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Wiener Lehrer rufen um HilfeSchulen am Limit: "Situation ist kaum mehr zu bewältigen"

Die Wiener Pflichtschullehrer fühlen sich bei der Bewältigung der Coronakrise von den Gesundheits- und Bildungsbehörden im Stich gelassen, die Zustände werden immer chaotischer.

Die Situation an Wiener Schulen wird immer chaotischer, Bildungsminister Faßmann (ÖVP) und Bürgermeister Ludwig (SPÖ) stehen in der Kritik.
Die Situation an Wiener Schulen wird immer chaotischer, Bildungsminister Faßmann (ÖVP) und Bürgermeister Ludwig (SPÖ) stehen in der Kritik. © APA/Roland Schlager
 

Die Zustände scheinen immer chaotischer zu werden: Die Wiener Pflichtschullehrer und -direktoren fühlen sich bei der Bewältigung der Coronakrise an den Schulen von den Behörden alleine gelassen. Die Gesundheits- und die Bildungsbehörden seien entweder nicht erreichbar oder würden keine wirkliche Hilfe bieten, beklagt der oberste Wiener Pflichtschullehrer-Personalvertreter Thomas Krebs (FCG) im Gespräch mit der APA. Die Schulleiter befänden sich in einem "Vakuum". In einem offenen Brief fordert er nun "dringende Hilfe".

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Offener Brief an Bürgermeister und Bildungsminister

Die Situation sei für die 14.000 Lehrer und 470 Direktoren an den Wiener Pflichtschulen "kaum mehr zu bewältigen", warnte Krebs am Freitag in seinem Schreiben an Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) und den Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ). Zwar würden an den Wiener Schulen täglich unzählige Covid-19-Verdachtsfälle gemeldet. "Doch durch die unzureichend funktionierende Behördenkette werden die DirektorInnen mit ihren Problemen alleine gelassen."

Mangel an Ansprechpersonen, chaotische Zustände

Es könne nicht Aufgabe der Direktoren sein, Entscheidungen der Gesundheitsbehörde zu übernehmen. Wenn die Schulleiter dort aber überhaupt jemanden erreichen würden, verweigerten diese laut Krebs schriftliche Anweisungen. Dadurch brächten sie aber die Schulleiter in eine "höchst unangenehme Situation". Immerhin hätten Entscheidungen etwa über die Quarantäne von Klassen weitreichende Auswirkungen und würden auch nicht von allen Eltern ohne weiteres akzeptiert.

Keinen Plan der Bildungsdirektion sieht Krebs beim Ersatz von Lehrern, die für den Präsenzunterricht ausfallen (wegen einer Covid-19-Infektion, weil sie als Risikoperson davon befreit sind oder sich in Quarantäne befinden). Gerade an kleineren Schulen seien auch einzelne Ausfälle nur schwer kompensierbar. Die Bildungsdirektion habe zwar einen Pool an Ersatzpersonal angekündigt und dafür auch Dienstposten eingeplant, "aber in der Praxis schaut das anders aus", beklagt Krebs. Wirkliche Hilfe aus der Behörde sei in diesem Fall nicht zu bekommen: Dort fehle es an kompetenten und erreichbaren Ansprechpersonen, nachdem die Zahl der Sachbearbeiter für den Pflichtschulbereich seit Jahren reduziert worden sei.

Administrativer Mehraufwand statt Unterricht

Dazu kämen Zusatzbelastungen wie die vom Bildungsministerium durchgeführte Gurgelstudie, die einen Überblick über das Infektionsgeschehen an den Schulen liefern soll. Hier müssten die Schulen die gesamte Administration übernehmen. "Medizinische Studien, die das Bildungsministerium durchführen möchte, sind nicht die Arbeit der DirektorInnen und LehrerInnen", richtet Krebs dem Minister in seinem Brief aus und: "Schulen müssen sich endlich wieder auf pädagogische Arbeit und auf Maßnahmen gegen Corona
konzentrieren!"

Während der Coronkrise dürften die Schulen nicht noch mit "doppelter 'Buchführung'" belastet werden, fordert der Personalvertreter. Derzeit würden Direktoren etwa tagelang damit blockiert, dieselben Daten einmal in das WienerSchulverwaltungsprogramm und danach in jenes des Bildungsministeriums einzupflegen, nur weil es keine technische Schnittstelle gebe.

