Integrationsbericht 2020Raab: "Österreich braucht keine weitere Zuwanderung"

Laut Integrationsministerin Susanne Raab habe Österreich noch mit der Last aus 2015 zu kämpfen. Demonstranten störten Raabs Pressestatement im Kanzleramt.

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Integrationsministerin Susanne Raab
Integrationsministerin Susanne Raab © APA/ROLAND SCHLAGER
 

Im aktuellen Konflikt zwischen der Türkei und der EU beim Thema Flüchtlinge stellte Integrationsministerin Susanne Raab klar: "Wir brauchen keine zusätzliche Aufnahme von Flüchtlingen." Das erklärte sie bei einer Pressekonferenz im Vizekanzleramt. Österreich habe noch nicht einmal die Folgen der Flüchtlingskrise aus den Jahren 2015 und 2016 überstanden. "Wir haben noch immer alle Hände voll damit zu tun, die Menschen zu integrieren, die damals zu uns gekommen sind".

Dies sei "ein Prozess, der Jahre dauert", denn vielen werden hier bleiben. "Wer über Migration spricht, muss Integration immer mitdenken", erklärte die Ministerin. "Deshalb warne ich: Europa darf die Fehler von 2015 nicht wiederholen." Mit Diskussionen über eine erneute Aufnahme sorge man dafür, dass sich viele auf den Weg nach Europa machen.

"Wenn Frauen und Kinder kommen, kommen die Männer nach"

Auch auf die aktuelle Forderung der Grünen, Frauen und Kinder aufzunehmen, ging Raab ein. "Österreich nimmt laufend neue Menschen auf", 11.000 Kinder und 4.000 Frauen haben in den letzten zwei Jahren Asylanträge im Land gestellt. "Und klar ist: Wenn Frauen und Kinder nach Österreich kommen, dann kommen die Männer nach."

Österreich habe viel geleistet in den letzten Jahren, 100.000 Menschen waren in den Wertekursen, tausende Deutschkurse wurden angeboten. "Aber es gibt noch immer ganz viel zu tun", es leben noch immer viele in Asylquartieren, Tausende seien noch in Deutschkursen. Zudem seien aktuell 32.000 Asylberechtigte beim AMS gemeldet. "Und das wird uns auch noch in den kommenden Jahren beschäftigen."

Demonstranten störten Termin

Nach dem Statement der Ministerin unterbrachen Demonstranten mit einer Aktion den Termin. Sie enthüllten ein Transparent mit der Aufschrift "Grenzen schließen heißt, auf Menschen schießen" und warfen der Regierung unbarmherziges Handeln vor. Wenig später wurden sie von Mitarbeiter hinausgeleitet, das Vizekanzleramt unterbrach umgehend die Live-Übertragung der Pressekonferenz auf ihrer Website.

Laut UNHCR lag Österreich 2019 global gesehen mit 131.366 Schutzberechtigten auf Platz 14. Das entspricht einem Anteil an der Bevölkerung von 1,47 Prozent. Weltweit am stärksten betroffen ist der Libanon (13,57 %). In der Türkei liegt der Anteil pro Kopf fast dreimal so hoch wie in Österreich.

Entschuldigung von Rendi-Wagner gefordert

ÖVP-Generalsekretär Axel Melchior verlangt eine Entschuldigung von SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner, nachdem Vertreter von SPÖ-Jugendorganisationen eine Pressekonferenz von VP-Integrationsministerin Susanne Raab gestört haben. "Wer keine guten Argumente hat, der muss offensichtlich zu solchen Methoden greifen", so Melchior in einer Aussendung am Donnerstag.

"Wir lassen uns von unserem Kurs durch solche mutwilligen Störversuche nicht abbringen", meinte Melchior. Österreich habe seit 2015 "enormes geleistet" und braucht "keine neue Zuwanderungswelle".

 

Kommentare (35)
voit60
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Niederoesterreichische Fluechtlingsunterkunft

Die leer steht, und für die langfristig 45.000 Euro bezahlt werden muss. Den wahnwitzigen Vertrag schloss damals die Mikl-Leitner.

crawler
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Von den älteren

Parteigängern der abgewählten "Sozialpartei" ist man ja einiges an Ideenlosigkeit gewöhnt. Dass aber die Jugend dieser Partei keine aucg keine besseren Einfälle haben um sich in's Licht der Medien-Kameras zu setzen erstaunt doch. "Grenzen schließen heißt auf Menschen schießen" Also liebe Polizisten. Ihr seid also schon vorab als Mörder abgestempelt.

5V8ELOFHV4Z391N2
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Wie wäre es der Oma unseres Herrn BK wohl damals gegangen

wenn man am Ende des 2.Weltkrieges die Grenzen geschlossen hätte?

feringo
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@gerhardkitzer: BKs Oma

Da gings aber nicht um arabische Kultur und Scharia.

isogs
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Aber wie

Gegen weitere Aufnahme von Flüchtlingen oder besser gesagt gegen Wirtschaftsflüchtlinge mag okay sein ,aber wie halten wir sie davon ab, zu uns zu kommen? Grenzen dicht machen wird auf Dauer nicht funktionieren. Für Hife vor Ort gibt es kein Geld von Österreich und EU. Also ist guter Rat gefragt.

