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Wie wollen wir künftig leben? Sozialwissenschafterin: „Nicht jeder will es intensiv“

Interview. Covid19 hat die Welt auf den Kopf gestellt. In den Sommergesprächen gehen wir heuer jeden Sonntag der Frage nach, wie Krisen das Leben verändern und was sich ändern sollte. Corona habe uns bewusst gemacht, worauf es wirklich ankommt im Leben, sagt Sozialwissenschafterin Barbara Rothmüller. Krisen werden solidarisch bewältigt.

Barbara Rothmueller Freudplatz Portrait by Akos Burg
Die Soziologin Barbara Rothmüller (38) wirkt an der Sigmund-Freud-Privatuniversität in Wien. Die Forscherin hat zuletzt rund 5000 Menschen in Österreich und Deutschland (im Schnitt 35 Jahre alt) nach den psychosozialen Auswirkungen der Pandemie befragt © Ákos Burg
 

Eine Mischung aus Einsamkeit, Trostlosigkeit und der Sorge, dass Alltag und nahe Beziehungen auseinanderbrechen, hat während der Hoch-Zeit der Corona-Pandemie vor allem Jüngere im Alter von 18 bis 30 Jahren belastet; zumindest laut Teilergebnissen Ihrer Studie zu „Liebe, Intimität und Sexualität in Zeiten von Corona“. Können Jüngere mit Einsamkeit schlechter umgehen?
BARBARA ROTHMÜLLER: Einsamkeit wird in der Forschung an sich bei älteren Menschen stark thematisiert, weil diese Altersgruppe auch tatsächlich mehr damit konfrontiert ist. Aber in der Pandemie hat sich gezeigt, dass es vor allem Menschen bis 35 waren, die sich sehr isoliert gefühlt haben und Angst hatten, dass ihre Beziehungen auseinanderbrechen. Bei den Älteren gab es eine stärkere Beziehungsstabilität.

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