Kurz auf Puls4"Unter mir als Kanzler keine freiwillige Aufnahme zusätzlicher Afghanen"

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) spricht sich im TV-Sommergespräch gegen eine freiwillige, zusätzliche Aufnahme von afghanischen Flüchtlingen in Österreich aus.

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++ HANDOUT ++ PULS 24-SOMMERGESPRAeCH: BK SEBASTIAN KURZ (OeVP) ++ ACHTUNG SPERRFRIST FUeR BERICHTERSTATTUNG UND VERWENDUNG PRINT UND ONLINE: FREIGEGEBEN FUeR SONNTAGSAUSGABEN (22. AUGUST 2021) ONLINE: 22. AUGUST 2021 , 06:00 UHR ++
Kurz beim Puls-Sommergespräch im niederösterreichischen Pulkau. © APA/PULS 4/CHRIS GLANZL
 

Trotz der dramatischen Lage in Afghanistan hat sich Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) einmal mehr "klar" gegen eine freiwillige, zusätzliche Aufnahme von afghanischen Flüchtlingen in Österreich ausgesprochen. Die internationale Gemeinschaft müsse jetzt "alles dafür tun", um die Situation in dem krisengebeutelten Land zu verbessern, doch Österreich müsse sich auch eingestehen, dass "nicht alles in unserer Macht liegt", sagte Kurz im Puls 24-Sommergespräch, das heute Abend um 20:15 auf Puls4 und Puls24 ausgestrahlt wird..

Österreich habe in den vergangenen Jahren bereits einen "überproportional großen Beitrag geleistet" und beherberge eine der größten afghanischen Communities Europas. Er sei deshalb "nicht der Meinung, dass wir in Österreich mehr Menschen aufnehmen sollten". "Das wird es unter meiner Kanzlerschaft nicht geben", betonte Kurz mit Verweis auf die "besonders schwierige Integration" von afghanischen Asylsuchenden hierzulande.

Turkmenistan und Usbekistan in der Pflicht

Den Menschen solle stattdessen in benachbarten Staaten geholfen werden, wiederholte er den von ÖVP-Politikern geäußerten Vorschlag der vergangenen Tage. Konkret sah Kurz etwa Turkmenistan und Usbekistan, die bisher nur relativ wenige Afghanen aufgenommen hätten, in der Pflicht. Die EU solle Länder in der Region unterstützen und sie davon überzeugen, "Menschen, die Schutz suchen, auch Schutz zu gewähren".

Zwar stehe "absolut außer Streit", dass die radikal-islamischen Taliban, die Afghanistan in den vergangenen Wochen im Eiltempo erobert hatten, "grausam" und die Lebensbedingungen in dem Land "furchtbar" seien. Doch müsse man sich klarmachen, dass "wir nicht alles in der Hand haben, wir können nicht bestimmen, wie es in anderen Ländern zugeht", so der Kanzler. Bürgerkriegsartige Zustände und immer wiederkehrende Unruhen seien "lange Geschichte und Tradition in diesem Land".

"Dürfen Fehler von 2015 nicht wiederholen"

"Wir dürfen die Fehler von 2015 nicht wiederholen", wurde Kurz zudem in einer von seinem Büro an die Kleine Zeitung übermittelten Stellungnahme zitiert. Der ÖVP-Chef meinte damit die Flüchtlingswelle im Sommer und Herbst vor sechs Jahren, als er als Außenminister bereits fast zwei Jahre im Amt gewesen war.

Der österreichische Migrationsexperte Gerald Knaus warnte am Samstag in diesem Zusammenhang in einem Radio-Interview davor, Angst vor einer möglichen Flüchtlingswelle aus Afghanistan zu schüren.

Die heutige Situation sei nicht mit jener von 2015 zu vergleichen, betonte er im Ö1-"Mittagsjournal". 2015 hätten Millionen von Menschen problemlos aus Syrien über die offene Grenze in die Türkei fliehen können, wo auch die allermeisten geblieben seien, sagte Knaus. Ein Teil lediglich habe sich via Ägäis eben auf den Weg nach Europa gemacht. "Heute ist die Situation radikal anders", so der Leiter der in Berlin ansässigen European Stability Initiative (ESI). "Die Menschen kommen aus Afghanistan - wie wir ja sehen auf den dramatischen Bildern aus Kabul sehen - nicht raus."

Gegner müssen nictht Straßen, sondern Emissionen sein

In Sachen Klimawandel betonte Kurz die extreme Relevanz dieser Frage. Man werde sich massiv anstrengen müssen, die Klimaziele zu erreichen, "das ist alles andere als einfach". Nicht unbedingt relevant sei aber, ob eine Straße gebaut werde oder nicht. Gute Infrastruktur sei wichtig. "Ich würde sagen, weder die Straße noch das Auto sind unser Gegner, sondern unser Gegner müssen die Emissionen sein", so der Bundeskanzler.

