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Gezerre um SPÖ-VorsitzRendi-Wagner: "Ich bin Chefin und bleibe Chefin"

SPÖ-Vorsitzende Rendi-Wagner hat am Freitag bekräftigt, dass sie an der Spitze der SPÖ bleibt. Für die gekündigten Mitarbeiter sollen Möglichkeiten der Weiterbeschäftigung gesucht werden.

© (c) APA/HELMUT FOHRINGER (HELMUT FOHRINGER)
 

Totgesagte leben länger: SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner hat am Freitag nach der SPÖ-Sitzung im Wiener Rathaus angekündigt, an der Parteispitze zu bleiben. Wörtlich sagte Rendi-Wagner: "Ich bin Chefin und ich bleibe Chefin."

Zugleich betonte sie, dass sich die Partei bemühen wird, die von den Sparmaßnahmen betroffenen Partei-Mitarbeiter andernorts weiter zu beschäftigen. Die Gespräche sollen am Montag und Dienstag starten.

"Schwierige Zeit"

"Es ist eine sehr, sehr schwierige Zeit, vor allem für die Mitarbeiter der Parteizentrale", bekräftigte die Vorsitzende einmal mehr. Für Personen, die von "etwaigen Kündigungen" dort betroffen sein könnten, sollen Weiterbeschäftigungsmöglichkeiten gesucht werden. Jede Organisation, seien es Länder, Gewerkschaft oder auch Teilorganisationen, würde alles tun, um solche Möglichkeiten zu finden, beteuerte sie. "Wir wollen niemanden alleine lassen, wir wollen alle in dieser Situation unterstützen." Beim heutigen Krisentreffen habe es hier etwa von den Landesorganisationen schon Angebote gegeben.

"Verstehe den Unmut"

Angesprochen auf die harsche Kritik an der Vorgangsweise, die Kündigungen via Mail mitzuteilen, meinte Rendi-Wagner: "Ich verstehe jeden Unmut und jeden Schmerz." Man habe einen Prozess gestartet, der rechtlich abgesichert sei. "Aber es gibt keinen guten Weg, um diese schreckliche Information - nämlich eine möglicherweise anstehende Kündigung - einem Mitarbeiter mitzuteilen." Betriebsrat und Bundesgeschäftsführung seien am Mittwoch übereingekommen, dass man Klarheit schaffen wolle, erklärte sie die "Informationsschreiben".

Ziel sei auch eine "rasche Stabilisierung der Parteifinanzen", sagte Rendi-Wagner. Die Finanzlage werde wie geplant am 9. Dezember im Parteivorstand diskutiert und das Budget für 2020 dort beschlossen werden.

Zwischenzeitlich hartnäckig gestreute Rücktrittsgerüchte im gestrigen Donnerstagabend bzw. die Frage nach deren Urhebern sollen in der Sitzung keine Rolle gespielt haben. "Es war nicht im Mittelpunkt, wer wen in den letzten Stunden, Wochen oder Monaten was erzählt hat. Es interessiert mich auch nicht. Aber es ist klar, dass Intrigen und Gerüchte niemanden nützen, sondern allen nur schaden", warnte Rendi-Wagner erneut. Trotz der vergangenen Tage spürt die Parteichefin genug interne Unterstützung, die SPÖ weiter führen zu können: "Ja, dieses Gefühl habe ich."

Neun Männer, eine Frau: Die SPÖ-Chefs seit 1945

Adolf Schärf

Schärf übernahm die SPÖ unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 und blieb bis zu seiner Wahl zum Bundespräsidenten 1957 Parteichef. Im Bild: Adolf Schärf, flankiert von John F. Kennedy und Nikita Chruschtschow.

Bruno Pittermann

Bruno Pittermann führte die Partei ein Jahrzehnt lang - von 1957 bis 1967.

APA (Votava)

Bruno Kreisky

Der "Sonnenkönig" konnte erstmals für die SPÖ das Kanzleramt erobern. Bruno Kreisky war von 1967 bis 1983 Parteivorsitzender. Im Bild mit dem späteren Bundespräsidenten Heinz Fischer.

Fred Sinowatz

Nach dem Rücktritt von Kreisky übernahm Fred Sinowatz 1983 das Kanzleramt und den Parteivorsitz. Als Kanzler wurde er zwar 1986 von Franz Vranitzky abgelöst, an der Spitze der Partei verblieb er aber noch bis 1988.

