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EiszeitFPÖ-Spitze teilt aus: Straches Vorwürfe sind "völlig lebensfremd"

Eiszeit zwischen der FPÖ und den Straches: In einem Newsletter an alle Mitglieder wirft die FPÖ-Spitze ihrem ehemaligen Parteiobmann indirekt vor, er würde "die Medien füttern und gegen die FPÖ austeilen."

 HEINZ-CHRISTIAN STRACHE /  PHILIPPA STRACHE
HEINZ-CHRISTIAN STRACHE / PHILIPPA STRACHE © APA/ROBERT JAEGER
 

Zwischen der FPÖ und dem Ehepaar Strache geht nichts mehr, die Entfremdung scheint total zu sein. In einem internen Newsletter an alle blauen Mitglieder, der der Kleinen Zeitung vorliegt, reagiert die FPÖ-Spitze  auf die teils schweren Anschuldigungen ihres ehemaligen Parteichefs. Es sei der Zeitpunkt gekommen, „auf die Vorwürfe zu reagieren“ und „Fakten“ sprechen zu lassen. Das Schreiben ist nicht namentlich gekennzeichnet, es ist stets von der "FPÖ-Spitze" die Rede, der Name Norbert Hofer taucht nicht auf.

Der Ton des vierseitigen Schreibens ist über weite Strecken sachlich und zurückhaltend, in zwei Passagen wird es ungleich rauer: Einige der Anschuldigungen, die Strache gegen die freiheitliche Partei erhebe, seien „völlig lebensfremd.“ Schließlich wird noch in den Raum gestellt, „Heinz-Christian und Philippa Strache können täglich die Medien füttern und gegen die FPÖ austeilen.“

"Die Lage hat sich verändert"

Zu den Vorwürfen: So sei die Behauptung falsch, die FPÖ hätte Strache im Stich gelassen. Nach der Ibiza-Affäre habe die Partei „einen großen Teil der hohen Anwaltskosten übernommen“, die Partei habe „Infrastruktur und ein Team von Mitarbeitern“ Strache zur Verfügung gestellt. Wenige Tage vor der Wahl habe sich mit dem Auftauchen der Spesenvorwürfe „die Lage verändert.“ Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, wäre die FPÖ der Geschädigte.

Straches Behauptung, die FPÖ oder einzelne Funktionäre betrieben eine Diffamierungskampagne gegen ihn, seien „völlig lebensfremd.“ Süffisant wird daran erinnert, dass es Strache war, der zu Beginn seiner Obmannschaft Spesenvorwürfe gegen Ex-FPÖ-Chefin Susanne Riess-Passer erhoben und sogar „Prozesse angestrengt“ habe.

"Können ihm Facebook-Seite nicht einfach schenken"

Die FPÖ-Spitze widerspricht auch Straches Klage, man habe ihm „die Facebook-Seite widerrechtlich weggenommen.“ Betreiber der Seite, heißt es in dem Schreiben, „waren von Anfang an" der blaue Parlamentsklub und die FPÖ. "Die Seite wurde von uns – und nicht von Heinz-Christian Strache – eingerichtet.“ Im Verlauf von zehn Jahren wurde „viel Geld in die Bewerbung und inhaltliche Betreuung“ investiert. „Da die Seite, in die wir viel Geld und Arbeitskraft investiert haben, einen erheblichen Wert darstellt, ist es für die FPÖ rechtlich unmöglich, sie einfach an ihn abzutreten“. Würde die FPÖ das tun, würde man „möglicherweise   Gesetzesbruch (Untreue) begehen“, so der Wortlaut.  „Wir können ihm die Seite nicht einfach schenken, weil wir uns damit ins Unrecht setzen.“

Philippa Strache trat erst im September der FPÖ bei

Auch der Vorwurf, der Ausschluss von Philippa Strache sei Ausfluss einer „Sippenhaftung“, versucht die blaue Parteispitze zu entkräften. Zum einen werde sie als Beschuldigte in der Spesenaffäre geführt, zum anderen habe sie sich durch manche Bemerkungen „parteischädigend“ verhalten. Und zur Behauptung, Herr und Frau Strache seien Teil der freiheitlichen Familie, heißt es nicht minder süffisant: „Philippa Strache wurde erst Anfang September Mitglied.“

Kommentare (15)

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crawler
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Interessant wäre die Vorstellung

wie Strache wohl mit anderen FPÖ - Mitgliedern verfahren wäre wenn diese in eine Ibiza- Affaire verwickelt gewesen wären? Wegen des Geldes - naja, er hat halt die Partei in die richtigen Bahnen gelenkt. Das kostet halt. Da sind andere Parteien nicht ausgenommen. Wegen Philippa- ? Das was Philippa gemacht hat steht ihr gesetzlich zu, das haben andere auch schon gemacht. Moral einzufordern? In der Politik gibt es keine Moral. Da gibt es nur Opportunismus (wenn es sein muss). Wenn es möglich ist greifen alle in den Trog. Nicht nur Politiker. Scheinheiligkeit von Seiten der FPÖ ist also nicht am Platze.

