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Der Wahlsieger im PorträtDoskozil: Mit schwacher Stimme zu ungeahnter Stärke

Der ehemalige Polizist hat Ankündigung wahr gemacht und der Sozialdemokratie gezeigt, wie man Wahlen gewinnt.

BURGENLAND-WAHL: LANDHAUS - DOSKOZIL
BURGENLAND-WAHL: LANDHAUS - DOSKOZIL © (c) APA/HERBERT P. OCZERET (HERBERT P. OCZERET)
 

Mit schwacher Stimme zu ungeahnter Stärke: Hans Peter Doskozil steigt mit seinem fulminanten Sieg bei der burgenländischen Landtagswahl nun endgültig zum neuen starken Mann in der SPÖ auf. Der 49-Jährige hatte vor der Wahl den Mund ziemlich voll genommen und angekündigt, der Sozialdemokratie zu zeigen, wie man Wahlen gewinnt. Diese Ankündigung hat er am Sonntag eindrucksvoll zur Tatsache gemacht.

Sein Erfolgsrezept: In der Sozialpolitik links, ganz aufseiten des kleinen Mannes, in der Sicherheits- und Migrationspolitik so weit wie nur möglich rechts. Mit diesem Kurs folgt Doskozil ganz der Linie seiner Vorgänger. Die burgenländische Sozialdemokratie war schon immer Teil des rechten Flügels der Partei.

Der Ex-Verteidigungsminister hat mit dem heutigen Ergebnis sein Wahlziel mehr als übertroffen. Er wollte das Resultat aus dem Jahr 2015 bloß ein wenig verbessern. Bei der letzten Landtagswahl unter Hans Niessl hatte die SPÖ mit 41 Prozent und einem Minus von über sechs Prozentpunkten den geringsten Zuspruch seit 1964, als sie zur dominierenden Kraft im Land wurde, erzielt.

Zur Person

Hans Peter Doskozil, geboren am 21. Juni 1970 in Vorau in der Steiermark, lebt in Kroisegg (Bez. Oberwart).

Polizist, zuletzt Landespolizeidirektor (bis 2016), berufsbegleitend Studium der Rechtswissenschaften.

SPÖ-Gemeinderat in Grafenschachen von 2007 bis 2012.

Verteidigungsminister von 2016 bis 2017, ab Dezember 2017 Landesrat, seit 8. September 2018 SPÖ-Landesparteichef, seit 28. Februar 2019 Landeshauptmann des Burgenlandes. Verlobt, Vater zweier Kinder aus erster Ehe.

Mit dem heutigen Ergebnis wird Doskozil auch seine Kritiker, die ihm die Koalition mit der FPÖ übel nehmen, zum Schweigen bringen. Es ist davon auszugehen, dass der Landeshauptmann versuchen wird, der Partei seine Linie aufs Auge zu drücken. Von Parteichefin Pamela Rendi-Wagner ist Doskozil ohnehin nicht gerade ein Fan, auch wenn es maßgeblich er war, der ihren Sturz vergangenen Herbst verhinderte. Parteiinsider meinen, Doskozil wollte vor seiner Wahl keine Unruhe und danach entweder einen ihm genehmen Nachfolger oder später sich selbst als Spitzenkandidat bei der nächsten Nationalratswahl in Position bringen.

(c) APA/ROBERT JAEGER (ROBERT JAEGER) BURGENLAND-WAHL: DOSKOZIL (SPÖ) mit seiner Verlobten Julia
BURGENLAND-WAHL: DOSKOZIL (SPÖ) mit seiner Verlobten Julia © (c) APA/ROBERT JAEGER (ROBERT JAEGER)

Laboriert schon länger an hartnäckigen Stimmproblemen

Nach dem Urnengang in der Heimat muss er allerdings nun schauen, dass er seine gesundheitlichen Probleme dauerhaft in den Griff bekommt, denn er laboriert schon länger an hartnäckigen Stimmproblemen, die bereits zwei operative Eingriffe erforderten. Eine dritte Operation soll heuer folgen. Privat ist Doskozil mit der 36-jährigen Julia aus Deutschland verlobt und plant im Frühjahr eine Hochzeit. Aus erster Ehe hat er einen Sohn und eine Tochter.