Natur56
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Vollkommen richtig....

nur müßte das in erster Linie Deutschland einmal vermelden, speziell Frau Merkel auf deren Einladung noch immer so manche pochen. Solange nicht Europa geschlossen sagt wir können keine Flüchtlinge mehr nehmen und zugleich massive Hilfe Vorort anbietet wird es nicht funktionieren.

Lamax2
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Das Signal!!

Für mich entscheidend ist das Signal, das man durch unüberlegte Holaktionen an die Fluchtländer sendet;"schaffst du es nach Griechenland, sind dir Europas Türen offen". Das kann es nicht sein und die Deutschen bereuen sicherlich heute noch, dass sie die Schleusen geöffnet haben und die Willkommenskultur erst richtig salonfähig gemacht haben. Österreich braucht sich wirklich nicht vorwerfen lassen, bei der Aufnahmen von Flüchtlingen nicht humanitär zu handeln.

crawler
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Obwohl

beharrliche Kurzgegner das nie einsehen werden: Sie hat mit ihrer Einschätzung recht. Da werden ihr auch die meisten Österreicher zustimmen.

Lodengrün
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Sage Sie bloß

das Sie ein Kurz Fan sind? Einem Mann der der Staatsanwaltschaft Parteilichkeit unterstellt? Einem Mann der eine vom Volk gewählte Regierung mit einem Strategiepapier aus den Angeln hebt? Aber hallo

Natur56
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@Lodengrün

ja stellen Sie sich vor es gibt auch Menschen die eine andere Meinung haben und manchmal trauen sich die auch etwas zu sagen....

cindymax1
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Raab: "Österreich braucht keine weitere Zuwanderung"

Aha, da sind aber Experten anderer Meinung.

Da bringen die neuen,jungen Politherrschaften wohl einiges durcheinander.

Sam125
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Cinymax1, die anderen "Experten" meinten bestimmt, dass wir mehr QUALIFIZIERTE

Menschen die wir dringend für die Wirtschaft benötigen uns Land bringen müssten und nicht Menschen die zwar bei uns bleiben wollen,aber die sich nicht in unsere Kultur und Lebensweise integrieren wollen,die unsere Sprache nicht lernen wollen,die in ihren von ihnen selbst geschaffenen Parallelwelten leben und vom Staat Österreich,also von uns, eigentlich nur die soziale Absicherung und die Mindessicherung haben wollen!Ja solche Menschen zu integrieren ist bestimmt eine große Aufgabe,wie man ja auch an Hand der Brennpunktschulen sehen kann!Aus den meisten Migranten die 2015 kamen,werden bestimmt keine Facharbeiter sondern Familienväter mit vielen Kindern für deren soziale Absicherung wieder der vater Staat aufkommen muss usw unw ...!

feringo
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@cindymax1 andere

Experten sind nicht anderer Meinung, sie meinen lediglich anders qualifizierte Personengruppen.

stadtkater
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Die gebrauchten Facharbeitskräfte

sind halt leider auch diesmal nicht unter den Flüchtlingen!

Oberwoelzer
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Flüchtlinge

Wer für die Aufnahme von Flüchtlingen ist selbst Flüchtlinge bei sich aufnehmen und versorgen.

stadtkater
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Wie viele der zugelassenen Flüchtlinge

von 2015 erhalten sich heute schon vollständig durch eigene Arbeit?

X22
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Für Deutschland gibt es Zahlen und

Wie viele Geflüchtete haben einen Job?

Derzeit liegt die Beschäftigungsquote der Geflüchteten bei rund 35 Prozent. Ziel der Bundesagentur für Arbeit ist es, im Jahr 2025 eine Quote von 50 Prozent zu erreichen. Das würde dann der Quote bei der Gruppe aller anderen Migrantinnen und Migranten in Deutschland entsprechen. Detlef Scheele, Bundesvorsitzender der BA, sagte ZEIT ONLINE, er erwarte, dass diese Quote sogar etwas eher erreicht sei.

50 Prozent klingt vielleicht niedrig. Aber in der Beschäftigungsquote werden auch Kinder, Jugendliche und Rentner mitgerechnet, die aus guten Gründen nicht arbeiten und die Quote senken. Zum Vergleich: Die Beschäftigungsquote der Deutschen liegt bei 69,4 Prozent.
Die Integration in den Arbeitsmarkt dauert allerdings, hat das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ermittelt. Während nur acht Prozent der Migrantinnen und Migranten im jeweiligen Zuzugsjahr eine Arbeit finden, sind es nach fünf Jahren schon 50 Prozent, nach 15 Jahren aber knapp 70 Prozent.

Balrog206
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Xx

Ist ein geringfügig Job da auch als Beschäftigung mitgerechnet oder ? Solche Statistiken gehören ganz aufgeschlüsselt um wirkliche Daten zu erhalten ! Den wenn da einer 2 std pro Tag etwas macht( vielleicht auch noch gefördert ) , naja, ist das schon was anderes als eine feie Vollzeit Beschäftigung !

