Wildlife Photographer of the Year Foto-Award

Das Naturhistorische Museum in London kürte wieder die besten Wildlife-Fotografien.

Alle Jahre wieder wählt das Natural History Museum in London im Rahmen des "Wildlife Photographer of the Year Award" aus Zehnttausenden Naturfotos die schönste und wertvollsten aus. Einen sehr innigen Moment konnte Brent Stirton in Südafrika festhalten: Diese Schimpansen werden in einem speziellen Rehabilitations-Zentrum wieder aufgerichtet - viele wurden durch Menschenhand psychisch traumatisiert bzw. körperlich verletzt und verloren ihre Eltern.

(c) Brent Stirton (Wildlife Photographer of the Year)

Stefano Unterthiner (Italien) beobachtete zwei Svalbard-Rentiere, als sie um die Kontrolle über einen Harem kämpften. Stefano folgte diesen Rentieren während der Brunftzeit. Als er den Kampf beobachtete, fühlte er sich in "den Geruch, den Lärm, die Müdigkeit und den Schmerz" eingetaucht. Die Rentiere kollidierten mit den Geweihen, bis das dominante Männchen (links) seinen Rivalen verjagte und sich die Gelegenheit zur Fortpflanzung sicherte.

(c) Stefano Unterthiner (Wildlife Photographer of the Year)

Auf ein ganz anderes Motiv setzte Alexander Mustard in Großbritannien: Ein Geisterpfeifenfisch, der sich zwischen den Armen eines Federsterns versteckt, im perfekten Augenblick abgelichtet.

(c) Alexander Mustard (Wildlife Photographer of the Year)

Angel Fitor aus Spanien bietet einen intimen Einblick in das Leben der Buntbarsche im Tanganjikasee: Zwei männliche Buntbarsche kämpfen von Kiefer zu Kiefer um ein Schneckenhaus. In der halbvergrabenen Schale befindet sich ein Weibchen, das bereit ist, Eier zu legen. Drei Wochen lang überwachte Angel den Seeboden auf der Suche nach solchen Streitigkeiten. Das Beißen und Schieben dauerte an, bis der schwächere Fisch nachgan - dieser Kampf war in Sekunden vorbei, aber er dauerte gerade lange genug, damit das Foto gelang.

(c) Angel M. Fitor (Wildlife Photographer of the Year)

Das "perfekte" Foto für alle mit Spinnenphobie: Gil Wizen (Israel/Kanada) schaute unter sein Bett, nachdem er überall in seinem Schlafzimmer winzige Spinnen bemerkt hatte. Dort bewachte die brasilianische Wanderspinne, eine der giftigsten Spinnen der Welt ihre Brut. Bevor er sie sicher ins Freie verlegte, fotografierte er die handgroße Achtbeinige aus extremer Perspektive, um sie noch viel größer erscheinen zu lassen.

(c) Gil Wizen (Wildlife Photographer of the Year)

Gil Wizen hatte noch ein zweites Foto in petto: Er fand eine Fischspinne, die Seide aus ihren Spinndüsen absonderte, um diese zu einem Eiersack zu verweben. Jede Störung hätte dazu geführt, dass die Spinne ihr Projekt aufgibt. "Die Aktion der Spinndüsen erinnerte mich an die Bewegung menschlicher Finger beim Weben", so Gil.

(c) Gil Wizen (Wildlife Photographer of the Year)

Adam Oswell (Australien) fotografierte Zoobesucher, die einen jungen Elefanten unter Wasser beobachten. Obwohl diese Aufführung als lehrreich und als Übung für die Elefanten beworben wurde, war Adam zutiefst irritiert. Organisationen, die sich um das Wohlergehen von in Gefangenschaft gehaltenen Elefanten kümmern, betrachten solche Programme als ausbeuterisch, weil sie unnatürliches Verhalten fördern.

(c) Adam Oswell (Wildlife Photographer of the Year)

Javier Lafuente (Spanien) zeigt in diesem Bild die scharfe, gerade Linie einer Straße, die sich durch die Kurven der Feuchtgebietslandschaft schneidet. Durch das Manövrieren seiner Drohne und das Neigen der Kamera bewältigte Javier die Herausforderungen des vom Wasser reflektierten Sonnenlichts und der sich ständig ändernden Lichtverhältnisse. Er konnte die Becken, der Farben je nach Vegetation und Mineralgehalt variieren, perfekt einfangen.
 

(c) Javier Lafuente (Wildlife Photographer of the Year)

Zack Clothier (USA) entschied, dass diese Überreste von Elchbullen ein idealer Ort waren, um eine Kamerafalle zu stellen - und ein Grizzlybär sprang darauf an. Dies war das letzte Bild, das von der Kamera aufgenommen wurde.

