AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

ÖGB-Chef Katzian"Wir wollen den 12-Stunden-Tag weghaben"

ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian zeigt sich erfreut darüber, dass Kanzlerin Bierlein wieder mit den Sozialpartnern reden will. Kritik an Rendi-Wagner will er keine äußern.

OeGB-PRESSEKONFERENZ ZUR SOZIALVERSICHERUNGSREFORM: KATZIAN
© APA/HERBERT NEUBAUER
 

Dass die neue Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein bereits bei ihrer Antrittsrede angekündigt hatte, das Gespräch mit den Sozialpartnern zu suchen, kommt vor allem bei einem gut an: Wolfgang Katzian. Der ÖGB-Präsident zeigte sich im "Ö1-Morgenjournal" erfreut über diese Ankündigung. Dies sei wichtig, denn in den letzten 17 Monaten unter Ex-Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) habe es hier mehr Show als Austausch gegeben. "Bilder sind zwar wichtig, aber sie können keinen Dialog ersetzen." Es brauche einen echten Austausch - unabhängig davon, "wie der Wind weht".

Auf die Frage, ob seine Partei im Nationalrat nun auch zahlreiche "verhasste" Beschlüsse wie den 12-Stunden-Tag kippen könnte, nachdem Kurz "gestürzt" worden war, reagierte Katzian wenig erfreut. Er "halte das für einen ausgemachten Blödsinn", dass die Rede davon sei, dass jemand gestürzt worden wäre. "Es hat schlicht einen Misstrauensantrag gegeben, der eine Mehrheit gefunden hat." Zudem stimme die nun oft inszenierte Einigkeit zwischen Rot und Blau nicht.

12-Stunden-Tag und Sozialversicherungsreform

Angesichts des 12-Stunden-Tages sei die Kritik der Gewerkschaft aber ohnehin bekannt. "Natürlich wollen wir den 12-Stunden-Tag weg haben, das ist ja klar." Sollte es hier Gespräche geben, stehe Katzian bereit. Gespräche könne er sich auch bei der umstrittenen Reform der Sozialversicherung vorstellen, hier wäre für den ÖGB-Chef eine zeitliche Verzögerung denkbar.

Dass die Steuerreform nun nicht kommt, sorgt bei Katzian hingegen für wenig Freude. Dies wäre "ein guter und wichtiger Schritt gewesen", Kritik habe es nur daran gegeben, dass die Maßnahmen erst 2022/2023 durchgreifen.

Angesprochen auf die aktuelle Krise der SPÖ wollte sich Katzian hingegen nicht äußern. Er werde Parteichefin Pamela Rendi-Wagner keine Ratschläge ausrichten, seine Meinung äußere er intern.

Kommentare (5)

Kommentieren
bgb
0
1
Lesenswert?

Rücknahme des sogenannten 12 Stundentag

Nachdem die ersten Problemfälle hochgespielt wurden, ist es ruhig geworden! Wenn jetzt vom ÖGB abwärts dieser Regelung abgeschafft werden soll, bzw mit 50-100% Zuschlag verteuert werden soll, ist zu bedenken, dass es teilweise auch Wunsch von Mitarbeitern ist, diese Regelung beizubehalten!

Antworten
ronin1234
18
12
Lesenswert?

Reaktion

Der Schwachsinn 12 Stundentag gehört sowieso abgeschafft. Sammelte genung Erfahrung damit über einen längeren Zeitraum hinweg. Der Leistungsabfall und die Konzentration ab 9 bis 10Stunden sind enorm und dann erst ab dem 5, 6 Arbeitstag.Abgesehen von Schlaf und Esstörungen. Wo da der Mehrwert für die Firmen liegt frage ich mich wenn man nur ausgelaugte Arbeiter hat.

Antworten
schteirischprovessa
1
7
Lesenswert?

Wie viele Arbeitnehmer

kennst du, für die seit dem Gesetz Nachteile entstanden sind? Ich zumindest habe noch keinen einzigen kennen gelernt.

Antworten
wintis_kleine
7
4
Lesenswert?

@ronin

Nun ich würde es nicht verallgemeinen.
Aber ich finde die Lösung der Metalergewerkschaft als sehr gut. Wenn die 11 und 12 Stunde mit 100% Zuschlag von Gesetz her aufzuwerten wäre, würde sich jede Firma den Mehraufwand wirklich gut überlegen und das System nicht ausnutzen können. Wie sagte doch Herr Kurz so treffend: Arbeit muss sich wieder lohnen!

Antworten
SoundofThunder
4
7
Lesenswert?

🤔

Und die 9. und 10.Stunde mit 50% Überstundenzuschläge. Für mich ist das neue AZG sowieso reparaturbedürftig.

Antworten