Musikwelt nach Tod von Linkin-Park-Sänger geschockt

Nach dem überraschenden Tod von Linkin-Park-Sänger Chester Bennington ist die Musikwelt geschockt. "Wirklich das eindrucksvollste Talent, das ich jemals live gesehen habe. Stimmenbestie", schrieb Sängerin Rihanna auf Instagram. "Er und Linkin Park waren die freundlichsten Leute, die du hoffen konntest zu treffen", twitterte Rockmusiker Ryan Adams. Bennington wurde 41 Jahre alt.

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© APA (dpa)
 

Der Frontmann der amerikanischen Rockband Linkin Park war am Donnerstagmorgen tot in seinem Haus in Los Angeles gefunden worden. Er hinterlässt seine Frau und sechs Kinder. Möglicherweise habe Bennington Suizid begangen, sagte Gerichtssprecher Brian Elias der Deutschen Presse-Agentur. Der Vorfall werde aber noch untersucht. In einer ersten Reaktion hatte Benningtons Bandkollege Mika Shinoda auf Twitter geschrieben, er sei "schockiert und untröstlich". Bennington war der Leadsänger der Gruppe Linkin Park, die mit ihrem Debüt "Hybrid Theory" 2000 sehr erfolgreich auf der Bildfläche erschienen ist. Seitdem landete das Sextett mit ihrer radiotauglichen Nu-Metal-Variante etliche Hits.

Der Sänger hatte in der Vergangenheit offen über seine Depressionen und Suchtprobleme gesprochen. In Interviews gab er auch an, als Bub von einem älteren Bekannten sexuell missbraucht worden zu sein. Das habe sein "Selbstvertrauen zerstört", sagte er 2014 der britischen Musikseite "Team Rock". "Wie die meisten Leute hatte ich zu viel Angst, etwas zu sagen. Ich wollte nicht, dass die Leute denken, dass ich schwul bin oder lüge." Als Bennington elf Jahre alt war, ließen sich seine Eltern scheiden.

US-Medien berichten, dass Fans Stunden nach der Todesmeldung Blumen vor dem Haus des Sängers abgelegt haben. Auch Bandkollegen seien vorgefahren. Die Musiker waren den Angaben zufolge am Donnerstag für ein Foto-Shooting in Hollywood verabredet. Sie wollten Ende des Monats auf Tournee gehen und hatten noch am Morgen ein Musikvideo zu ihrem Song "Talking To Myself" veröffentlicht. Er entstammt der jüngsten, heuer veröffentlichten Platte "One More Light", die von der Gruppe auch beim Nova Rock im Burgenland mit einem Auftritt promotet wurde.

"Chester war einer der nettesten Männer, die ich in meiner Show hatte", schrieb Star-Moderator Jimmy Kimmel auf Twitter. "Man wird ihn schrecklich vermissen." In einer Mitteilung würdigte die Recording Academy, die alljährlich die Grammy-Trophäen verleiht, die Verdienste des zweifachen Grammy-Preisträgers. Er sei ein "Held des Hard Rock" mit einer enormen Stimmbreite und einer starken Bühnenpräsenz gewesen. Hierzulande widmet sich u.a. Ö3 der Karriere des Musikers und sendet am Sonntag in "Solid Gold" (19.00 Uhr) Auszüge aus früheren Interviews.

Bennington hatte sich Zeit seiner Karriere auch bei anderen Projekten eingebracht. So sprang er 2013 kurzzeitig als Frontmann für die Stone Temple Pilots ein. Zuvor hatte sich die Grunge-Band von Sänger Scott Weiland getrennt, der wenig später an einer Überdosis starb. Der Tod einer weiteren Grunge-Größe, von Soundgarden-Frontmann Chris Cornell vor zwei Monaten, hatte Bennington zuletzt tief bewegt. "Ich kann mir keine Welt ohne dich vorstellen", schrieb er damals über den Verlust seines Freundes. Cornell wäre am Donnerstag 53 Jahre alt geworden.

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