(c) Zack Clothier (Wildlife Photographer of the Year)

Jennifer Hayes (USA) lichtete Sattelrobben, Robbenbabys und das Geburtsblut ab - kontrastierend zum schmelzenden Meereis. Nach einem Sturm dauerte die Suche mit dem Hubschrauber stundenlang, um dieses aufgebrochene Meereis zu finden, das von Sattelrobben als Geburtsplattform genutzt wurde. "Es war ein Puls des Lebens, der einem den Atem raubte", sagt Hayes. Robben hängen vom Eis ab - was bedeutet, dass die zukünftige Bevölkerungszahl stark vom Klimawandel beeinflusst wird.

(c) Jennifer Hayes (Wildlife Photographer of the Year)

João Rodrigues (Portugal) wird in einem überfluteten Wald von einem Paar werbender scharfrippiger Salamander überrascht. Es war seine erste Chance seit fünf Jahren, in diesem See zu tauchen, zumal er nur in Wintern mit außergewöhnlich starken Regenfällen entsteht, wenn unterirdische Flüsse überfließen. Rodrigues hatte nur einen Sekundenbruchteil, um seine Kameraeinstellungen anzupassen, bevor die Molche davonschwammen.

Joao Rodrigues (Wildlife Photographer of the Year)

Am südlichsten tropischen Riff der Welt wollte Justin Gilligan (Australien) zeigen, wie sorgfältiges menschliches Management dazu beiträgt, diesen lebendigen Algen-Dschungel zu erhalten. Mit einem gerade einmal 40-minütigen Fenster, in dem die Gezeitenbedingungen stimmten, dauerte es drei Tage des Ausprobierens, bis Justin sein Bild bekam.

Justin Gilligan (Wildlife Photographer of the Year)

Laurent Ballesta (Frankreich) blickte in die Tiefe, als ein Trio von Tarnzackenbarschen ihre milchige Wolke aus Eiern und Sperma absonderten. Fünf Jahre lang kehrten er und sein Team in eine Lagune zurück und tauchten Tag und Nacht, um das jährliche Laichen von Tarnzackenbarschen zu beobachten.

(c) Laurent Ballesta (Wildlife Photographer of the Year)

Lasse Kurkela (Finnland) beobachtete, wie ein Eichelhäher auf die Spitze einer Fichte flog, um sein Futter zu verstecken - der perfekte Moment für ein besonderes Bild. Lasse wollte mit seinem Foto des Vogels, der inmitten des von alten Fichten dominierten Waldes winzig ist, ein Gefühl der Größe vermitteln.

(c) Heikki Kurkela (Wildlife Photographer of the Year)

Majed Ali (Kuwait) erkannte den besonderen Moment, in dem dieser Berggorilla im Regen die Augen schloss. Zuvor war er fast vier Stunden gewandert, um Kibande zu treffen, einen fast 40 Jahre alten Berggorilla. "Je mehr wir kletterten, desto heißer und feuchter wurde es", erinnert sich Majed. Als kühler Regen zu fallen begann, blieb Kibande im Freien stehen und schien die Dusche zu genießen.

(c) Majed Ali (Wildlife Photographer of the Year)

Martin Gregus (Kanada/Slowakei) fotografierte Eisbären in einem besonderen Licht, als sie im Sommer an Land kamen. An einem heißen Sommertag gingen zwei weibliche Eisbären in das seichte Gezeitenwasser, um sich abzukühlen und zu spielen. Martin benutzte eine Drohne, um diesen Moment einzufangen.

(c) Martin Gregus (Wildlife Photographer of the Year)

Der junge Spanier Andrés Luis Dominguez Blanco zeigte in der Kategorie der Elf- bis 14-Jährigen auf: Als das Licht am Ende eines warmen Mai-Nachmittags verblasste, wurde er auf eine Grasmücke aufmerksam, die von Blüte zu Blüte flog. Von seinem Versteck im Auto seines Vaters aus fotografierte Andrés den "König seines Territoriums".

(c) Andrés Luis Dominguez Blanco (Wildlife Photographer of the Year)

Vidyun R. Hebbar (Indien) beobachtete eine Zeltspinne, als ein Tuk-Tuk vorbeifuhr Als Vidyun seinen örtlichen Freizeitpark erkundete, fand er in einer Lücke in einer Wand ein besetztes Spinnennetz. Ein vorbeifahrendes Tuk-Tuk (motorisierte Rikscha) bot eine Kulisse aus Regenbogenfarben, um die Seidenkreation der Spinne in Szene zu setzen., Zeltspinnen sind winzig – diese hatte eine Beinspannweite von weniger als
15 Millimeter.

(c) Vidyun R Hebbar (Wildlife Photographer of the Year)

Shane Kalyn (Kanada) beobachtet zwei Raben beim romantischen Werben: Es war Mittwinter, der Beginn der Brutzeit der Raben. Shane lag auf dem gefrorenen Boden und nutzte das gedämpfte Licht, um die Details des schillernden Gefieders der Raben gegen den kontrastierenden Schnee einzufangen. Dann dokumentierte er diesen intimen Moment, als ihre dicken schwarzen Schnäbel zusammenkamen.

(c) Shane Kalyn (Wildlife Photographer of the Year)
1/19
Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung!