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Von Grünen überholtFPÖ-Absturz im Ländle: Ibiza liegt auch am Bodensee

Wenn eines am Wahlsonntag in Vorarlberg schon früh feststand, dann war es der Verlierer des Urnengangs, und der heißt Christof Bitschi. Hofer zeigt sich "gefasst".

Bitschi und Hofer auf dem FP-Plakat
Bitschi und Hofer auf dem FP-Plakat © (c) APA/JOCHEN HOFER (JOCHEN HOFER)
 

Dem jungen Hoffnungsträger der örtlichen Freiheitlichen gelang es nicht, sich vom Bundestrend abzukoppeln. Der Rückfall auf Platz drei gerade hinter die Grünen ist eine herbe Niederlage.

Bitschi alleine wird dafür kaum wer verantwortlich machen. Denn er hatte mit einem regelrechten Orkan vom Bund als Gegenwind zu kämpfen. Ibiza- und Spesen-Affäre machten die Ausgangslage für die Ländle-Blauen nämlich äußerst delikat. Dass er sein ursprüngliches Ziel von zumindest 20 Prozent nicht einhalten wird können, deutete sich schon länger an.

Das heutige Ergebnis ist dann doch noch einmal deutlich unter den Erwartungen, und das wird wohl zu einem kleinen Teil auch dem 28-Jährigen aus der Tourismus-Gemeinde Brand angekreidet werden. Offenbar waren ihm die Schuhe doch zu groß, die seine Vorgänger Hubert Gorbach und Dieter Egger hinterlassen hatten.

FPÖ-Bundesparteiobmann Norbert Hofer hat sich nach der Wahlschlappe der Freiheitlichen bei der Landtagswahl in Vorarlberg "gefasst" gezeigt, wie es am Sonntag in einer Aussendung hieß. Spitzenkandidat Bitschi habe die Stammwähler "trotz des heftigen Gegenwindes mobilisieren" können und habe "ein stabiles Ergebnis" erreicht, meinte Hofer nach Vorliegen der ersten Hochrechnungen.

Bitschi sei für die FPÖ in Vorarlberg "der richtige Mann" und werde "auf Basis dieses Ergebnisses die FPÖ wieder zur alten Stärke führen", zeigte sich Hofer sicher. "Klar ist für mich, dass die FPÖ ihren bundesweiten Erneuerungsprozess kompromisslos, mutig und geradlinig umsetzen muss. Christof Bitschi wird auch hier eine wichtige Rolle spielen", verwies er auf den angekündigten blauen Reformkurs und die geplante Vorstandsklausur der Bundes-FPÖ im Dezember. Als positiv bezeichnete es Hofer, dass die ÖVP keine absolute Mehrheit erreichen konnte. Denn eine solche Mehrheit tue keinem Bundesland gut, so der FPÖ-Chef.

Wallner schloss Koalition mit FPÖ aus

Eine Regierungsrückkehr wäre für die FPÖ in Vorarlberg auch bei einem besseren Ergebnis illusorisch gewesen. Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) hatte längst klar gestellt, dass er mit den Freiheitlichen nicht will. Bitschi habe sich zu spät und zu halbherzig vom früheren FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache distanziert, befand der Landesobmann der Volkspartei.

Bitschi an die Spitze zu hieven hatte für die Partei auch so etwas wie einen nachhaltigen Richtungswechsel. Waren seine Vorgänger für ein liberales Element in der Partei gestanden, verkörperte Übergangschef Reinhard Bösch bereits einen "härteren" und in seiner Ausrichtung typischen FPÖ-Politiker. Bitschi, der vor fünf Jahren erstmals in den Landtag einzog, setzte diesen Kurs im jugendlicheren Kleid mit kantiger Rhetorik fort.

