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''Brücken bauen''Fischer verteidigt Auftritt im Abdullah-Zentrum

Alt-Bundespräsident: Können nicht immer nur vom Brückenbauen reden - Nicht-Teilnahme an Konferenz wäre für Österreich "Blamage".

© APA
 

Alt-Bundespräsident Heinz Fischer hat seinen Auftritt bei der Konferenz des umstrittenen, weil von Saudi-Arabien finanzierten "König-Abdullah-Zentrums für interreligiösen und interkulturellen Dialog" (KAICIID), verteidigt. Man könne nicht immer nur vom Brückenbauen reden, man müsse die Brücken, die bereits existierten, auch nutzen, sagte Fischer am Mittwoch am Rande der Konferenz zu Hassrede.

Es sei nicht genug, "bei jeder Gelegenheit" zu sagen, "Wir sind die Brückenbauer, die den Dialog forcieren" - und "wenn dann eine Brücke da ist, eine so prominente Brücke, über die so viele drüber gehen, bleiben wir stehen und sagen, über diese Brücke gehe ich nicht", sagte Fischer zu der an ihn gerichteten Kritik wegen seiner Teilnahme an der Konferenz.

Thema Hassrede

Die zweitägige Konferenz in der Wiener Innenstadt widmet sich dem Dialog über Meinungsfreiheit und der Rolle von Politik und Medien beim Thema Hassrede. Das in Wien ansässige Abdullah-Zentrum steht vor allem wegen seiner Finanzierung durch das saudische Regime in der Kritik und war nach einem Entschließungsantrag im Parlament mit der Schließung konfrontiert.

Es sei wichtig, eine "klare Linie" zu haben, für Menschenrechte und gegen Hassrede einzutreten, begründete Fischer seine Teilnahme an der Konferenz vor Journalisten. Gleichzeitig habe er auch ein Bekenntnis gegen die Todesstrafe - in Saudi-Arabien wurden allein 2018 rund 150 Menschen hingerichtet - formuliert. "Und das auf österreichischem Boden tun zu können, in Gegenwart von so vielen prominenten internationalen Gäste, (...) ich glaube es wäre eine Blamage, wenn wir da kneifen würden und sagen würden, nein, wir haben zu diesem Thema nichts zu sagen, wir haben dazu keine Meinung", betonte der ehemalige Bundespräsident.

Alles Heuchler?

Angesprochen auf die im Vorfeld geäußerte Kritik, dass es heuchlerisch seitens Saudi-Arabien sei, eine Konferenz für Meinungsfreiheit zu organisieren und gleichzeitig Regimekritiker einzusperren, zu foltern oder gar hinzurichten, meinte Fischer: "Sagen Sie mir, ob Sie den Kardinal, der von Rom aus Wien gekommen ist, Vertreter der jüdischen Gemeinde (...), die vielen Religionsführer und Diplomaten, die heute hier sind, als Heuchler sehen?"

Der Dialog, den die Veranstaltung des Abdullah-Zentrums ermögliche, sei jedenfalls "seriös und ernsthaft". Und wenn Österreich und andere Staaten sich stärker an der Finanzierung des 2012 von Saudi-Arabien, Spanien und Österreich gegründeten Zentrums beteiligen würde, würde nicht so viel Geld vom umstrittenen Regime aus Riad kommen müssen.

Der Antrag des Parlaments, der die Schließung des KAICIID fordert, ist für die Bundesregierung rechtlich nicht bindend und durch die vorgezogene Wahl ohnehin Geschichte. Die FPÖ hat allerdings bereits angekündigt, einen neuen Antrag einbringen zu wollen. Fischer sagte, er rechne nicht damit, dass ein "wortgleicher" Antrag eingebracht werde, dafür sei der erste "viel zu oberflächlich" gewesen. Außerdem sei er ohne Abstimmung mit dem Außenministerium und von einem Abgeordneten eingebracht worden, der nun aus dem Parlament gewählt wurde, so der frühere SPÖ-Politiker.

Die SPÖ hatte im Juni - neben der FPÖ - für den Antrag der Liste JETZT gestimmt. Sein Auftritt bei der KAICIID-Konferenz sei mit der Parteispitze abgesprochen, betonte Fischer. Die SPÖ sei jedenfalls "tolerant und groß genug", um seine Entscheidung und Meinungsfreiheit zu respektieren, meinte er.

Gefragt, ob die Diskussion um die Schließung des internationalen Zentrums Österreichs Ansehen schaden könne, meinte Fischer, dass das Vorgehen jedenfalls "inkonsequent" sei. "Wir brauchen auch eine gewisse Geradlinigkeit und Glaubwürdigkeit."

Kommentare (9)

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hbratschi
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fischer...

...ist ein intelligenter, stets um ausgleich bemühter mensch. ganz im gegensatz zu den geistigen nackerpatzerln, die ihm ständig ans bein pinkeln...

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himmel17
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Fischer = für Mohammed bin Salam = für Mord ???

Khasogghi wurde im Konsulat zersägt und Fischer weiß nichts davon. Unglaubwürdig und unverständlich! Auf den politischen Misthaufen mit ihm!

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walterkaernten
0
8
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BEITRAGSFREIHEIT

Ich denke, wenn der herr FISCHER mit seiner SUPERPENSION einen vortrag hält ist das seine sache.
Soll er machen was er für richtig hält.

ABER WARUM SIND solche organisationen von ALLEN abgaben in ÖSTERREICH befreit ?
Zahlen KEINE sozialversicherung und KEINE Lohnsteuer laut heutiger KLEINE ZEITUNG reportage.

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crawler
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Es gab auch

andere Brückenbauer, die aber gescheitert sind. Russische Oligarchen stehen halt nicht hoch im Kurs.

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wischi_waschi
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Fischer

Wieso zahlen wir immer noch für den Fischer, der kostet uns mehr als der Strache und Co!!!!!!

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georgXV
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???

Heinzi stay / go home ...

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Bertl1970
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Fischer

Ist dem ex BP wirklich so fad oder ist es sowohl die monetäre wie lukullische Seite um dort eine Festrede zu halten.Für diese Angelegenheiten haben wir ja die UNO und dort kann jeder Delegierte offen reden und nicht so wie in diesem Zentrum.Für mich unverständlich warum sich ein ex BP dort einladen lässt.

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Zapfenstreich
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Der monetäre Aspekt trifft es wahrscheinlich punktgenau

Als Bundespräsident a.D. hat man ja höchstwahrscheinlich finanziellen "Notstand"

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silviab
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Nicht nur der finanzielle "Notstand"

.... es kräht kein Österreicher nach ihn, das ist viel deprimierender! Auch fehlen ihm die öffentlichen Auftritte, bei denen er mit seiner Margit händchenhaltend auf dem roten Teppich lustwandeln kann. War er als Bundespräsident oft peinlich, als Ex ist er es noch viel mehr!

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