Auch beruflich hat er schon einige Wechsel vollzogen: Mit 19 Jahren ging er in der Bundeshauptstadt zur Polizei und begann ein Jusstudium, das er im Jahr 2000 abschloss. Nach einer Dienstzuteilung bei der Sicherheitsdirektion Burgenland war er in Wien in der Bundespolizeidirektion und danach im Innenministerium tätig. Wieder zurück im Burgenland, stieß er zum Team von Landeshauptmann Niessl, der ihn 2010 zu seinem Büroleiter machte.

Niessl-Nachfolger

Zwei Jahre später wurde Doskozil Landespolizeidirektor. Der Fund von 71 Leichen im Kühl-Lkw auf der Ostautobahn am 27. August 2015 und die im September desselben Jahres beginnende Flüchtlingskrise mit Nickelsdorf als einem der Brennpunkte verschafften dem Polizeichef mediale Bekanntheit und Anerkennung für seine unaufgeregte Art des Krisenmanagements.

Im Jänner 2016 wurde Doskozil als Ressortchef ins Verteidigungsministerium geholt, wo ihm viele bis heute noch nachweinen. Denn er schaffte es, für das Bundesheer mehr Geld herauszuholen und ihm ein positives Image zu verpassen. Ende 2017 zog es den Burgenländer wieder in die Heimat, wo er zunächst die Ressorts Finanzen und Kultur sowie die Spitäler übernahm. Ende Februar des Vorjahres wurde Doskozil nach dem Rückzug von Niessl zum neuen Landeschef gekürt.

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Danke für Ihr Verständnis.

Irgendeiner
6
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Naja, also ich find das toll,ehrlich,ich hätte nie gedacht daß Doskozil

so tief ins türkise Lager reinwirkt, die Begeisterung ist ja überwältigend und ich seh einen einzigen Nick hier den ich auch nur u.U. der linken Reichshälfte zuordnen würde,der Mann hat wirklich Fans, weil es ja sicher nicht darum geht den Bundesroten mit Rendi am Zeug zu flicken, weil man weiß.daß ein Doskozil dem frechen Basti der zur Zeit das nächste freche Märchen erzählt, nämlich das Menschen laufen würden weil da Retter sind und nicht weil sie bedroht würden oder den frechen Nehammer der sich dazu versteigt, Menschen in Folterlager zurückschicken zu wollen,beide haben mich übrigens schon rotzfrech belogen und können ja klagen wenn was nicht paßt,daß dieser Doskozil denen bei der frechen Agenda nicht in die Hand fallen könnte,nein das wäre ja Kalkül und daß dem einzigen der was anderes sagt das binnen ein paar Sekunden abhanden gekommen ist,mir nämlich, ist auch Zufall.Also wenn ich das so betrachte will keiner Basti,alle wollen Doskozil.Aber irgendwas sagt mir daß sich das ändern würde wenn er den roten Vorsitz übernimmt,naja dafür paßt das wieder ins türkise Charakterbild.Und wer antworten will kanns gerne tun, bis auf den einen,der schon sicher ein Rendevouz hat,man lacht.

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Irgendeiner
1
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Addendum:Ach ja,silence is golden, golden,

but my eyes still see,man lacht,oder wie Ambros einst sang, weil die Helden san scho olle tot.Wenn ich die Zeit hätte würde ich mal über forale Neotenie schreiben,also weiterstricheln und auf den Plätzen bleiben,man lacht.

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domenica
2
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Doskozil

schwache Stimme - aber die meisten Stimmen - und innerlich stark! Gratuliere dir und deinen Leuten!!!

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Imandazu
2
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„Soziales“ wird wieder wichtig.

Doskozil punktet mit sozialen Maßnahmen und einer realistischen Sicht auf die Migrationsfrage, währen Kurz kein Problem damit hat, kleine Lohnempfänger hunderte Kilometer von der Familie entfernt zur Arbeit zu schicken. Die Bundes-SPÖ träumt inzwischen weit oben vor sich hin.