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retepgolf
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Die FPÖ könnte die

Facebook-Seite ja an Strache verkaufen. Im Gegenzug könnte Strache die FPÖ ja bald „beraten“.
Dann löst sich alles in NICHTS auf und keiner wird mehr mit dieser Posse sich beschäftigen müssen...

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Civium
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Warum muss man sich immer wieder diese

Gesichter anschauen, kann man nicht Leute er mit verdienter Leistung zeigen?
Davon gibt es hunderttausende in diesem Land.

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GordonKelz
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WENN ICH LESE....

...das die FPÖ einen großen Teil der Verteidigerkosten für Strache nach Ibiza übernommenen hat, stellen sich die Haare auf....Ein Mann schädigt auf das gröblichste das Ansehen Österreichs und wir alle bezahlen dann seine Verteidigung??!!
Das ist unser Steuergeld was diese Truppe hier vergeudet, ungeheuerlich!
Gordon Kelz

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satiricus
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Schöne Zukunftsaussichten!

In diesem parteiinternen 'Rosenkrieg' dürfen wir somit noch so einige Schmankerln erwarten :-)
Die Dreckwäsche wird wohl noch nicht so schnell ausgehen.

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zyni
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Danke für diese Unterhaltung,

FPÖ und Familie Strache sorgen täglich für Nachschub für Satiriker und Kabarettisten.

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alberewrm
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Diese Politposse ...

... wird selbst hier in der Schweiz nicht nur beobachtet sondern wirft auch ein ganz spezielles Licht uaf die österreichische Politik. Danke HC & Co!

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pwebhofer
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Oft hilft warten.

¯\_(ツ)_/¯

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LUR
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Wohl war, aber

bis dahin wird doch auch immer unnötig Geld verpulvert. Obwohl Geld nehmen können ja LEIDER alle Parteifritzis super.

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paulrandig
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Liebe FPÖ

Bitte macht weiter mit Eurer Linie, alle, gegen die es möglicherweise Vorwürfe gibt und die den Ruf der Partei schädigen, auszuschließen! Es wäre interessant, zu welchem Anteil sich dann alle Bedauerlichen Einzelfälle summieren würden. Wahrscheinlich hätte sich die die Partei dann selbst so gründlich ausgelöscht, dass nur mehr ein kampflächelnder Norbert im Raum steht, sich verwirrt umschaut und herumstottert, wie lieb und brav doch alle seien.

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Lodengrün
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Das Waschen der Schmutzwäsche hat begonnen

Es versteht sich von selbst das der Ex-Meister ebenso den Ring betreten wird. Herrlich. Herr Nepp hat Philippa quasi in den NR gehievt da gehörte sie nicht einmal der Partei an. Und symptomatisch. Herr Hofer versteckt sich, man schreibt pauschal. Jetzt abgesehen seiner Taten. Wie muss er sich vorkommen. Ob Hafenecker, Kitzmüller, Steger, Hofer, Kickl...kurz was wären all die Koryphäen ohne HC heute. Sie brauchen nicht die Chorknaben/Mädchen mimen, - sie kommen alle aus dem selben Stall und saßen in ihrer Denk- und Handlungsweise im selben Boot. Glauben wir das Herr Vilimsky sich an der Kasse zurückgehalten hat? Es gibt nur einen Ausweg. Strache zieht sich total zurück. Aber wer nimmt das schon an zumal er gerade mit diesem Schreiben erneut angeschossen wurde.

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Henry44
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Wer hätte das vor Ibiza für möglich gehalten?

Man sieht, die Mär von der so harmonischen freiheitlichen Familie war ein schönes Konstrukt, das zusammenbricht, wenn es ans Eingemachte geht.

Vielleicht führen die jetzt ausgefochtenen Grabenkämpfe dazu, dass die FPÖ sich neu aufstellt und irgendwann wirklich eine so genannte normale Partei wird, die sie seit ihrer Gründung nie gewesen ist. Derzeit ist sie nicht regierungsfähig und ist es wohl auch nie nachhaltig gewesen. Der Narrensaum, wie das Herr Mölzer nennt, ist zu breit und zu tief.

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wintis_kleine
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@henry44

eigentlich hoffe ich sehr, dass die FPÖ und die vielleicht kommende Partei Straches immer schön unter der 5 % Hürde liegen und somit keinen Schaden anrichten können, sich die ewig Gestrigen aber dort zusammenrotten können, damit auch diese versorgt sind und keinen Blödsinn in Österreich anrichten.
Gnade uns Gott wenn wir Verhältnisse wie in Türingen bekommen würden, wo Ultralinks vor Ultarechts knapp gewonnen hat und die sogenannte Mitte sich in der Totalauflösung befindet.
Hoffentlich findet die SPÖ bald zu einer konsolidierten Parteilinie zurück, die auch von den Menschen verstanden wird. Ansonsten könnten sie sonst schon bald mit den Blauen um den vorletzten Platz rittern.

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alberewrm
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Mein Dank ...

... gilt den Verantwortlichen dieses Wodkavideos.

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styrianprawda
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@Henry44

Bei solch einem ideologischen Hintergrund ist es unmöglich, jemals eine "normale" Partei zu werden.
Nicht einmal eine "sogenannt normale".

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