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Polen kauft einKZ Mauthausen-Gusen: Eigentümer sind verkaufsbereit

Das Innenministerium prüfe daher aktuell die Optionen für den weiteren Umgang mit Gedenken in Gusen.

KZ Mauthausen-Gusen
Ein Großteil der Grundstücke des einstigen Konzentrationslagers Gusen ist im Privatbesitz. © APA
 

Polen will Überreste des einstigen KZ-Komplexes Mauthausen-Gusen in Oberösterreich kaufen. Zu dieser Ankündigung sagte der Sprecher des Innenministeriums, Christoph Pölzl, am Sonntag zur APA, dass ein Teil der Privateigentümer eine Verkaufsbereitschaft signalisieren würde. Das Innenministerium prüfe daher aktuell die Optionen für den weiteren Umgang mit Gedenken in Gusen.

Ein Großteil der Grundstücke des einstigen Konzentrationslagers Gusen ist im Privatbesitz. Nachdem ein Teil der Privateigentümer eine Verkaufsbereitschaft signalisiert hatte, habe das Innenministerium 2018 eine Machbarkeitsstudie als Entscheidungsgrundlage "zum weiteren Umgang mit dem Gedenken in Gusen" in Auftrag gegeben. Derzeit prüfe man die Optionen, die darin enthalten sind. Welche Optionen dies sind, wollte Pölzl aber nicht verraten.

Muss aufgewertet werden

Barbara Glück vom Mauthausen-Memorial plädierte am Sonntag in einem Bericht des "ORF Oberösterreich" dafür, dass die Republik Österreich die Grundstücke kaufen sollte. Es sei schon einiges vor Ort und dennoch müsse die Gedenkstätte aufgewertet werden.

Pölzl sagte zur Aussage von Frau Glück, dass sie "als Direktorin für das Mauthausen Komitee Österreich" spreche und die Sache aber eine "politische Entscheidung" sei. Wenn das Innenministerium mit der Prüfung der Optionen fertig sei, brauche es in weiterer Folge eine gemeinsame Entscheidung der Republik Österreich.

71.000 Gefangene

Im Konzentrationslager Gusen, einem Außenlager des KZ Mauthausen, hielten die Nationalsozialisten bis zur Befreiung durch die Alliierten 1945 mindestens 71.000 Menschen aus 27 Nationen gefangen, mehr als die Hälfte kam zu Tode. Dass Polen die Überreste des ehemaligen KZ kaufen möchte, kündigte der polnische Premier Mateusz Morawiecki am Freitag bei einem gemeinsamen Besuch mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel im früheren NS-Vernichtungslager Auschwitz an. Im September hatten bereits ehemalige polnische Überlebende des einstigen KZ-Komplexes an die österreichischen Behörden appelliert, die Überreste des Lagers Gusen von den jetzigen Privatbesitzern zu kaufen.

Kommentare (4)

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zweigerl
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Holocaustinvestment

Es ist belastend genug, dass die Trümmer einer schandbaren jüngsten Vergangenheit für alle Zeiten aufzuräumen sein werden. Deren Relikte jedoch auch noch ans Ausland zu verkaufen, das sich damit für alle Zeiten die historische Lossprechung von eigenen schweren Verfehlungen erkauft, gehört doch wohl nicht in das Kapitel der notwendigen Geschichtsaufarbeitung. PolensReparationsforderungen in Milliardenhöhe 75 Jahre nach Ende des Weltkriegs beweist, worauf allein man es bei diesem historischen Investment abgesehen hat.

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wahrheitverpflichtet
8
3
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und alle wissen es!

was Österreich für einen Umgang mit seiner Nazi Vergangenheit hat! DAS GRÜNDE VON MAUTHAUSEN IN PRIVAT BESITZ SIND SCHON SEHR FRAGWÜRDIG BZW WIE KOMMEN DIE ÜBERHAUPT IN PRIVAT BESITZ? SCHANDE ÜBER UNSERER LAND

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muckgre
9
2
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KZ

Wenn Österreich Mauthausen verkauft, kann es gleich die ganze Republik verkaufen. Ist Kurz Österreicher oder ein Pole?

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CuiBono
3
12
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Nein - kein Verkauf

Mauthausen ist ein Monument der Ö-Geschichte und dient der Aufarbeitung der Ö-Nazibeteiligung und als Mahnmal für die Nachkommen.

Mauthausen MUSS Ö-Eigentum bleiben!

PS:
im Übrigen traue ich den Polen - vor allem der jetzigen Regierungspartei mit dem Zwilling als Schattenchef und eindeutigen antidemokratischen Tendenzen - nicht über den Weg.
Der durch diese Konstellation eingeleitete politische Sittenverfall in Polen wird viele viele Jahre der Korrektur benötigen.
Eindeutiges Minimieren von EU-Fördermilliarden wären da ein adäquates und sofort einsetzbares Mittel.

Schluss mit lustig auf Kosten von uns Nettozahlern.

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