Im Streit von Umwelt- und Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) mit den Bundesländern der Ostregion um das neue Klimaticket plädierte Kurz in Richtung seiner Regierungskollegin für Dialog. Wenn man mit den Betroffenen vor Ort in Ruhe spreche, "dann lässt sich das alles auflösen". Es gehe um Verständnis dafür, dass die verschiedenen Regionen unterschiedlich seien, auch was die Ausstattung mit Verkehrsinfrastruktur betreffe. "Ich glaube, dass das 1-2-3-Ticket ein wesentliches Projekt unserer Regierungsarbeit sein kann", meinte er.

Kommentare (99+)
Zeitgenosse
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Er gräbt Kickel das Wasser ab und hofft auf die

Stimmen der Freiheitlichen, um sich im Sattel zu halten.
Flüchtlinge haben in die Kanzlerschaft gebracht und die Situation in Afghanistan nützt ihm auch jetzt!

So wie so
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Ja ja keine Aufnahme

Ist sicher nicht ernstgemeint...sovieles möcht ich den kanzler fragen...ja...aber es wird keine zufriedenstellende Antwort geben...Alleinig das Treffen in den USA mit den Geldmagnaten als Kanzler der Rep.Ö. ohne jegliche Auskunft..da Stillhalteverpflichtung...als Firmenchef ist es Ok aber als Politiker eine Farce...und so wirds bei den meisten Punkten laufen...das Gesicht welches immer lächelt ist eine Larve ..das wahre kriegen wir nicht zusehen...die Grünen sind die letzten in der Koalition...und danach ....die Regierung danach tut mir jetzt schon leid den Scherbenhaufen aufzuarbeiten hat

heri13
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Zu unserem Glück dauert es nicht mehr lange,

und kurz und seine Kumpane sind weg.

mitredner
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"Unter mir ..."

"Unter mir als Kanzler ..." - ich finde die Wortwahl sehr befremdlich - wenn dies das Originalzitat des Bundeskanzlers ist. "Während meiner Amtszeit" wäre beispielsweise eine angemessenere Formulierung.

Irgendeiner
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Der hat immer Allüren gehabt,er trägt doch im Freien keine Maske

die er anderen verordnet,ihn muß ein Richter vernehmen weil er was Besonderes ist,das stimmt in gewisser Weise, er unterstellt NGOs und Staatsanwälten Straftaten wenn ihm nicht paßtr was sie tun,der Kirche soll man das finanzielle Messer an den Hals setzen und dabei Gas geben,lang hama nicht mehr hin zum Göttlichkeitsanspruch bei Basti dem Auserwählten,,das schreitet sichtbar progredient fort,wohl damit sich Mama nicht, grämt man lacht.

Occam
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Was unterscheidet uns von den Taliban?

Doch wohl vorallem die Fähigkeit zu Mitgefühl, zu Humanität und der Fähigkeit, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden.
Verlieren wir dies, geht auch der Unterschied zu den Taliban verloren.

ordner5
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Der Unterschied!

Wer ein besseres Leben haben möchte, muss auch dafür Kämpfen. Man kann helfen, aber einen eigenen Beitrag darf man schon erwarten, oder? Hier gab’s Mängel.

zweigerl
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Afghaustria

Ach was - Emigration in die kulturgleichen Turkländer, um von da aus mit russischer Hilfe die Rückverwandlung des Terrorstaates der Taliban in ein zivilisiertes Afghanistan als Langzeitprojekt vorzubereiten! Wir intensivieren den Flugverkehr, um in erklecklicher geographischer und kultureller Entfernung vomn "Talibanien" ein Afghaustria und Afgermania mit Frau Ursula von der Leyden als Präsidentin zu errichten! Es muss doch möglich sein, ein relativ festgefügtes, über Jahrhunderte gewachsenes mitteleuropäisches Staatsgefüge in einen multiethnischen Vorposten eines vorderasiatischen Staates umzuwandeln, der sich selbst binnen Wochen von einer islamistischen Guerillatruppe aus bärtigen Langzeitstudenten hat überrennen lassen.

schadstoffarm
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Na sie ham schmerzen

Etwas mehr selbstbewusstsein. Ein Österreicher gleich welcher ethnie ist sicher 0.0002 Afghanen wert.

Gedankenspiele
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Allein wie Kurz auf dem Bild dasitzt.

Geht eigentlich noch mehr Inszenierung? Man kann doch nicht noch unnatürlicher in diesem Stuhl sitzen.
Wie soll man da noch den Worten, die aus solch einer unnatürlichen Person herauskommen, Glauben schenken?

Kurz ist von Spindoktoren auf Basis von Umfrageergebnissen von oben bis unten zugemüllt. Das geht hin bis zur Händehaltung.

Lodengrün
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Kunstfigur

eben. Da ist nichts authentisch. NLP hat hier voll gegriffen. Ich erlebte etliche die aus verschiedensten Gründen kurz aus den Schienen sprangen und nie mehr in die Spur kamen. Da kollabierte das künstlich geschaffene Gebäude.

Lodengrün
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Wenn ich

mir die 👎 ansehe dann weiß ich das ich den wunden Punkt traf.