X22
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Für wie Blöd hälts die Deutschen?

Aber du kannst auch beim UNHCR anfragen, die haben weltweite Statistiken, das Schema ist überall gleich, nach einer Zeit sinds im Arbeitsmarkt verankert.
Frag den Herrn Kopf vom AMS, der kann dir genaue Zahlen liefern oder du bist ja auch bei der WK, vielleicht hilft dir die weiter

Balrog206
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Net

Bös sein das sind für mich nur schön Färber Statistiken ! Hilft einer zb bei einer Gärtnerei 2 Tage die Woche ups Bravo ist er schon in Beschäftigung ! Bitte sag mir wo die alle arbeiten sollten als was vor allem ! Sprache usw usw ich hab Bewerbungsgespräche die sind oft schon 15 Jahre oder noch länger hier die können oft fast nix ! Meisten Leben in Graz in den bestimmten Vierteln da braucht man auch die Sprache nicht ! Hör mir auf mit den Zwangsgebühren Betrieben ! ! Aber wenn so is wie du sagst dann können wir uns gratulieren alles richtig gemacht Jobs werden besetzt sie erhalten sich alle selbst Bravo Bravo sag ich nur !

stadtkater
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Das UNHCR

interessiert nur wie viele von wo nach wo auf der Flucht sind.

X22
1
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Täuschen sie sich nicht,

die beschäftigen sich auch mit den Folgen der Migration

stadtkater
1
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Leider weiss das weder das AMS noch die WKO

Das AMS kennt nur die beim Arbeitsamt gemeldeten Asylberechtigten. Alle nicht dort gemeldeten (z. B. Frauen) werden dort nicht berücksichtigt.

Die Zahl, wie viele der Asylberechtigten von 2015 teilweise oder ganz Mindestsicherung erhalten, ist geheim.

X22
20
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Das sollte man für Österreich auch machen, dann würde man auch sehen

wie gut die Regierung war oder wie schlecht, einer war zumindest immer dabei, fällt diese Bestandsaufnahme schlecht aus, ist es ein weiterer Grund, diese Person von dieser Position zu kicken

X22
13
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Asylberechtigte kommen recht gut am Arbeitsmarkt unter, meist aber nur als Hilfsarbeiter – was sich später rächen könnte, warnen Experten----Standard 06-2019--Die Zahlen klingen auf den ersten Blick ausgesprochen gut. Das Arbeitsmarktservice (AMS) sieht sich Monat für Monat an, wie gut die Integration von anerkannten Flüchtlingen und subsidiär Schutzberechtigten in Österreich funktioniert. Von jenen Menschen, die 2015 in Österreich Asyl erhielten und beim AMS gemeldet waren, arbeiteten im Juni 2019 immerhin 44 Prozent. Das sagt aber noch nichts darüber aus, wie viele Menschen, die im Rahmen der großen Fluchtwelle im Herbst 2015 nach Österreich gekommen sind, bereits einen Job haben. Viele Asylverfahren ziehen sich nämlich über Jahre hin, besonders bei Afghanen dauert der Prozess lange.

Wer also im Herbst 2015 gekommen ist, hat daher meist erst viel später Klarheit darüber, ob er bleiben kann oder nicht.
Doch selbst das ändert am erfreulichen Gesamtbild zunächst wenig. Von den Menschen, die erst 2016 in Österreich Asyl erhielten, haben derzeit nämlich 39,8 Prozent Arbeit. In dieser Gruppe ist die Beschäftigung sogar schneller gestiegen als unter Menschen, die 2015 Asyl erhielten. Ähnlich erfreulich verläuft übrigens die Entwicklung unter Menschen, die 2017 Asyl zuerkannt bekamen.
"Zweischneidige Sache"
Aber bedeutet das bereits, dass die Integration der Betroffenen geglückt ist? Experten sind sich einig: Nein, so einfach ist es nicht. "Eine rasche Integration in den Jobmarkt ist eine zweischneidige Sache", sagt der Migrationsexperte der Industriestaatenorganisation OECD, Thomas Liebig. Wenn sich Geflüchtete selbst erhalten können, sich am Arbeitsmarkt entfalten und einbringen, ist das für die ganze Gesellschaft vorteilhaft.

Nachteilig ist, wenn Flüchtlinge schnell in Jobs für Niedrigqualifizierte gedrängt werden. Wenn eine Rezession kommt, sind diese Menschen nämlich im Regelfall die Ersten, die ihre Arbeit verlieren. "Das ist deshalb schlecht, weil die Flüchtlinge schlechtere Wiedereinstiegschancen haben als Einheimische, da sie die Sprache nicht so gut beherrschen und oft niedriger qualifiziert sind", sagt Liebig. Erst dann auf Nachschulungen zu setzen sei meist schon zu spät, weil Schulungen Zeit in Anspruch nehmen.

X22
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Ist schon interessant, so viele sind begeistert weil einer nach den Zahlen fragt

kriegens die Zahlen, sinds entäuscht weil es nicht ihrer Wirklichkeit von "Asylanten" entspricht, der muss Arbeitslos sein

 
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