Kommentare (69)

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PiccoloCommentatore
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Grade in der ZIB

„Lehrer in Wien sind völlig überlastet.“ Und das 3 Wochen nach Schulbeginn und nach 2 Monaten Ferien.

Das kann ja heiter werden, wenns dann erst richtig losgeht mit Schnupfen, Husten etc. ab Oktober. Am besten ich bereite mich schon geistig auf Home Schooling vor. Wird ein lustiger Winter für uns Eltern.

Popelpeter
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Warum hat man

Bisher bei ca 650.000 Influenzatoten Weltweit derartige Maßnahmen ergriffen?!?🤔😏

Popelpeter
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Ein älterer Herr

hat die Coronasituation heut recht ironisch gut beschrieben! Ein Virus dass erst mal durch einen Test nachgewiesen werden muss, wie gefährlich könne das wohl sein🤔

Mein Graz
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@Popelpeter

Naja, auch einzelne Zellen müssen erst einmal nachgewiesen werden ob sie überhaupt vorhanden sind.
Welches Wissen können nicht nachgewiesene Zellen schon beinhalten?

AloisSteindl
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Recht gut?

Der hat die Problematik aber überhaupt nicht verstanden. Passt gut zu Ihrem Nick.

Popelpeter
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Was hat die Problematik

mit dem Nick zu tun!?! Sorry versteh ich nicht ?!🤔😏

Lilithwashere
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@Pop..

Krebs, der erst durch eine Biopsie, MRT oder CT erkannt wird, wie gefährlich kann der wohl sein?

Popelpeter
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Ja leider an Krebs sterben

wahrlich viele Menschen! 20.000 beinahe im Jahre 2019. ( in Österreich) Corona bis jetzt 735! Also der Vergleich hinkt wohl. Und es ist eben nicht so, wie der Bk anfangs erwähnt hat! Bald kennt jeder jemanden......

Lilithwashere
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@Pop

Was die Hysterie und die überschießenden Maßnahmen betrifft, bin ich bei ihnen.

Popelpeter
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Zum Glück!

Ist es nicht so!

Popelpeter
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Ps: Grippetote 2019

1400!! Trotz Impfung! Corona- 735!

PiccoloCommentatore
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Sagt nichts aus

...da sich nur 8 % der Bevölkerung impfen haben lassen. Daher gibts auch keinen Herdenschutz.
Das Einzige was sicher ist: Ohne Impfung wären es viel mehr Tote gewesen.

Biene12
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Grazer Schulen

Wie sieht die viele Schule in Graz aus? Noch Corona????

altbayer
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Direktor

Sorry, aber als Direktor einer Schule bekommt man sein "Mehrgehalt", dass man Entscheidungen trifft- und nicht dazu da, dass man mehr Pension, als der normale Lehrer bekommt!
Das ist wie der Kapitän auf einem Schiff!

ichbindermeinung
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Bundesheer einsetzen für die Wattestäbchen- u. Gurgeltests

für die Abnahme der ganzen Testungen /Wattestäbchentests-Gurgeltests sollte man das Bundesheer ö-weit einsetzen, denn das kostet den Steuerzahlern nichts zusätzlich

Mein Graz
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@ichbindermeinung

Grundwehrdiener würden wahrscheinlich nichts zusätzlich kosten - von denen würd ich mir aber kein Wattestäbchen in die Nase schieben lassen.
Ärzte bzw. Pflegepersonen haben sicherlich einen Job, bei dem sie nicht nur rumsitzen - höchstwahrscheinlich würden Überstunden anfallen - und die kosten was.

Balrog206
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Aber

Scharf schießen dürfens schon ?

RaraAvis
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Absolut lächerlich!

Das ist kein Schulbetrieb, das ist ein simulierter Endzeithorrorpanikalltag: Kinder mit Masken, denen man das tödliche Killervirus einredet, sollen dann brav vielleicht auch mit Masken vor dem maskierten Lehrer sitzen und ERNSTHAFT sich auf den Unterricht konzentrieren. Wie absurd!

