US-Vizepräsident fordert weitere Sanktionen gegen Venezuela

Beim Amerika-Gipfel in Peru hat US-Vizepräsident Mike Pence weitere Sanktionen gegen Venezuela gefordert. Die Regierung von Staatschef Nicolas Maduro müsse weiter isoliert werden, sagte Pence am Freitag bei einem Treffen mit Vertretern der venezolanischen Opposition. Die USA, Kanada und die EU haben bereits eine Reihe von Vertretern des südamerikanischen Landes mit Sanktionen belegt.

© APA (AFP)
 

Pence kündigte in der peruanischen Hauptstadt Lima auch an, dass die USA zusätzliche 16 Millionen Dollar (knapp 13 Millionen Euro) an humanitärer Hilfe bereitstellen würden für Venezolaner, die aus ihrem Land geflohen seien. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) haben fast eine Million Menschen Venezuela in den vergangenen zwei Jahren verlassen. Maduro ist nicht zu dem zweitägigen Gipfel in Lima eingeladen. Pence vertrat US-Präsident Donald Trump, der seine erste Lateinamerika-Reise wegen des Syrien-Konfliktes vor einigen Tagen abgesagt hatte.

In Venezuela vollzieht sich seit Monaten ein Machtkampf zwischen der linksnationalistischen Regierung unter Präsident Maduro und der Mitte-rechts-Opposition. Kritiker im In- und Ausland werfen der Regierung vor, sie schaffe die Demokratie in dem wirtschaftlich schwer gebeutelten Ölstaat ab und wolle eine Diktatur errichten. Bei Zusammenstößen von Demonstranten mit den Sicherheitskräften wurden im vergangenen Jahr 125 Menschen getötet.

Am 20. Mai soll die Präsidentenwahl stattfinden. Die Opposition des Landes kritisiert seit Jahren Repressalien und Betrug bei Abstimmungen. In Venezuela herrscht eine schwere Wirtschaftskrise, für die Maduro eine Verschwörung westlicher Staaten gegen seine Regierung verantwortlich macht. Kritiker Maduros sehen die Ursachen dagegen in seiner sozialistischen Wirtschaftspolitik.

Staats- und Regierungschefs aus Nord-, Mittel- und Südamerika sowie der Karibik tagen am Freitag und Samstag in der peruanischen Hauptstadt. Pence brach das Gipfelbankett am Freitagabend plötzlich ab und kehrte in sein Hotel zurück, weil Trump in Washington den US-Angriff in Syrien bekannt gab.

Kommentieren