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Islamische GlaubensgemeinschaftNach der einzigen Frau an der Spitze rebelliert auch die Jugend

Fatma Akay-Türker nennt die institutionalisierte Abwertung der Frau in der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGÖ) als Rücktrittsgrund. Die IGGÖ weist die Angriffe Akay-Türkers zurück. Die Jugend hingegen stellt sich hinter die Sache der Frauen.

Fatma Akay-Türker: Gab Ende Mai ihren Rücktritt bekannt
Fatma Akay-Türker: Gab Ende Mai ihren Rücktritt bekannt © Twitter
 

In der Islamischen Glaubensgemeinschaft herrscht aktuell Diskussionsbedarf. Anlass ist der Rückzug der einzigen weiblichen Vertreterin aus dem Obersten Rat. Während sie neue Angriffe gegen ihre männlichen Kollegen setzt, weist die IGGÖ Anschuldigungen zurück.

Nach dem Rückzug von Fatma Akay-Türker hat indes auch die Islamische Jugend am Mittwoch Kritik geübt. "Auch uns reicht es", wurde in einer Aussendung betont. Wie in der breiten Gesellschaft gebe es auch in den muslimischen Communities dringenden, frauenpolitischen Handlungsbedarf.

Man müsse sich fragen, wie ernst die Ankündigung der IGGÖ gewesen sei, den Frauen mehr Möglichkeiten innerhalb der Glaubensgemeinschaft zu geben, so die Vorsitzende der Muslimischen Jugend, Nermina Mumic. Sie erinnerte an den Frauenschwerpunkt "EmpowHer" ihrer Organisation, mit dem junge Musliminnen gefördert werden sollen. Die Hoffnung sei, zumindest in und für die nächste Generation von Musliminnen und Muslimen ein entsprechendes Bewusstsein zu schaffen.

Männer unter sich?

Noch ist unklar, wer Fatma Akay-Türker in der Glaubensgemeinschaft nachfolgen wird. Sie selbst hatte erklärt, dass bereits ein männlicher Nachfolger bestimmt sei. Die IGGÖ wiederum erklärte in einer Aussendung, es obliege nun dem Schura-Rat, der Verfassung der Glaubensgemeinschaft folgend bei seiner nächsten Sitzung im Herbst eine Nachfolgerin für sie zu wählen.

Akay-Türker habe Ende Mai in einer formlosen Email überraschend ihren Rücktritt als Frauensprecherin der IGGÖ bekanntgegeben, ohne jedoch ihre Beweggründe dafür näher auszuführen, schreibt die Glaubensgemeinschaft in ihrer Stellungnahme. Zumindest medial erläutert die nunmehr ehemalige Frauensprecherin dagegen den Schritt aktuell sehr wohl. So meint sie im "Standard": "In der IGGÖ wurde die Abwertung der Frau institutionalisiert.“ Sie habe seit ihrem Antritt im Jänner 2019 nie öffentlich auftreten dürfen: "Es reicht. Ich möchte nicht mehr, dass die Frauen eingeschüchtert werden."

Kein öffentlicher Auftritt

Auch als Religionslehrerin wird Akay-Türker nicht weiter arbeiten. Denn in dieser Funktion dürfe sie nicht in Freiheit reden, die Verhältnisse nicht hinterfragen.

Die IGGÖ hält entgegen, man gehe davon aus, dass sie ihren Dienstverpflichtungen auch weiterhin nachkomme. Denn beim Schulamt sei noch kein Kündigungsschreiben eingegangen und die Tätigkeit im Obersten Rat stehe mit der Lehrtätigkeit nicht im Zusammenhang.

Inhaltlich wird die Kritik Akay-Türkers zurückgewiesen. Die Verwirklichung der Geschlechtergerechtigkeit innerhalb der muslimischen Gemeinschaft als auch ihrer eigenen Strukturen sei ein dezidiertes Anliegen der IGGÖ und ein notwendiger Prozess, der mit der Besetzung wichtiger Posten mit Frauen im vergangenen Jahr in Bewegung gesetzt worden sei.

Nichtsdestotrotz nehme die Glaubensgemeinschaft dies zum Anlass, ihren bisherigen Reformprozess selbstkritisch zu evaluieren und weitere notwendige Schritte zur Umsetzung der angestrebten Ziele zu setzen, heißt es in der Aussendung.

Kommentare (13)

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georgXV
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Islam

LEIDER schreitet die Islamisierung unserer westlichen Kultur- und Wertegemeinschaft voran ...