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Irgendeiner
17
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Er ist ein Populist, er soll endlich Verfassungsrecht nachlernen,

ja, die soziale Agenda ist das letzte was er von den Roten noch hat,aber er befördert damit den nackten Wahnsinn der Folterlagerverschicker.Und wenn die Roten auf den Zug aufspringen werden sie überflüssig, wie es die Meinungsfreiheit sichtbar auch wird,
die Konservatriven sind schon Geschichte.
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Irgendeiner
3
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Addendum:Basti first,erst die Tragödie, dann die Farce,

wie bei Marx,auch Liberale könnens,seiza und Meditation:In dürren Blättern säuselt der Wind und nicht lachen........

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schteirischprovessa
1
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Deine Ratschläge würden die Roten in die

Bedeutungslosigkeit befördern.

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schteirischprovessa
2
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Als einer, der etwa die Hälfte der Woche im Burgenland lebt, muss ich dich etwas korrigieren:

In einem guten Teil für den Erfolg verantwortlich ist, dass er eine Migrationspolitik vertritt, die jener von Kurz in vielen Bereichen ähnlich ist.

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schteirischprovessa
1
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Als einer, der etwa die Hälfte der Woche im Burgenland lebt, muss ich dich etwas korrigieren:

In einem guten Teil für den Erfolg verantwortlich ist, dass er eine Migrationspolitik vertritt, die jener von Kurz in vielen Bereichen ähnlich ist.

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Imandazu
4
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Aber dann

hätte die Kurzpartie haushoch gewinnen müssen, oder?

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Irgendeiner
17
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SEHR GEEHRTE REDAKTION,

ich darf ersuchen mir mitzuteilen warum ein rechtlich, soziologisch, und historisch korrektes Posting wegkam,sintemalen ich keinen der Vorwürfe hier zum ersten Mal erhoben habe und in jeder Form zur Verfügung stehe.Überdies hab ich seit geraumer Zeit den Eindruck,von Entscheidungen getroffen zu werden die einem Biorythmus folgen,was in einer Partnerschaft immer eine notwenige Moleste ist,aber nimmer in einem Diskussionsforum, dort erwarte ich nur eins, Waffengleichheit, den Rest mach ich schon selbst.Und ich darf hinzufügen, daß ich schon als Kind gerne an Mutters Fleischtöpfen saß und später an denen meiner Gefährtinnen, schöne Zeiten, aber das ich keinesfalls und nicht um die Burg an Fleischmanns Töpfen sitzen werde,das ist mein Recht, zumindest solange es eine Demokratie ist und man mich nicht in Folterlager verschicken kann.

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Miraculix11
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Jemand wollte die Leser Deiner Beiträge

verschonen :-)

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Irgendeiner
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Ja und es überschätzt sich massiv,

ich weiß. Man wird ja sehen.

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schteirischprovessa
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Man sieht, dass man mit vernünftiger Politik

auch als Sozialdemokratie Erfolg haben kann.
Doch ob Rendi Wagner, Leichtfried, Muchitsch & Co daraus Lehren ziehen, mag bezweifelt werden.
Wobei neben einer inhaltlichen Neuausrichtung wohl auch nur eine Ablöse der obengenannten zu raten ist.
Doch wie sollen so viele neue Kaninchen aus dem Resourcenzylinder gezaubert werden?

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ReinholdSchurz
3
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Unglaublicher Erfolg 👍🥇

Die Burgenländer wissen genau wenn sie für die nächsten Jahre vertrauen werden sie lassen sich nicht vom grün türkisen Zirkus blenden und mit Herrn Doskozil sind sie best möglich vertreten.
Man nimmt einfach alle wichtigen Themen auf und grenzt keinen aus und schon holt man Stimmen von allen Seiten, einfach großartig. Gratulation an alle Wähler von Herrn Doskozil und der SPÖ in Burgenland.
Der Rest der SPÖ sollte neidisch nach Burgenland blicken und daraus lernen, es geht doch sich den Menschen wieder zu nähern und denn Sorgen derer ernst zu nehmen und schon wird man gewählt.

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Civium
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Das muss ihm einer nachmachen!!

Da kann muss sogar der Bundesbasti neidisch ins Burgenland schauen!!!
Die Pam muss sich auch vor der Provinz verbeugen!!

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KlausLukas
1
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Gratulation ...

...dem Burgenland. Die sind nicht den gefalteten Händne und den langen Ohren auf dem Leim gegangen.

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