Franz Vranitzky

1986 löste Vranitzky Sinowatz als Kanzler ab, 1988 wurde er auch Parteichef. Wegen Jörg Haider ließ er die Koalition mit der FPÖ platzen und nahm sich die ÖVP als Regierungspartner. Ende 1996 trat er als Kanzler und SPÖ-Vorsitzender zurück.

Viktor Klima

Zunächst Finanzminister unter Vranitzky, löste Viktor Klima diesen Anfang 1997 als Parteichef und Kanzler ab. Im Jahr 2000 verlor er nach zähen Koalitionsverhandlungen das Kanzleramt, weil der Partner ÖVP absprang und sich mit der FPÖ auf eine Regierung einigte.

Alfred Gusenbauer

Sechs Jahre musste Alfred Gusenbauer in der Opposition ausharren, ehe es ihm im Jänner 2007 gelang, wieder eine Koalition mit der ÖVP zu schmieden. Er kam aber rasch parteiintern unter Druck und musste schon im Juni 2008 sein Amt wieder abgeben.

Werner Faymann

Werner Faymann übernahm 2008 von Alfred Gusenbauer das Kanzleramt und die Parteiführung und hielt sich bis 2016.

Christian Kern

Der frühere ÖBB-Chef wollte 2016 frischen Wind in die Partei und in die mühsame Koalition mit der ÖVP bringen. Im Dezember 2018 musste er das Kanzleramt an Sebastian Kurz von der ÖVP abgeben, die sich nach der Nationalratswahl rasch mit der FPÖ auf eine Koalition verständigt hatte. Mit der Rolle des Oppositionsführers konnte er sich nicht anfreunden. Jetzt will er Spitzenkandidat der SPÖ bei den EU-Wahlen werden - und als Parteichef zurücktreten.

Pamela Rendi-Wagner

Mit der Tropenmedizinerin und früheren Gesundheitsministerin wird nun zum ersten Mal eine Frau an der Spitze der SPÖ stehen.

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45 Prozent der SPÖ-Wähler glauben an sie

Immerhin die SPÖ-Wähler glauben noch an die Parteichefin. Zumindest 45 Prozent von ihnen, wie eine ATV-Umfrage von Peter Hajek ergab. Auf Platz zwei käme der burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil mit 21 Prozent. Der genießt bei Wählern aller anderen Parteien mehr Vertrauen, selbst bei Grün-Sympathisanten, was angesichts seiner restriktiven Migrationspolitik überrascht.

Weiterer Gegenwind bläst der Parteiführung indes aus der starken Wiener Bezirkspartei in Ottakring entgegen. In einem - von der "Presse" zitierten - Brief nennt das Bezirksparteipräsidium u.a. mit dem Wiener Landtagsabgeordneten Christian Oxonitsch und der Nationalratsabgeordneten Nurten Yilmaz die Vorgänge rund um die Mitarbeiterkündigung in der Bundesgeschäftsstelle unprofessionell, verantwortungslos und aus menschlicher Sicht untragbar.

Beklagt wird etwa, dass kein Gespräch mit den Betriebsräten und den zuständigen Gremien gesucht worden sei sowie dass die propagierte Joboffensive in Wien mit den Kündigungen konterkariert worden sei. Besonders sauer stößt den Ottakringern auf, dass die Kündigungen den Betroffenen per Mail mitgeteilt wurden: "Als SozialdemokratIn sollte man sowohl MitarbeiterInnen, die sich vielfach auch ehrenamtlich engagieren, in die Augen schauen können und sich selbst in den Spiegel." Gefordert werden nun alternative Lösungen sowie ein echter Reformprozess. Denn seit dessen Ankündigung seien auch schon wieder neun Wochen vergangen.

Kommentare (39)

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rochuskobler
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Rendi...

....eine tragische Figur. Die Regie, wie in einer Seifenoper. Leider ist das Stück durchgefallen.

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hbratschi
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die spö...

...eiert genauso herum, wie die blauen mit ihrem hc. mmn sollten sich die roten vor allem schnellstens von ihrem "berater" deutsch trennen, denn der "berät" sie noch in die grube. prw kann einem nur leid tun. und mitleid ist eigentlich das unnötigste, das die nummer 1 einer partei brauchen kann...

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Robruck
0
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Sie muss noch bleiben

bis der Faymann Clan einen Nachfolger/in aufgebaut hat.
Außerdem stehen Wien und Burgenland Wahlen an - die erwarten sich ein gutes Ergebnis und wollen daher keine Personaldebatte.
Paradebeispiel: wie ruiniere ich eine Partei ................

