Essay am SamstagUlrich H. J. Körtner: Was uns als Gesellschaft noch zusammenhält, ist nicht mehr klar

Auch wenn die Versuchung derzeit groß ist – politische Ethik erschöpft sich nicht im Abfassen von Verhaltenskodizes für Politiker. Es geht um die Fundamente unseres Zusammenlebens.

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Illustration Margit Krammer
Illustration Margit Krammer © Margit Krammer
 

Der tiefe Fall des Sebastian Kurz und seiner „Prätorianer“-Clique, der die gesamte ÖVP in eine existenzbedrohende Krise gestürzt hat, hat nicht nur eine politische und eine rechtliche, sondern auch eine ethische Seite. In der emotional aufgeheizten Debatte fällt es vielen nicht nur schwer, die genannten Facetten auseinanderzuhalten, ohne sie auseinanderzureißen. Es droht auch der Unterschied zwischen Ethik und Moral unter die Räder zu geraten. Ethik ist zwar selbst moralhaltig, aber als kritische Theorie der Moral, ihrer Begründungen und ihrer Ambivalenzen von der Moral zu unterscheiden.

Kommentare (1)
HASENADI
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8
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Bildlich gesprochen,...

hat die einst christlich-sozial geprägte ÖVP ihre Seele an den Teufel verkauft. Groß ist jetzt das Erschrecken in dieser Partei, wird aber öffentlich nicht zugegeben, welchen machtgierigen Egomanen sie sich auf Gedeih und Verderb zum Schaden für das Land (sic!) ausgeliefert hat.
Der Rettungsanker, im Notfall mit der FPÖ gemeinsame Sache zu machen, ist ihr ebenfalls entglitten. Zumindest mit der angedeuteten Paktmöglichkeit der Oppositionsparteien mit der FPÖ hat die krisengebeutelte ÖVP dieses Alleinrecht nun auch verspielt. Es war wichtig und die einzige Option, den das Land spaltenden Irrweg zwischen ÖVP und FPÖ zu durchkreuzen.