban und die IS-Miliz fast die Hälfte der afghanischen Bezirke, wie die US-Behörde für den Wiederaufbau in Afghanistan (Sigar) im Jänner mitteilte. Das waren doppelt so viele wie 2015. Gleichzeitig fiel die Zahl der Bezirke unter Regierungskontrolle auf den niedrigsten Stand seit Dezember 2015.

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