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Estarte
4
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"ICH BIN DIE CHEFIN....."

Eine Ärztin führt "ihre" Partei weiter in den Abgrund bzw. in die Krise, und will weiterhin vehement Chefin bleiben.
Eine seltsame und beachtliche Art von Hartnäckigkeit, Realitätsferne bzw. -verlust und Ignoranz......
Es stellt sich die Frage, auf was die Dame noch wartet, oder was noch geschehen muss ???
Außer KRITIK gibt es seit Monaten kein Programm, keine Reform, keine Ideen......
Gespart wird, wie immer, an der falschen Stelle......

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ctsch
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B I T T E

Rendi-Wagner GEHEN SIE ENDLICH!!!

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leben123
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Wo ist Herr Muchitsch?

Mir fehlen die Meldungen des sonst sehr wortstarken Herrn Muchitsch?
Ist er untergetaucht oder hat er von "seiner" SPÖ auch schon die Nase voll??? Weiß irgendwer etwas von ihm??

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plolin
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Das Foto ist alles andere

als vorteilhaft. Ein böser Blick.

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Whitesands
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@plolin

Wollen sie einen Menschen mit Emotionen oder den Schauspieler Kurz?

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GustavoGans
9
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Aber

Rendi-Wagner schaut leider immer verbittert drein.
Es ist schwierig jemanden zu wählen, der drein schaut wie 3 Tage Regenwetter.

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ctsch
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Verbittert?

Bissig und böse.

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Miraculix11
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Wenns einem so geht wie ihr

...dann schaut jeder verbittert drein. Egal ob sie nun selber schuld dran ist oder nicht, Ihr Leidensfähigkeit ist sehr hoch.

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Planck
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Abgesehen davon,

dass Sie genau genommen keine Personen wählen (ausgenommen Vorzugsstimmen), sondern Parteien und deren Programme, stimmt auch das nicht.
Schau'n S' den Herpferd Bimaz an, a Gfries zum Herfotzn, owa vui suppa, da Hawara.
Da wär' euch des Ausg'schau wurscht.
Summa summarum: Ihr denkt mit den falschen Körperteilen.
Und GENAU DAS wird euch das Genick brechen.

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GustavoGans
5
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Tja

Auch wenn ich Programme wähle und keine Personen, ändert sich am Ende des Tages nichts. Die Person die ich also NICHT gewählt habe bleibt in der Regel. Das Programm welches ich gewählt habe, verabschiedet sich nach der Wahl meistens. ;)

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Planck
13
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Sagen S' bloß.

Sie sind der, der Parteiprogramme liest?
Ächt jetzt?
*lol*

Ich sag's nochmal. Eure selbstverschuldete Unmündigkeit wird euch das Genick brechen.

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Landbomeranze
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Hörn´s auf Planck,

wir denken schon mit dem richtigen Körperteil, wenn uns auffällt, dass die Frau Bures im ZIB Interview meint, "diese SPÖ" statt "unsere SPÖ" oder "die SPÖ". Oder wenn sie wie halt wie viele Politiker noch immer nicht klarkommt mit geschlechtsneutralen Bezeichnungen im Politsprech, "Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten" sagen will aber "Sozialdemokraten und Sozialdemokraten" sagt. Die sollen endlich authentisch auftreten, das vergessen, was ihnen irgendwelche Fuzzis eingeredet haben und auf konkrete Fragen konkrete Antworten geben. Statt konkret darauf zu antworten, weshalb die Kündigung der Mitarbeiter per mail geschah, werden dann irgendwelche Nebelgranaten gesetzt, die diese Frage aber genau nicht beantworten. Leider hat die SPÖ niemanden, der sie aus dem Jammertal holen kann oder holen will. Doskozil wäre so einer aber der bleibt auch lieber im Burgenland (gewinnt dort die nächste Wahl) als den Komödiantenstadel aufzuräumen. Kurz hat das in der ÖVP perfekt gemacht aber ein Kurz ist in der SPÖ weit und breit nicht in Sicht, ausgenommen eben Doskozil.

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Planck
10
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Schon okay, ranzerl.

