Dort, wo Wien am hässlichsten ist, an den Ausläufern von Simmering, startet die Rückeroberung der vor neun Monaten verloren gegangenen Normalität. Eingekeilt zwischen Österreichs größtem Kraftwerk, dessen Schlote den Steffl deutlich überragen, einer aufgelassenen Panzerfabrik, Autobahnen, Gleisanlagen, sinnlosen Betonflächen, vor sich hinwucherndem Gestrüpp liegt das Hauptquartier des größten heimischen Pharmagroßhändlers Herba Chemosan. 400 Personen bedienen das automatisierte Fließbandsystem in den weitläufigen Hallen, 200.000 Medikamentenpackungen werden täglich verschickt, im Minutentakt verlassen weiße Lieferautos das Gelände.