Lodengrün
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Meister Kurz

könnte ebenso eine Funktion in der FPÖ wahrnehmen. Von der ideologischen Seite sehe ich da keinen Unterschied. Nur denke ich kennt man dort den Text der Bundeshymne.

hortig
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@lodengruen

Nur so eine Frage abseits deines Kurz Absatzes, der ja nicht das Thema des Artikels ist.
Wieso sollte man ein Land unterstützen, dass Jahrzehnte von der Korruption gelebt hat, sich nur auf UNO und US Truppen verlassen hat.
Und wieso gerade Österreich, dass die dritt größte afghanische Gemeinde in Europa hat
Warum nicht einmal die Länder, die EU Förderungen kassieren, aber keine Flüchtlinge aufnehmen.
Wenn ich heute den Aufruf von Fischer lese, kommt mir eher das Kotz....

Gedankenspiele
25
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Kurz schlägt vor:

"Die EU solle Länder in der Region unterstützen und sie davon überzeugen, "Menschen, die Schutz suchen, auch Schutz zu gewähren."

Toller Vorschlag!

Was macht Kurz wenn die Nachbarländer von Afghanistan auch solche Anführer haben wie Österreich und nur auf sich selbst schauen und sich ausschließlich um ihre Beliebtheit im eigenen Land scheren?

Was würde Kurz sagen, wenn er aus Usbekistan ausgerichtet bekommen würde, er solle bei sich Leute aus Nachbarländern aufnehmen, aber die Umfragen ihm seine darauffolgende Abwahl vorhersagen würden.

Kurz ist ja nicht mehr ernst zu nehmen.

Warum nutzt Österreich nicht seine gewohnt guten Kontakte nach Russland um ernstahaft an einer Lösung zu arbeiten?
Bei Kurz reichts halt immer nur für eine billige Schlagzeile und vor allem: Wenn er sich bei einem Problem nicht hinaussieht, soll bitte die EU das lösen, denn dann ist auch die EU schuld wenns mal wieder nicht klappt..

Guccighost
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Wenn in Villach

Ausländer wieder mal gegenseitig mit dem Messer auf sich losgehen darf man nichts dazu schreiben

Peterkarl Moscher
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Wahrheit tut weh !

Man sollte die schon da sind und bis alles geklärt ist betreut unterbringen, sehr
betreut, dann hätten wir nicht solche Zustände auf den Straßen.

Guccighost
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zill1
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Afghanen

Ich muss was klarstellen ! Auf die Frage ob ich mit Afghanen zu tun habe muss ich JA sagen ! Jeden Tag durch meinen Job ! Und ja es gibt super freundliche und fleißige! Ich kenne aber auch die andere Seite wo Mitarbeiterinen um Schutz suchten oder als Schlampe bezeichnet wurden weil sie wie es bei uns im Sommer normal ist fast nix anhatten! Aber Dumme gibt es ja unter uns auch ! Nur man muss halt auch die Kriminalitätsstatistik auch sehen ! Warum ist der Anteil von denen so gross ,? Und bitte nicht von traumatisiert reden ! Mein Vater ist auch im Krieg gewesen und hat sich auch nicht immer auf das erlebte ausgeredet sondern sich angepasst und das Land aufgebaut und hat nicht Frau und Kinder im Stich gelassen ! Mit der Forderung mancher hier alle Afghanen aufzunehmen diskriminieren sie andere Flüchtlinge die auch Hilfe brauchen aber nicht kriegen weil ja ganz Afghanistan bei uns ist ! Das kleine Österreich ist einfach überfordert!

Guccighost
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völlig richtig

diejenigen die unsere Sprache lernen arbeiten gehen sich intrigieren
usw sollen mal hier bleiben dürfen solange dort Krieg herrscht.
Krimminele sofortige Abschiebung.

smithers
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„Wer halb Kalkutta aufnimmt, hilft nicht etwa Kalkutta, sondern wird selbst zu Kalkutta


Quelle: Peter Scholl-Latour

neuer mann
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und wenn man von der millionenstadt kalkutta 100 menschen aufnimmt....

.... ist man dann ein miniminiminiminikalkutta oder doch noch österreich?

tomtitan
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Kein Problem - wir nehmen wieder welche auf, wenn alle EU Staaten prozentuell mit unserer Aufnahmequote gleichgezogen haben.

Solidarität sollte in der EU doch kein Fremdwort sein, oder?

ordner5
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Kein Diktat bitte!

Hören Sie doch auf mit dem Unsinn, prozentual dies und das, gerecht und ungerecht, wer keine Asylwerber, Migranten oder Flüchtlinge haben will, sollen sie auch nicht aufgezwungen werden. Punkt!

Guccighost
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wir können nicht die ganze Welt retten

und wieso sollen wir das ausbaden wenn die Männer dort ihren Frauen jedes Jahr ein Kind andrehen.
Was sollen wir dagen tun?

Lodengrün
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Chapeau @gucci

sehr gepflegte Ausdrucksweise. Wie viele Kinder haben Sie Ihrer Frau …

 
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