Es ist auch kein Zufall, dass Bitschi Sicherheit und Migration als Kernthemen pflegte. Auf Facebook tritt der 28-Jährige auf Fotos und in Videobeiträgen sehr heimat- und traditionsverbunden, hemdsärmelig und als "Anpacker" auf, nicht zufällig betonte er den Besuch des Gottesdiensts am Wahlsonntag. Gegenüber den anderen Landtagsparteien zeigt Bitschi Kanten, wann immer es ihm notwendig erscheint.

Wiederaufbau-Arbeit gefragt

In den kommenden Monaten gilt es für Bitschi wohl Wiederaufbau-Arbeit zu leisten und zu hoffen, dass die Themenkonjunktur wieder der FPÖ in die Karten spielt. Dass er angesichts der dramatischen Verluste selbst ins Straucheln kommt und ins Transportunternehmen der Familie heimkehren muss, gilt als unwahrscheinlich. Aussichtsreiche innerparteiliche Konkurrenz zeichnet sich nicht ab, zudem hat Bitschi für das heutige Abschneiden mit Blick auf Ibiza eine gute Ausrede parat.

Zur Person

Christof Bitschi, geboren am 11. April 1991, stammt aus Brand im Bezirk Bludenz und arbeitet seit 2017 als Geschäftsführer im Familien-Transportunternehmen, in dem er auch die Mehrheit an den Geschäftsanteilen innehat.

2013 übernahm Bitschi die Obmannschaft der Freiheitlichen Jugend in Vorarlberg, seit 2014 sitzt er als Abgeordneter im Landtag, seit 2015 auch in der Gemeindevertretung von Brand.

2016 wurde er einer der Stellvertreter von Reinhard Bösch in der FPÖ-Landespartei, ehe er im Juni 2018 mit 96,8 Prozent Zustimmung selbst zum Parteichef gewählt wurde. Sein Studium der Bau- und Umweltingenieurwissenschaften hat er auf Eis gelegt.

Kommentare (11)

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Bertl1970
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Wahlergebnis

Nun können die Lohnschreiber endlich ihren Senf dazugeben(man lacht)? zum wievielten Mal-Und ob Grün die einzige reale Alternative ist,ob der gegensätzlichen Einstellungen eher fraglich.Da finde ich sogar mit den Roten noch wahrscheinlicher.

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Lodengrün
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Herr Kunasek

wird auch herunter geholt werden. Da ist dann Schluss mit seiner Aufgeblasenheit die nur eine Offensive ist um seine Mauschlereien zu übertünchen.

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voit60
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die Abfuhr der Blauen

ist das Wichtigste vom heutigen Wahltag.

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schneeblunzer
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Ja, so ein stabiles Ergebnis ...

das hat schon was!

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homerjsimpson
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2 Mal noch Minus 8% stabil---- dann passt es mit 1%

FPÖ: Der Kurs stimmt.

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ReinholdSchurz
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Schade um Bitschi.

Er ist ein guter Rhetoriker und Wahlkämpfer aber leider hat auch ihn der Ost Zirkus der FPÖ eingeholt.
Vielleicht wäre es gut den Hofer ein paar Batschi zu verabreichen.👨🏻‍🚀

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Lodengrün
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Bitte was ist der?

Dem Nest gerade entsprungen. Wollen Sie wirklich Ihr Wohl und Ihr Wehe diesem Mann in die Hand legen? Ich nicht.

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blackpanther
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Hofer sagt

ein stabiles Ergebnis 😂... weiß er eigentlich, was stabil bedeutet? So ein Desaster schönzureden zeigt schon von Realitätsverweigerung

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heku49
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HOFER spricht vom heftigen Gegenwind.....

Na ja.....eher ein Lüftchen der anderen Parteien....oder gar Windstille!
Der Sturm hat wohl in den eigenen FPÖ-Reihen geblasen....ausgelöst durch Ibiza, Spesenaffäre, und viele unschöne Geschichten .....

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baldasar
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Gut so

Und ab 1. November dürfen die blauen Kasperl endlich vor der Türe rauchen..

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Civium
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Die Vorarlberger sagen nein zur FPÖ,

hoffentlich Kurz auch!

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