Ihr seid eures Unglücks Schmied, oder vielleicht auch eures Glückes, who knows? *g
Ich verteidige die SPÖ nicht, ich behaupte lediglich, ihr habt allesamt keine Ahnung, was ihr euch eintretet.
Weil ihr nicht lest, was sie euch schreiben.
Weil ihr überhaupt nicht lest.
Keine Bücher, und schon gar keine Parteimanifeste.
Das bissl, das ihr lest, schreibt ihr euch hier selber, und das war's dann.
Und ich habe kein Mitleid mit euch, wenn es soweit ist *gg

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Cirdan
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Sie ist eventuell die Richtige,

hat aber mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit die falschen Einsager.

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pescador
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.

Frau R-W es ist vorbei. Man sollte erkennen wenn es genug ist.

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leben123
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Gemeinsames ABSAUFEN

Sie checkt anscheinend noch immer nicht, dass sie wohl beim gemeinsamen "Absaufen der SPÖ" dabei sein wird!!! Eine Frau ohne Charisma und Durchsetzungsvermögen kann die SPÖ NIE und NIMMER aus der Krise führen, das Schiff wird "absaufen", aber sie als "Kapitänin" muss ja die letzte sein ……..

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Planck
29
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Ja wissen S',

Charisma ist etwas, das sich in Ihrer Vorstellung abspielt, andere Menschen werden davon jeweils andere Vorstellungen haben.
Durchsetzungsvermögen können Sie nicht beurteilen, weil Sie mit absoluter Sicherheit nicht in der Position sind, zu beurteilen, was sie wann, wie und wem gegenüber durchsetzt oder auch nicht.
Was Sie hingegen beurteilen könnten, wäre, wofür die SPÖ steht, beziehungsweise nicht.
Dazu müssten Sie aber das Parteiprohtramm lesen *g

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Sam125
3
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Bitte Frau Rendi-Wagner, bleiben sie nicht auf ihrem "Sessel" kleben, sehen Sie

Was sie damit anrichten! Denn auch Herr HC Strache wollte sich nicht von der großen Supoenschüssel abdrängen lassen und was geschahr mit der FPÖ in der Steiermark?Ja die Ibiza-Affäre und die Abwahl der gesamten Regierung, die ja vorallem von der SPÖ, FPÖ und Liste Jetzt ausgegangen ist, hatte einen großen "Tsunami"in allen dreien Parteien ausgelöst!! Frau Rendi-Wagner lassen sie los und die SPÖ kann sich vielleicht wieder erholen! Geht doch endlich wieder auf
den Menschen zu, die euch einmal ihr Vertrauen geschenkt hatten und fragt sie doch,warum sie euch den"Rücken" gekehrt haben!!Werdet wieder eine Partei,die auch für die alteingesessenen Österreicher da ist! Geht doch unters Volk damit ihr wißt welche Ängste und Sorgen die Menschen hier in Österreich wirklich haben! Und macht sie nicht mehr Mundtod, lasst die Menschen endlich auch zu Wort kommen! Alles Gute SPÖ und Frau Rendi-Wagner!

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freeman666
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Wetten laufen bereits:

Wer darauf wettet, dass Rendi Wagner das Jahr 2019 und 2020 politisch überlebt, kann schon das 7, 6 fache des Einsatzes gewinnen. ...unglaublich auf was alles gewettet werden kann....

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georgXV
2
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bitte NICHT vergessen !!!

Pamela Rendi ist erst seit 2017 Mitglied der SPÖ.
Als Quereinsteigerin fehlt ihr LEIDER der typische und notwendige sozialistische Stallgeruch.
Sie hat noch NIE eine größere Organisation geleitet, geschweige denn Erfahrung mit dem Management von Krisen.
Warum tut sich Pamela Rendi diesen Job an ???
In ihrem angestammten Beruf als Ärztin würde es ihr wesentlich besser gehen.

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himmel17
15
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Jetzt auf einmal, ...

... so kurz vor Weihnachten, zeigt Rendi - Wagner Mitgefühl (Wir wollen niemanden alleine lassen.) für die per E - Mail entlassenen, treuesten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wer hat ihr denn jetzt wieder einsagen müssen? Ihr süßes Gesicht kann nicht mehr über ihr Herz aus Stein hinwegtäuschen.

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Whitesands
16
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@himmel

Ich wurde per SMS entlassen. Wie sollte man denn Ihrer Meinung nach voraussichtliche Kündigungen kommunizieren?

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Miraculix11
0
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Whitesands, das kommt natürlich vor

Aber ich wette Dein Boss hatte nicht plakatiert „Menschlichkeit siegt.“ Ok, der war sicher kein Politiker (kein Plakat) aber analog: Hat Dein Boss den guten Menschenfreund gespielt und Dich dann per SMS entlassen?

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