X22
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Sie meinen also, es gibt zu viel Zuwanderung und menschlichen Nachwuchs in der Personenruppe der Menschen mit islamischen Glauben,

aus logischer Sicht, um ihre Aussage als wahr einzustufen, kann es nur diese Interpretation ihrer Worte geben, da es keine zahlenmässige große Gruppe an Personen gibt, die von ihrer angesprochenen "westlichen Kultur- und Wertegemeinschaft", zum Islam konvertiert und so nebenbei müsste auch die Gruppe der "westlichen....." kleiner werden um ihre Aussage als wahr einzustufen.
Bei Betrachtung des Istzustandes, den Anteil der Personen die dem Glauben, in der "westlichen.....", angehören, also einen Prozentsatz von 1 bis 10%, je nach Einzelland, von einer besorgniserregenden Islamisierung zu sprechen, zeigt nicht die Widerspiegelung des Realen dar.
Der Zusatz "Leider" bezeugt ihre Abneigung gegen diese "Vermehrung" und auch gegen diese Minderheit in der Bevölkerung.
Tja, jetzt könnte man weiterschreiben über ......

X22
3
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Tja habe ich mir schon vor dem Klick auf Daten absenden gedacht

Fakten sind für spezielle Personen ein Übel, dass abgeschafft gehört

ASchwammerlin
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Wer heute noch wie die erzkonservative IGGÖ dafür eintritt

dass Frauen alleine nicht außer Haus gehen sollen, kein Lokal, Kaffeehaus, Kino oder Theater ohne Mann betreten dürfen, dem ist nicht mehr zu helfen. Frau Akay-Türker hätte angesichts dieser Mittelalter Vorstellungen alter koranbesessener Männer schon längst zurück ziehen müssen, Dass sie selbst noch das Tuch trägt, zeigt ja dass sie mit dem rückständigem Islam konform geht. Wenn Mädchen ab 10 Jahren Kopftuch tragen müssen und sie nahezu vom gesamten gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen werden müsste jede aufgeklärte Frau aufschreien! Die können keinen Sport ausüben, nicht Volleyball, Handball, Tennis spielen, nicht ins Theater, ins Kino können, denen wird buchstäblich ihr junges Leben durch eine Religion genommen, die nur beschränken und verbieten will. Frau Akay-Türker hätte für einen modernen, aufgeschlossenen Islam eintreten können, hat es aber auch nicht getan.

untermBaum
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Unser Land braucht viel

Aber sicher nicht noch mehr (Hinterhof-)Moscheen und Islamisten. In Zeiten der akuten Terrorgefahr wurde mal die Zahl >350 genannt als es darum ging wie viele amtsbekannte Islamisten in und rund um Graz wohnhaft sind. Weniger sind es sicher nicht geworden. Die haben meist keine Zeit zu arbeiten weil sie regelmässig beten müssen, aber lassen sich von unserem Sozialsystem aushalten. So was brauchen wir denke ich nicht!
All die Islamischen Vereine gehören verboten. Zu einem großen Teil sind sie der verlängerte Arm Erdogans.
So lange Christen in den islamischen Ländern verfolgt werden müsste viel regulierender mit diesen Gruppen umgegangen werden. Aber wir sind ja soooo tolerant. Das der Islam unsere Gesellschaft spaltet und Ansichten hat, Frauen Schwule unsw. die absolut nicht zu uns passen wird einfach ignoriert.....Das wird uns Allen noch auf den Kopf fallen...

rand
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Der Rücktritt,

ist ein Zeichen dass diese Frau zuwenig härte gegen diese Rückständigen Männer hat.

Sam125
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Frau Akay-Türker, schade dass die Frazen im "obersten Rat"nun keine Vertreterin

ihrer Anliegen haben!! Somit schwindet die Hoffnung,dass auch Muslima gleichberechtigt in Österreich leben können,wieder einmal ein kleines Stückchen in die Richtung, die Erdogan für die Frauen erdenkt! Lasst euch bitte nicht entmutigen, wir alle wollen,dass hier bei uns in Österreich ALLE Frauen ihren Männern gegenüber gleichberechtigt und auf Augenhöhe gegenüberstehen! Bitte gebt einfach nicht auf! Ich kann nur hoffen,dass es endlich auch bei uns Österreichern klick im Hirnkastel macht und wir uns endlich für die Gleichberechtigung der Muslima hier bei uns einsetzen und nicht diese Patriachen von Männern,die unter der Fassade der "Religionsfreiheit", ihre Frauen auch bei uns bewusst unterdrücken!!!!

JK1976
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Erster Schritt wäre..

Wenn sich diese Religion in Richtung 21tes Jahrhundert begeben würde.

isogs
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wie sagen manche Tiroler

so ein Luder!

Bluebiru
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@isogs

Und weil manche Tiroler Frauen mit abfälligen, teilweise sogar ehrenrührigen, Bezeichnungen bedenken, müssen sie das jetzt auch tun?

Sind sie jemand mit einem gestörten Verhältnis zu Frauen oder so?

heku49
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Mutig! Frauenfeindliches Verhalten ist nicht jeder Fraus Sache.

Wohin kommen wir denn, wenn eine Frau im Islam eine eigene Meinung vertritt?

JK1976
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Wäre einmal moderner eine Frau ohne Kopftüchl zu sehen..

Als Zeichen das diese Religion im Jahr 2020 angekommen ist..

100Hallo
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