Und immer wenn ein Kind von 1000 in der Schule hustet, geht die Mär um, dass man wohl gleich alles sperrt, alle in Quarantäne gehen und dann mit Mama und Oma auf den Tod wartet!

Unglaublich in was für eine Welt uns diese Regierung in wenigen Monaten gebracht hat. Aus der ersten Panikmache nichts gelernt und jetzt noch mehr Panik machen, ohne Anlass, wegen eines Erkältungsvirus, das für 99% aller Menschen harmlos ist.

hcandussi
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@rara

An welcher Schule arbeiten Sie?
Dort, wo ich arbeite, reden wir weder uns noch anderen ein Killervirus ein, sondern versuchen, die nötige Achtsamkeit zu vermitteln.
Dort, wo ich arbeite, gilt am Gang Maskenpflicht, im Unterricht stehe ich ohne Maske vor den unmaskierten Schüler*innen.
Zugegeben, dort, wo ich arbeite, war Schule schon lustiger, (nona!), aber von Endzeithorrorpanikalltag zu schwafeln ist hoffnungslos daneben.

RaraAvis
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@hcandussi

ich arbeite weder an einer Schule, noch habe ich mit Schule was zu tun, aber ich sehe beim Vorbeifahren in Wien den Albtraum an mehreren Schulen und auch gehen an mir diverse Infos aus Medien nicht spurlos vorbei.

Dass das in einer Schule in Kärnten oder Steiermark fernab von Städten anders sein mag, ist plausiblel.

erstdenkendannsprechen
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ich weiß nicht, ob sie kinder in der schule haben (aus ihrem kommentar würde ich deutlich nein schließen)

ich kann nur von meinen kindern sagen: weder der unterricht noch die maske ist ein problem (die sie ein paar minuten am tag tragen). sie gehen gern in die schule und treffen ihre freunde.
das problem liegt eher in verwaltungssachen: wie manage ich welche situation - und in der datenerfassung und erhebung.
zumindest bei meinen kindern geht der unterricht normal, ruhig und gelassen vonstatten - nur hoffen halt alle, dass es keine covid-fälle gibt.

Mein Graz
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@RaraAvis

Werden Kinder durch das Tragen der Maske traumatisiert? Nein.
Werden Kinder durch das Tragen der Maske daran gehindert, dem Unterricht zu folgen? Nein.
Werden die Kinder nach einem Huster in Quarantäne geschickt? M.W. Nein.

Unglaublich ist, was hier manche User posten - und wie viele es gibt, die solche Ausführungen als "Lesenswert" betrachten und das vielleicht auch noch glauben.
Und es werden leider täglich mehr.

selbstdenker70
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...

Meine Meinung zum Virus ist aufgrund meiner Posts hinsichtlich bekannt, aber hier redest du leider einen Unfug. Die psychischen Probleme der Kinder kommen erst viel später zum Vorschein.

RaraAvis
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@selbstdenker70

dass die psychischen Problem verspätet noch zunehmen, davon gehe ich aus.

Mein Graz
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@selbstdenker70

Wann werden Kinder durch Masken traumatisiert? Am ehesten durch Eltern oder andere Bezugspersonen, die ein Theater draus machen. Wird das Tragen der Masken als "Alltag" vorgezeigt werden die Kinder keinen Schaden daran nehmen.
Kinder lernen auch, dass sie ein Hemd oder Socken oder im Winter eine Haube tragen müssen. Die Maske ist m.E. nichts anderes als ein Bekleidungsstück, das man im Gesicht trägt.

Man muss es den Kindern nur entsprechend vormachen, dann werden sie das auch akzeptieren und als "normal" ansehen.

erstdenkendannsprechen
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ich kenn schon eine mutter (mutter einer klassenkollegin meiner tochter),

die den kindern panik VOR der maske einredet (macht die krank - kriegst einen lungenschaden, atmest bakterien ein usw.). sie versucht auch bei anderen eltern stimmung in diese richtung zu machen.
nur: ihr kind hat wirklich angst, einen mund-nasen-schutz zu tragen. einerseits muss sie - andererseits redet ihr die mutter ein, dass sie nun krank wird. dass das spuren hinterlassen kann, kann ich mir schon vorstellen. das problem liegt da aber bei der mutter.

 
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