KommentarDer Lobautunnel ist längst kein Wiener Thema mehr

Der Konflikt um Straßen wurde zum Symbol für die wahrscheinlich wichtigste Verhandlung unserer Zeit. Die Krisenmanagement-Skills, die der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig bei Corona an den Tag legte, lässt er jetzt aber vermissen.

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Ob der Lobautunnel und andere Straßen im Osten Wiens gebaut werden oder nicht, dürfte den meisten Menschen, die in Österreich leben, ziemlich egal sein. Wer nicht gerade im Umland wohnt oder von Osten in die Hauptstadt pendelt, den werden weder Bau noch Baustopp unmittelbar tangieren. Und trotzdem sind die Straßen längst kein Wiener Thema mehr. Sie wurden zum Symbol für die wahrscheinlich wichtigste Verhandlung, die die Gesellschaft führen muss: Welches Maß an Umdenken, Einschränken und Pläne-Umwerfen ist nötig, zumutbar, unausweichlich, damit Klimaziele erreicht werden? Dass darum heftig gerungen wird – zuletzt auch im Aufsichtsrat der republikseigenen Asfinag –, ist klar. Es steht viel auf dem Spiel.

Kommentare (9)
Landbomeranze
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Sehr geehrte Frau Dolna, Ludwig

und die Stadt Wien klagen nicht gegen den Klimaschutz, sie klagen gegen die widerrechtliche Besetzung und Beschlagnahme fremden Eigentums durch NGO's und Privatpersonen. Wer ohne Parkpickerl in Wien auf öffentlichen oder privaten Grund parkt, der zahlt. Lediglich NGO's glauben, dass Gesetze für sie nicht gelten. Wurde Zeit, dass denen einer klar macht, dass sie da im Irrtum sind.

Amadeus005
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Lobby-Tunnel passt schon

Aber nur, wenn dann entlang der neuen Straße für 30 Jahre nichts gebaut werden darf. Um die Strecke Adria-Brünn-Polen besser zu machen ja. Aber es kämme ja zu einem Immobilienboom im Umland, der so ziemlich viel Umweltschutz zunichte machen würde.

Landbomeranze
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Wo? Im Naturschutzgebiet

sicher nicht. Das schafft heute niemand mehr.

seinerwe
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Interessante rechtliche Situation

Ein weisungsfreier Vorstand einer AG entwickelt jahrelang ein Projekt und trifft eine mit vielen Sachverständigen abgestimmte Entscheidung.
Dann beschließt das Parlament das entsprechende Gesetz....
Danach kommt eine nicht weisungsbefugte Ministerin und bestimmt die Einstellung. Allen Prüfungen, Sachverständigengutachten, Kosten zum Trotz und unter Ausschaltung des Gesetzes und zum Schaden der AG und ....
Es gibt einen Untersuchungsausschuss, ob jemand eine Falschaussage gemacht hat, aber die Vernichtung von Millionen Euro...?

Kakerlake
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Klimaschutz wurde bisher viel zu wenig berücksichtigt,

sonst wären wir jetzt in einer anderen Situation. Es ist eben notwendig was zu tun, auch wenn man es bisher nicht eingesehen hat, die bisherigen Umweltverträglichkeitsprüfungen waren ja auch bestimmt von der bisherigen Politik die das Klimathema vernachlässigt hat.

Und zu weisungsfrei: An Weisungen haben sich ja nur Beamte (und teils Politiker) zu halten, aber keine "normalen" Bürger oder eben Privatfirmen. Bei der Asfinag ist es aber so, daß diese wie Sie sagen eine Aktiengesellschaft ist, ABER deren Aktien sind zu 100% im Besitz der Republik und Eigentümervertreter ist in dem Fall die Infrastrukturministerin Gewessler und hat als solche mehr als nur ein Wörtchen mitzureden.

melahide
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Wenn sie sich

erinnern war die ASFING zunächst GEGEN den Tunnel.

seinerwe
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ja

aber für den oberirdischen Lückenschluss

melahide
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Das

Hauptproblem an diesen Projekten ist die folgende Bauwut. Man sieht dies in Graz am Murkraftwerk. Wäre es ökologisch in die Landschaft eingebettet worden, hätt keiner was gesagt. Geworden ist es eine Bauwut mit 20.000 gefällten Bäumen und die Zerstörung eines Ökosystems. Beim Lobautunnel gibt es auch schon eine „Nachnutzung“, indem die Trassen auf beiden Seiten (Wien, NÖ) mit Gewerbeparks und Einkaufszentren befüllt werden sollen. Firmen wollen ja entlang der Autobahn bauen. Das hat zur Folge, das Kunden wie Mitarbeiter dort hin müssen. Und die fahren dann alle mit dem Auto! Das die Abgase aus 60 Metern Tiefe ungefiltert in die Lobau geblasen werden sollten, das muss man zumindest diskutieren. …

Hände weg von ökosystemen!

zweigerl
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Rigoroser Baustopp

Diese Forderung kann sofort unterschrieben werden! Es geht um nichts weniger als das Unterlassen der Besetzung und extensiven Nutzung der letzten naturbelassenen Territorien in Mitteleuropa (und im Prinzip auch woanders). Diese Verpflichtung, nachzulesen bereits 1979 in Hans Jonas' rigoroser Verantwortungsethik, ist eine alternativlose Forderung, um bloß die elementaren Lebensbedingungen auch für nachfolgende Generationen zu erhalten. Die hier in den Kommentaren angeführten Nachnutzungsbauten entlang hochfrequenter Neustraßen sprechen eine eindeutige Sprache. Nur wer einseitig auf die Steigerung des BIP schielt, ist blind für diese Zusammenhänge.